„Gambling“: Zockende Kinder machen immer häufiger Schulden

  • Kinder- und Jugendschützer berichten, dass Kinder immer häufiger unabsichtlich Schulden anhäufen, weil sie in die Falle von In-App-Käufen tappen.
  • Die Summen seien zwar gering, dennoch müssten Eltern ihre Kinder schützen.
  • Eine Reglementierung des Taschengelds sei ein erster Schritt.
Anzeige
Anzeige

Erfurt. Junge Menschen schließen immer öfter beim digitalen Spielen in Apps unbeabsichtigt Verträge ab. Nach Angaben des Thüringer Kinderschutzes kommt es bei Kindern und Jugendlichen, die am Handy oder am Tablet daddeln, auch häufiger zur Anhäufung von Schulden. Summen gingen zwar selten über die 1000 Euro hinaus, sagte der Jugendmedienreferent der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen, Ingo Weidenkaff, am Dienstag der dpa, „aber je geringer die Summen, desto häufiger werden die Fallgeschichten.“ Höhere Verschuldung hingegen sei selten.

Grenze verschwimmt: Gaming oder Glückspiel?

Kinder können sich Online-Spiele oft kostenlos aus den App-Stores herunterladen und sofort spielen. Schneller ins nächste Level aufsteigen oder zusätzliche Leben haben: Solche Extras sind später nicht selten über sogenannte In-App-Käufe zu bekommen. Die Grenze zwischen dem Spielen, also dem Gaming und dem Glücksspiel, dem sogenannten Gambling, verschwimme mehr und mehr, sagt Weidenkaff.

Anzeige

Kinder verfügen über zu viel Taschengeld – Rahmen setzen

Aus Sicht des Kinder- und Jugendschützers können Eltern sich und ihre Kinder schützen. Viele Kinder verfügten über zu viel Taschengeld, erzählt Weidenkaff. „Manche verzocken das regelrecht.“ Er rät Eltern dazu, die Taschengeld-Rahmen mit Bedacht abzustecken. Sie sollten zudem keine Kreditkartendaten an ihre Kinder weitergeben. „Das ist ganz wichtig zu benennen, da solche Fälle immer wieder auftreten“, so Weidenkaff.

Anzeige

Verbraucherzentrale als „wichtiger Partner“

Sollten doch einmal Hunderte Euro vom Konto abgezogen werden, weil das Kind einen Vertrag abgeschlossen hat, gibt es Wege aus dem Dilemma. „Da ist die Verbraucherzentrale ein wichtiger Partner, der da vermittelt“, erklärt Weidenkaff. Kleinere Beträge, die aufgrund von erstandenen Spiele-Extras abgebucht werden, könnten jedoch noch unter den sogenannten Taschengeld-Paragrafen fallen.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen