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Brettspiel im Test: Bei „Team 3“ gemeinsam Baupläne schmieden

  • Lust auf ein neues Spiel im Kreis der Freunde oder mit der Familie?
  • Bei „Team 3“ schlüpfen die Spieler in die Rolle von Architekten.
  • Das Herausfordernde: ein enormer Zeitdruck und die Kommunikation in der Gruppe.
Stefan Gohlisch
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Schaut man sich modernen Städtebau an, kann der Eindruck entstehen, dass die Verantwortlichen nicht vernünftig miteinander kommunizieren. Wie dieser Umgang miteinander aussehen könnte, zeigt sehr anschaulich das schräge Bauspiel „Team 3“.

An sich ist die Aufgabenstellung einfach: Es gibt ein paar Bauteile in kräftigen Farben und Spielkarten, die anzeigen, welches Gebilde am Ende entstehen soll. Nur hat es seine Gründe, dass auf den Spielschachteln die sprichwörtlichen drei Affen abgebildet sind, die entweder nichts sagen, nichts hören oder nichts sehen. Denn solche Affen sind bei „Team 3“ abwechselnd die Spieler.

„Team 3“: In die Rolle des Architekten schlüpfen

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Das Problem beginnt mit dem Architekten. Der kennt zwar den Bauplan, also die entsprechende Karte, spricht aber nicht darüber. Der Bauarbeiter wiederum sieht nicht, was er da tut – dieser Spieler ist gehalten, seine Augen zu schließen (auf Messen gibt es mit ein wenig Glück am Verlagsstand passende Schlafbrillen). Also muss es der Bauleiter richten: Der schaut sich den wild gestikulierenden Architekten an und versucht, dessen Bewegungen in möglichst präzise Anweisungen für den Bauarbeiter zu übersetzen.

Und schon entsteht das schönste Chaos. Was natürlich nicht dadurch besser wird, dass rigider Zeitdruck entsteht. In drei Minuten muss das Bauwerk stehen, sonst ist die Aufgabe nicht erfüllt. Anschließend wechselt man die Rollen, bis man – abhängig von Spielerzahl und Schwierigkeitsgrad – eine bestimmte Menge Karten erfüllt oder sie verloren hat.

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Jede Gruppe kommuniziert anders bei „Team 3“

Idealerweise spielt man „Team 3“ zu dritt. Ansonsten nutzt man eine eher unbefriedigende Behelfsregel oder muss zwischendurch aussetzen. Oder man organisiert ein zweites Spielexemplar – die Schachteln sind pink oder giftgrün. Sie unterscheiden sich außer durch die Farbe nur durch jeweils eine Regelvariante samt Zusatzkarten zum normalen Spiel.

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Einmal muss man sich aus der Skizze den dreidimensionalen Aufbau dazudenken, das andere Mal gleich zwei Gebilde gleichzeitig bauen – eine Fünf-Spieler-Variante mit zwei Architekten und zwei Bauleitern. Beide Varianten sind reizvoll, letztlich aber überflüssig.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich bei Spielen wie diesem unterschiedliche Gruppen am Spieltisch neue und jeweils spezifische Kommunikationsformen erschließen. „Team 3“ weckt Lust am Umgang miteinander. Hat man sich erst einmal aufeinander eingespielt, läuft es erstaunlich flüssig – und das macht schlichtweg Spaß. Und was am Ende dabei entsteht, ist allemal beglückender als moderne Innenstädte.

Alex Cutler, Matt Fantastic: „Team 3“. Abacus. Für drei bis sechs Spieler ab acht Jahren, etwa 20 Euro.

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