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Vollelektrischer Crossover

Genesis GV60: Premiumkonkurrenz aus Südkorea

Genesis GV60 bezeichnet das Erscheinungsbild des GV60 als „athletische Eleganz“. Dazu zählen vorn der schildförmige Crestgrill und die sogenannten Quad-LED-Scheinwerfer.

Dass eine Automarke mit dem Namen Genesis existiert, haben in Deutschland im vorigen Jahr viele Menschen wohl erst nach dem schweren Unfall von Golfprofi Tiger Woods wahrgenommen. Er verunglückte in Kalifornien mit einem Genesis GV80, dem SUV-Flaggschiff der koreanischen Luxusmarke der Hyundai Group. In den USA und Südkorea ist Genesis bereits erfolgreich. Seit dem Debüt als eigenständige Marke 2015 konnte Genesis weit über eine halbe Million Kundinnen und Kunden gewinnen.

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Voriges Jahr im September wagte man den Sprung über den Teich, bietet in Deutschland die Oberklasselimousine G80, das Fullsize-SUV GV80, den Kombi G70 Shooting Brake, die Businesslimousine G70 und das Mittelklasse-SUV GV70. Keines der genannten Modelle ist allerdings ein vollelektrisches. Den Schalter dazu legt Genesis nun mit dem GV60 um, der ab Juni zu Preisen ab 56.370 Euro in den Handel geht.

Zu kaufen nur online

Da stellt sich für den Interessenten zwangsläufig die Frage: Wo kann ich den kaufen? Bei Hyundai, bei Kia, die ja ebenfalls zum koreanischen Autokonzern gehören? Fehlanzeige. Bislang gibt es in Deutschland lediglich in München ein „Genesis Studio“, in dem man den GV60 anschauen, anfassen und auch bestellen könnte. Frankfurt und Berlin sollen schon bald hinzukommen. Alle Nichtortsansässigen müssen sich online durch den Bestellvorgang klicken und erhalten, abhängig vom Wohnort, einen sogenannten GPA, einen Genesis Personal Assistent. Dieser Betreuer kümmert sich dann um alles und lässt den Neuwagen sogar bis vor die Haustür bringen. Auch wenn es um die spätere Wartung geht, haben die Kundinnen und Kunden keinen Stress. Genesis holt und bringt den Wagen. Für die Dauer des Service erhält man kostenfrei ein Ersatzfahrzeug.

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Das hört sich alles schon mal vielversprechend an und dürfte gewiss viele Kundinnen und Kunden neugierig machen. Gleiches gilt für das Design des GV60. Genesis will sich durch einige markante Details gezielt von anderen Marken abheben, spricht von „athletischer Eleganz“. Dazu zählen vorne der schildförmige Crest-Grill und die sogenannten Quad-LED-Scheinwerfer. Seitlich fällt in der oberen Chromleiste der kleine Knick in der C-Säule ins Auge. Er soll auf die elektrische Spannungseinheit Volt hinweisen (darauf muss man erst einmal kommen!). Hinten sind die Rückleuchten ebenfalls im Vierfach-Quad-Stil gehalten.

Blick auf die Glaskugel

Seinem Premiumanspruch will Genesis besonders im Interieur nachkommen. Der vordere Fußraum läuft durch, erzeugt so ein großzügigeres Raumgefühl. Bei den Verkleidungen achtete man auf möglichst umweltfreundliche Materialien. Es gibt sogar die Möglichkeit, nachhaltiges Leder aus polymeren, pflanzlichen Quellen wie zum Beispiel Mais zu bestellen. Das volldigitale Cockpit dominiert ein leicht gebogener und sehr breiter Bildschirm, unter dem zwei Displays stecken. Wichtige Schalter wie zum Beispiel für die Klimatisierung bleiben glücklicherweise physisch vorhanden. Unnötiges Suchen in irgendwelchen Untermenüs auf dem Display entfällt damit.

Ein nettes Gimmick – ideal für Demonstrationen bei Freundinnen und Freunden oder Nachbarinnen und Nachbarn – ist der Crystal Sphere, ein cooler Gangwahlschalter auf der Mittelkonsole. Sobald man die Zündung einschaltet, dreht sich die beleuchtete Glaskugel um 180 Grad nach oben und signalisiert: Ich bin bereit.

Knick in der C-Säule: Damit spielt Genesis beim GV60 auf den Buchstaben V für Volt an.

Knick in der C-Säule: Damit spielt Genesis beim GV60 auf den Buchstaben V für Volt an.

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Fahrleistungen wie ein Porsche

Okay, wir sind’s auch. Ein Dreh nach rechts auf „D“ und los geht‘s. Dass der Genesis GV60 zu den potenteren Elektroautos gehört, zeigen bereits seinen technischen Eckdaten. Die von uns gefahrene Version Sport Plus (Preis: ab 70.010 Euro) verfügt an jeder Achse über eine Elektromaschine mit jeweils 160 kW Leistung. Wer am Lenkrad den Boostbutton drückt, hat für zehn Sekunden sogar weitere 40 kW abrufbereit, insgesamt also 360 kW. Nach alter Einheit sind das 490 PS. Der Koreaner katapultiert förmlich nach vorne, dies jedoch ansatzlos, geschmeidig und leise. Nur vier Sekunden gibt Genesis für den Sprint von null auf 100 km/h an. Das ist Porsche-Niveau.

Sportlich abgestimmtes Fahrwerk

Beim Fahrwerk hätte man es vielleicht eine Spur komfortabler angehen lassen können. Im städtischen Umfeld mit all seinen Sieldeckeln und anderen Unebenheiten wirkt der GV60 zu straff. Hier ist beispielsweise sein Konzernbruder, der Ioniq 5, angenehmer zu fahren. Mit ihm und dem Kia EV6 teilt sich der Genesis GV60 die gesamte Technik. Alle drei basieren auf der E-GMP-Architektur. Sie ist auf 800 Volt ausgelegt, was höhere Ladeströme (bis zu 240 kW bei Prekonditionierung) beim „Nachtanken“ an der DC-Säule zulässt und damit die Ladezeiten kurzhält. Für einen Füllungsgrad von 80 Prozent der Batteriekapazität, ausgehend von 10 Prozent, muss der GV60-Fahrer unter günstigsten Bedingungen nur 18 Minuten warten. Dieser Wert zählt zum Besten in der Branche.

Denn immerhin steckt im Boden ein Akku mit einer Kapazität von 77,4 kWh. Diese Größe ist notwendig, um eine ausreichende Reichweite und damit bequemes Reisen zu gewährleisten. Wer den Genesis sehr verhalten bewegt, sollte 466 Kilometer (WLTP-Norm) weit mit einer Füllung kommen. Real dürfte, zumindest im Sommer und ohne Autobahnhatz – die Spitze liegt bei immerhin sportlichen 235 km/h – ein Aktionsradius von rund 400 Kilometer drin sein. Unser Testverbrauch lag bei 22 kWh/100 km, was einer Reichweite von 350 Kilometern entsprechen würde.

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Digitale Spiegel sind ein unnötiges Gimmick

Insgesamt hinterließ der Genesis GV60 einen guten und professionell gemachten Eindruck. Verarbeitung und Materialien sind top, ebenso das Platzangebot (auch auf den Rücksitzen). Mit einer Größe von 4,52 Meter bleibt das koreanische Crossovermodell handlich genug für die Stadt und kompakt genug fürs Parkhaus. Der Kofferraum fasst 432 Liter. Ein weiteres Fach, genannt „Frunk“, befindet sich vorne unter der Haube. Hier passt gut das Ladekabel hinein.

Abraten würden wir beim Genesis GV60 lediglich von den digitalen Außenspiegeln. Grund: Sie bieten zwar ein recht großes Sichtfeld, der Blick auf die Displays wirkt dennoch etwas unrealistisch. Es braucht Routine, damit klarzukommen. Gewöhnungsbedürftig ist auch die Position der Displays oben in den Türverkleidungen. Schön geht anders.

Genesis GV60 Sport Plus

Motor: zwei E-Maschinen

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Antrieb: Allrad

Systemleistung: 360 kW

0–100 km/h: 4,0 s

Max. Drehmoment: 700 Nm

Spitze: 235 km/h (abgeregelt)

Verbrauch: 19,1 kWh/100 km (WLTP)

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Batteriekapazität: 77,4 kWh

Ladeleistungen: 11 kW AC, 350 kW DC

Reichweite: 466 km (WLTP)

Kofferraum: 432 Liter + 20 Liter vorne

Länge/Breite/Höhe: 4515/1890/1580 mm

Leergewicht: 2145 kg

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Preis: 71.010 Euro

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