Endlich Student – wie viel dürfen Eltern jetzt noch mitreden?

  • Mitte Oktober starten die neuen Semester – und somit für Tausende junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt.
  • Mit dem Studium beginnt für viele auch das Erwachsenenleben.
  • Für Eltern wird die Zeit zur Gratwanderung, bei der Kommunikation – laut Experten – das Wichtigste ist.
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Fürth. „Endlich“, das denken bestimmt viele Erstis (Studenten im ersten Semester) über diesen neuen aufregenden Lebensabschnitt. Als Student ist man plötzlich noch mehr erwachsen, zieht oft das erste Mal von zu Hause aus und studiert – im besten Fall – genau das, worauf man Lust hat. Selbstbestimmung und Eigenverantwortung liegen wohl selten so nahe beieinander. Für Eltern kann das eine ganz schöne Nervenprobe werden. Die Küken sind aus dem Nest – schaffen sie das Leben da draußen ohne elterliche Hilfe? Wie viel dürfen die Eltern jetzt noch mitreden?

„Das ist eine Gratwanderung“, sagt Dorothea Jung von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). In der Regel seien die Jugendlichen nun volljährig, hätten die Pubertät überstanden und seien erwachsen. Natürlich können Eltern ihre Meinung weiterhin äußern. „Dabei sollten sie gute Argumente haben, denn verbieten können sie nichts mehr.“ Nun geht es eher um sanfte Anschubser in die richtige Richtung.

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Finanzen: Eltern sind unterhaltspflichtig

Was viele Kinder bestimmt nicht wissen: Bis zum Abschluss der ersten Ausbildung sind Eltern unterhaltspflichtig. Wenn das Kind etwa gegen den Willen der Eltern das Studienfach wechselt, können sie nicht einfach den Geldhahn zudrehen. Wenn Studenten merken, dass das Fach doch nicht ihr Ding ist, könne ein Wechsel durchaus sinnvoll sein. „Das ist besser, als fünf Jahre zu studieren, aber dann die Prüfung nicht zu bestehen“, erklärt die Erziehungsberaterin.

Was das Kind etwa mit der finanziellen Unterstützung macht, darauf haben Eltern rechtlich keinen Einfluss. Haben sie die Befürchtung, das Kind verplempert die Kohle nur und zahlt die Miete nicht, könne man die Miete direkt zahlen und nur noch die Differenz als Unterhalt, schlägt Jung vor.

Damit sich die Fronten zwischen Eltern und erwachsenem Kind gar nicht erst verhärten, rät die Expertin Eltern: „Bleiben Sie mit dem Nachwuchs immer im Gespräch. Je weniger Kontakt, desto kleiner der weitere Einfluss.“

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RND/dpa/ame