Opel Zafira-e Life im Test: mit dem E-Transporter über den Brenner

  • Opel traut sich mit seinen kleinen elektrischen Transportern Zafira e-Life und Vivaro-e in die Alpen.
  • Was taugen Transporter und Elektrovan im steilen Gelände?
  • Ein Testbericht über eine rein elektrische Fahrt über den Brenner und wieder zurück.
Simone Willmann
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Was für ein Abenteuer: Mit einem Elektrotransporter über den Brenner. Reicht die Batteriekapazität des Sieben-Sitzer-Vans die Berge hinauf bis nach Südtirol? Am Flughafen Innsbruck wartet eine ganze Elektro-Transporter-Flotte von Opel auf die Journalisten. Getestet werden sollen der Opel Vivaro-e und die PKW-Version desselben namens Zafira-e Life.

Der Zafira-e Life ist ein ernst zu nehmender Bulli-Konkurrent: Bis zu neun Sitze, zwei Schiebetüren, hohe Sitzposition und vor allem: viel variabler Platz durch das Schienensystem der herausnehmbaren Sitze. Der Rüsselsheimer nutzt eine gemeinsame Plattform mit seinen Konzernbrüdern Peugeot Traveller und Citroën Spacetourer, auch der Toyota Proace ist als Vierter im Bunde baugleich. Das spart Kosten, sodass es den Zafira Life bereits ab 40.750 Euro in der Verbrennerversion mit Dieselmotor gibt, die Preise für die Elektroversion starten bei 53.800 Euro abzüglich Umweltbonus in Höhe von derzeit 7900 Euro.

Die Abregelung auf 130 km/h passt gut zur österreichischen Autobahn

Seit 2020 gibt es die Drillinge auch als reine Elektrofahrzeuge mit wahlweise 50 oder 75 Kilowattstundebatterie, was für eine Reichweite von 200 Kilometer mit der kleineren Batterie und bis zu 330 Kilometer laut WLTP mit dem größeren Akku ausreichen soll. Die 136 PS und eine auf 130 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit passen gut zur österreichischen Autobahn. Und so machen wir uns gespannt auf den Weg über den Brenner nach Südtirol, geplante Strecke: 200 Kilometer, angezeigte Reichweite: 330 Kilometer, das sollte reichen.

Als Erstes testen wir den Opel Vivaro-e, der als nackter Transporter seiner Funktionalität entsprechend mehr Nützliches bietet als Komfort. Unser Testwagen hat fünf Sitze, hinter der zweiten Sitzreihe grenzt eine feste Trennwand den Laderaum ab. Das Cockpit ist übersichtlich und praktikabel, ein schlichter Transporter eben.

Mehr interessieren uns jedoch Fahrperformance und Reichweite des Elektrovans, der 2021 zum „International Van of the Year 2021“ gewählt wurde. Die Beschleunigung drückt einen erwartungsgemäß nicht gerade in die Sitze, was für einen Transporter auch absolut okay ist. Worauf wir gespannt sind: Wie meistert das Elektroauto die rund 200 Kilometer lange Strecke, auf der auch 1370 Höhenmeter zu überwinden sind?

Bergab lädt sich die Batterie immer wieder auf

Den Brenner hinauf sinkt die angezeigte Restreichweite pro gefahrenem Kilometer gefühlt in Zehn-Kilometer-Schritten. Aber wie sagte schon Till Eulenspiegel? Wo es bergauf geht, geht es auch wieder bergab – und diese kinetische Energie weiß die Elektromobilität zu nutzen: Per Rekuperation lädt sich die Batterie bergabfahrend wieder auf. Und am Ende unserer Testfahrt versöhnt sich die real zurückgelegte Strecke wieder mit der angezeigten Restreichweite, so dass wir nach fast 200 gefahrenen Kilometern immer noch 108 Kilometer Restreichweite in petto haben. Zum Laden geht es am Ziel angekommen an eine Schnelladesäule mit 100 kW, die den großen Akku in 45 Minuten wieder auf 80 Prozent bringt, die kleine Batterie braucht dafür nur 30 Minuten.

Auf der Rückfahrt testen wir den Zafira-e Life, die PKW-Variante des Transporters. Das Interieur mutet im Vergleich zum Vivaro komfortabler an und bietet ein besonderes Highlight: Das Panoramadach erstreckt sich über den gesamten Passagierraum – nicht unpassend bei einer Tour durch die Alpen. Die bis zu neun Sitze sind nicht nur auf einem praktischen Schienensystem leicht verschiebbar, sondern lassen sich auch einfach ausklinken und komplett herausnehmen, sodass der Platz variabel genutzt werden kann. Mit praktischen Klapptischen für die Passagiere, einer parkhaustauglichen Höhe von 1,90 Meter und in zwei verschiedenen Längen zur Auswahl ist der Zafira somit eine preiswerte Alternative zum Bulli. Zumal VW für selbigen bis dato keine eigene Elektrolösung hat: Die derzeit verfügbare Sonderausbaulösung des Sport-Tuners ABT mit einer kleinen 37,3 kW-Batterie soll wohl eher die Lücke überbrücken, bis 2022 der ID.Buzz kommt.

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Technische Daten

Opel Zafira-e Life

Motor: Elektro

Leistung: 100 kW/136 PS

Drehmoment: 260 Nm

0–100 km/h: 12,1/13,3 s

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Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h (abgeregelt)

Batteriekapazität: 50 kWh oder 77 kWh

Verbrauch: 21,7–27,3 kWh/100 km (WLTP)

CO₂-Emission: 0 g/km

Reichweite: 231/329 km (WLTP)

Länge/Breite/Höhe: 4,96-5,31/2,01 m/1,89 m

Radstand: 3,28 m

Kofferraum: 4200–4900 l

Leergewicht: 1969–2264 kg

Getriebe: Eingangautomatik

Preis: ab 53.800 Euro

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