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Familiäre Arbeitsaufteilung: Immer mehr Väter betreuen ihre kranken Kinder

  • Das Betreuen des kranken Nachwuchses ist jedoch nicht mehr automatisch Frauenaufgabe.
  • Innerhalb der letzten Jahre hat sich die Zahl der Väter, die Kinderkranktage nehmen, mehr als verdoppelt.
  • Das zeigt eine Datenerhebung der Kaufmännischen Krankenkasse.
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Der Familienvater geht arbeiten und die Mutter kümmert sich zu Hause um Kinder und Haushalt. Das moderne Familienleben sieht so schon lange nicht mehr aus. Oft sind beide Eltern berufstätig. Wenn der Nachwuchs krank ist, muss sich ein Elternteil also bei seiner Arbeitsstelle abmelden.

Es sind zwar noch immer überwiegend die Frauen, die das tun – aber in den letzten zehn Jahren hat sich der Anteil der Männer, die Kinderkranktage nehmen, mehr als verdoppelt. Das zeigt eine Auswertung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH).

Waren es 2009 gerade einmal neun Prozent der Familienväter, die zu Hause blieben, um ein erkranktes Kind zu pflegen, stieg dieser Wert bis 2019 auf 22 Prozent an. Im ersten Halbjahr von 2020 ist während der Corona-Pandemie eine weitere Erhöhung zu sehen. Hier waren es bereits 23 Prozent aller Väter, die bei der KKH Kinderkrankengeld bezogen.

Regional starke Unterschiede bei Kinderbetreuung

Im Deutschlandvergleich lässt sich ein Unterschied zwischen neuen und alten Bundesländern erkennen. So kümmern sich in den östlichen Bundesländern laut KKH-Daten mehr Männer um ihre kranken Kinder als dies in den westlichen Bundesländern der Fall ist. Unangefochtener Spitzenreiter ist Sachsen. Hier kümmern sich 29,3 Prozent der berufstätigen Väter um kranke Sprösslinge. Auf den nächsten Plätzen folgen Brandenburg (24,3 Prozent) und Thüringen (24,2 Prozent).

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Auf der anderen Seite der Skala hinken Baden-Württemberg (19,2 Prozent), das Saarland (18,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (17,6 Prozent) mit der roten Laterne bei der Betreuung hinterher.

Um mehr als zehn Prozent liegen die Bundesländer auseinander, wenn es um die Betreuung von kranken Kinden geht. © Quelle: KKH Kaufmännische Krankenkasse
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Ein ähnliches Bild zeigt sich, wenn man auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Väterbeteiligung am Elterngeld schaut. Bei Kindern, die zu Beginn des Jahres 2018 geboren wurden, sind auch hier ostdeutsche Väter stärker in die Betreuung der Kinder eingebunden.

Demnach erhielten in Sachsen mit 51,7 Prozent sogar mehr als die Hälfte aller Väter Elterngeld, dicht gefolgt von Bayern (48,3 Prozent) und Thürungen (47,8 Prozent). Die hinteren Plätze belegen hier Bremen (34,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (34,1 Prozent) – jedoch mit weitaus weniger Abstand zum Mittelfeld, wie es beim Kinderkrankengeld der Fall ist. Deutliches Schlusslicht hingegen ist hier das Saarland mit 28,3 Prozent.

Corona-Krise führt zu Umdenken bei Vätern

Eine bereits im Frühjahr durchgeführte Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH zeigt, dass die Pandemie bei Vätern generell zu einer Verschiebung von Prioritäten und auch Stressfaktoren geführt hat.

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Seit Corona steht bei vielen Männern nicht mehr der Job, sondern der Nachwuchs ganz oben auf der Stressskala: 42 Prozent der bundesweit befragten Väter mit Kindern unter 18 Jahren hatten im Mai angegeben, wegen der Erziehung und Betreuung ihres Nachwuchses unter Druck zu stehen. Vor der Pandemie sagten dies nur 33 Prozent.

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