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Schule und Kita weiter dicht: Eine Chance für die Väter

  • Es deutet einiges daraufhin, dass die Schulen und viele Kitas auch nach dem 10. Januar geschlossen bleiben.
  • Für viele Familien bedeutet das, sich wieder neu organisieren zu müssen. Wer arbeitet, wer bleibt zu Hause?
  • Eine Studie aus dem ersten Lockdown zeigt, dass Väter in der Corona-Krise deutlich mehr mit anpacken. Das kann das Familienleben auch langfristig verändern, meint Anne Grüneberg.
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Es ist wieder eine sehr kurzfristige Entscheidung. So wie es aussieht, werden die Schulen in den meisten Bundesländern über den 10. Januar hinaus geschlossen bleiben, dafür haben sich die Kultusminister ausgesprochen. Am morgigen Dienstag, den 5. Januar, informieren die Ministerpräsidenten der Länder und die Bundeskanzlerin dann offiziell darüber, wie es mit den Schulen und Kitas im Januar weitergeht. Für Eltern eine weitreichende Entscheidung, die ihnen viel Flexibilität abverlangt. Innerhalb einer Woche sollen sie organisieren, wer zu Hause bleibt und die Kinder betreut – und wer weiter arbeiten geht.

Millionen Elternpaare werden sich also in diesen Tagen abends, wenn die Kinder schlafen, mit dem Terminplaner an den Küchentisch setzen und beraten, wie sie ihren Alltag in den nächsten Wochen organisieren. Viele werden schon im ersten Quartal des Jahres einen Großteil ihres Urlaubs nehmen oder Überstunden abbauen. Da muss auch der Arbeitgeber mitspielen. Oder sie nutzen die Möglichkeit des sogenannten Sonderurlaubs.

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Familienarbeit wird gerechter aufgeteilt

Nur: Bleibt die Mutter zu Hause oder auch der Vater? Eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (Bib), die den ersten Lockdown im Frühjahr beleuchtet, macht Hoffnung, dass die Corona-Krise zumindest in Sachen Gleichberechtigung Spuren hinterlässt. Demnach übernehmen zwar immer noch Frauen den größten Anteil der Familienarbeit – sie waren während des Lockdwons durchschnittlich 7,9 Stunden am Tag für die Familie da. Im Jahr 2018 waren es durchschnittlich 6,6 Stunden pro Tag. Die Väter holen aber auf. Sie gaben an, im April 2020 durchschnittlich 5,6 Stunden am Tag Familienarbeit geleistet zu haben. Im Jahr 2018 waren es nur 3,3 Stunden am Tag.

Väter in Kurzarbeit am zufriedensten

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Mütter und Väter verteilten die Arbeit zu Hause also im Lockdown sogar etwas gerechter als vorher. Das sind gute Nachrichten. Vor allem Väter in Kurzarbeit packten mit an. Laut der Studie haben sie im April 2020 durchschnittlich 8,1 Stunden am Tag für die Familie investiert, das ist sogar ein kleines bisschen mehr als Mütter im Schnitt. Und sie fühlten sich damit auch noch sehr wohl. Laut der Bib-Studie waren Väter in Kurzarbeit mit einem Faktor von 7,6 (auf einer Skala von null bis zehn) die zufriedenste Gruppe überhaupt.

Für Eltern kann die Corona-Krise also trotz all der Strapazen und des kräftezehrenden Alltags auch etwas Positives bringen. Viele Väter merken vielleicht, wie viel Zeit mit ihren Kindern sie bisher verpasst haben und wie gut es ihnen tut, weniger im Büro und mehr zu Hause zu sein. Frauen lernen vielleicht, Verantwortung abzugeben und die Männer mit dem Nachwuchs mal machen zu lassen. Viele Eltern haben jetzt die Chance, Familienzeit und Arbeitszeit neu aufzuteilen. Diese Chance zu nutzen, kann sich langfristig lohnen.

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