Brettspiel im Test: „Cøpenhagen“

  • Es gab schon viele Umsetzungen des Gameklassikers „Tetris“.
  • Nun ist mit „Cøpenhagen“ eine sehr gelungene Variante auf den Markt gekommen.
  • In diesem Brettspiel restaurieren die Spieler den Kopenhagener Stadtteil Nyhavn, der bekannt ist für seine bunten Giebelhäuser.
Stefan Gohlisch
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Hannover. Kopenhagen, Dänemarks Hauptstadt mit Meerjungfrau und malerischen Bauten in der historischen Altstadt, Heimat der Spieleautoren Daniel Skjold Pedersen und Asger Harding Granerud. Für Rajive Gupta, Verlagsleiter von Queen Games, und seine Frau Beate ist es aber vor allem der Ort, an dem sie sich lieben lernten. Weswegen die erste Pedersen-Granerud-Gupta-Kooperation nun „Copenhagen“ heißt – wobei es sich ganz unromantisch um eine „Tetris“-Variante handelt, allerdings eine sehr gute. Im Spielejahrgang 2018/2019 gab es zahlreiche Umsetzungen des Gameklassikers „Tetris“ als Gesellschaftsspiel. „Copenhagen“ ist der wohl rundeste Versuch.

Mit „Tetrisblocks“ Fassaden neu gestalten

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Bauteile, bestehend aus zwei bis fünf Quadraten in unterschiedlichen Anordnungen, müssen verbaut werden: Man legt sie, unten beginnend, auf seinem persönlichen Tableau ab; dieses sieht aus wie ein Altbau. Für volle Reihen und Spalten gibt es einen beziehungsweise zwei Siegpunkte; bestehen diese nur aus Fensterfeldern und nicht aus schnöder Fassade, gibt es sogar doppelt so viele Punkte. Erreicht ein Teilnehmer zwölf Siegpunkte, endet die Partie sofort. So einfach, so eingängig.

Die Raffinessen liegen wie immer im Detail. Die Bauteile müssen erst einmal mit gleichfarbigen Karten erkauft werden, die man auf seiner Hand sammelt. Sieben liegen um einen Steg herum in der Tischmitte; wenn man welche nimmt, müssen es immer zwei nebeneinanderliegende sein.

„Copenhagen“: Gespielt wird reihum

Puzzlefreudige Brettspieler werden mit dem Familienspiel von Daniel Skjold Pedersen und Asger Harding Granerud gern Abende füllen. © Quelle: Verlag Queen Games
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Kaufen und sofort bauen oder Karten nehmen, das sind die beiden Alternativen, wenn man dran ist. Das genügt schon für angenehmen Ärger, wenn einem mal wieder jemand die besten Karten oder Bauteile weggeschnappt hat – und natürlich gibt es von den wichtigsten, weil größten Steinen nur sehr begrenzt Exemplare. Richtig elegant wird „Copenhagen" durch Fähigkeitenplättchen, die die Regeln auf vielfache Weise beugen, mit teilweise erstaunlichen Synergieeffekten.

Man bekommt sie, wenn man Wappen auf dem Tableau überbaut oder Reihen schließt, neben denen sie abgebildet sind. Stattdessen kann man aber auch neutrale, weiße Plättchen nehmen, die aus nur einem Quadrat bestehen – die sind wichtig, um Lücken, die sich fast zwangsläufig ergeben, zu schließen.

Das Prinzip ist einfach, doch gelingt „Copenhagen“ nur, wenn man all die kleinen netten Schikanen beachtet. Das hat dieses durch und durch gelungene Familienspiel übrigens durchaus mit der Liebe gemein. Was letztlich dann eben doch eine romantische Vorstellung ist.

RND