Dreimonatskoliken: Was gegen Babybauchweh hilft

  • Nächtelanges Geschrei und miese Laune: Wenn das Baby Bauchweh hat, leidet meist die ganze Familie mit.
  • Ganz verhindern lassen sich die Dreimonatskoliken nicht.
  • Es gibt aber Tipps, wie Eltern bei ihrem Kind die Schmerzen lindern können.
Anzeige
Anzeige

Köln. Kleine Babys haben oft Bauchweh, vor allem in den ersten Monaten des Lebens, wenn sich der Verdauungstrakt erst einmal auf die veränderte Nahrungszufuhr einstellen muss. Die sogenannten Dreimonatskoliken beginnen manchmal schon zwei Wochen nach der Geburt – und kosten Eltern und Nachwuchs jede Menge Kraft und Nerven. Vorbei ist der Spuk meist nach drei Monaten, daher auch der Name. Manchmal bleibt das Bauchweh aber auch ein halbes Jahr, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erklärt.

In vielen Fällen kommt der Schmerz am frühen Abend. Eltern erkennen Bauchweh zum Beispiel daran, dass ihr Kind die Beine abwechselnd anzieht und streckt, schreibt die „Junge Familie“ (Ausgabe 5/2019). Oft wird auch der Bauch ganz hart. Die Zeitschrift hat Tipps gesammelt, mit denen sich die Koliken lindern lassen:

Wärme: Ein Kirschkernsäckchen, eine Wärmflasche oder auch ein wohltemperiertes Bad machen die Blähungen erträglicher. Wichtig dabei: Zu heiß darf es nicht sein, gleichmäßige Wärme hilft am besten. Alternativ können Eltern ihr Kind massieren, indem sie mit dem Finger im Uhrzeigersinn behutsam um seinen Bauchnabel kreisen. Kümmel- oder Windöl kann die Wirkung der Massage verstärken.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Nähe: Babys mit Blähungen fühlen sich im sogenannten Fliegergriff – bäuchlings auf Mamas oder Papas Unterarm also – oft am wohlsten. Kuscheln im Tragetuch, sofern sich das Kind gern einwickeln lässt, beruhigt ebenfalls und reduziert die Zahl der Blähungen.

Nahrung: Gerade Babys, die zu Koliken neigen, sollten von den Eltern regelmäßig und rechtzeitig gefüttert werden. Denn hungrige Babys trinken hastig und schlucken zu viel Luft. Pausen für Bäuerchen während der Mahlzeit verhindern, dass sich zu viel Luft im Bauch sammelt und dort Blähungen verursacht. Und bei Fläschchen sollte das Loch im Sauger nicht zu groß sein – sonst gelangt ebenfalls Luft in den Magen. Auch der Winkel, in dem man die Flasche hält, ist entscheidend – so sollte die Milch die Luft aus dem Sauger immer komplett verdrängen, rät das Portal windeln.de. Darüber hinaus empfehlen die Experten, das Kind in halb-aufrechter – und nicht in liegender – Position zu füttern.

Auch interessant: Warum Männer nicht zuhören, Frauen schlecht einparken und Kinder immer Reiswaffeln essen

Helfen solche Tricks gar nicht, können Eltern sich auch an den Arzt oder Apotheker wenden. Es gibt verschiedene Mittel und Medikamente, wie etwa Kümmelzäpfchen, gegen die Schmerzen und die Verdauungsprobleme.

Anzeige

Wichtig: Längst nicht jedes Dauergeschrei ist ein Zeichen für Bauchschmerzen – laut BZgA ist das nur bei 5 Prozent der sogenannten Schreibabys der Fall. Eltern solcher Kinder sollten sich daher rechtzeitig Hilfe holen, zum Beispiel in einer Schreiambulanz oder bei anderen Beratungsstellen für Eltern. Auf der Internetseite elternsein.info etwa kann per Postleitzahlsuche die nächstgelegene Schreiambulanz ermittelt werden.

Mehr lesen: Weltstillwoche – warum das Stillen in der Öffentlichkeit manche Männer stört

Anzeige

Auch lesenswert: Eltern erzählen: Das Stillen fühlte sich für uns natürlich an

RND/dpa/caro