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Abschied vom Hybridkonzept

Crossover aus Japan – der Lexus RZ 450e setzt jetzt voll auf Elektrik

Der RZ 450e ist der erste Lexus, der von Anfang an auf einer Elektroplattform entwickelt wurde, den es also ausschließlich als Stromer geben wird.

Unter Strom stehen mittlerweile ziemlich alle. Natürlich auch Lexus. Dabei zählt der Edel-Japaner zu den Pionieren in Sachen Elektrifizierung. Bereits 2005 brachte Lexus mit dem RX 400h einen Hybrid an den Start. Der erste vollelektrische Lexus, der UX, folgte 2018. Während der kompakte Crossover auch mit Verbrenner in der Preisliste steht, kommt mit dem RZ 450e jetzt der erste Lexus, der von Anfang an auf einer Elektroplattform entwickelt wurde, den es also ausschließlich als Stromer geben wird.

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Der RZ, der sich seine E-TNGA-Plattform brüderlich mit dem Toyota BZ4X teilt, fährt zwar erst Anfang 2023 zu den Händlern, Lexus hat ihn aber bereits jetzt vorgestellt. Größenmäßig reiht sich der RZ 450e mit einer Länge von 4,80 Metern zwischen den SUV-Kollegen NX und RX ein und soll für den gesamten Konzern Vorbildcharakter haben. Bis 2030 will Lexus in Europa zu 100 Prozent elektrisch werden, weltweit bis 2035.

Reichweite über 400 Kilometer

Die technischen Details des RZ stehen schon heute weitgehend fest. So erhält der im japanischen Werk Motomachi gebaute Stromer eine Lithium-Ionen-Batterie mit 96 Zellen, die sich vollständig im Chassis unter den Fahrzeugboden flachlegt und so für einen tiefen Schwerpunkt sorgt. Die Kapazität beträgt 71,4 kW/h, die Reichweite im sogenannten Range-Driving-Modus soll bei über 400 Kilometer liegen.

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Weniger als 18 kWh Verbrauch

Mit einem Verbrauch von weniger als 18 Kilowattstunden pro 100 Kilometer will der RZ 450e bis zu 20 Prozent sparsamer sein als seine Konkurrenten. Langzeittests hätten zudem ergeben, dass der Akku nach zehn Jahren noch mindestens 90 Prozent seiner ursprünglichen Leistung bringt.

Lexus wird den RZ 450e ausschließlich als Allradler anbieten. Dafür kommt vorne ein E-Motor mit 150 kW zum Einsatz, an der Hinterachse einer mit 80 kW. Die Gesamtleistung beträgt 230 kW/313 PS. Die Kraft wird dabei variabel über den neuen E-Axle-Antrieb, ein modulares Bauteil aus E-Motor, Getriebe und Steuergerät und eine ebenfalls neue Allradsteuerung verteilt. Je nach Fahrsituation werden so stufenlos bis zu 100 Prozent der Power nach vorne oder hinten geleitet. Auch die einzelnen Räder erhalten in Millisekunden, je nach Tempo, Lenkwinkel oder G-Kräften ihre Antriebskraft zugeteilt. So kann das System blitzschnell auf Fahrsituationen reagieren. Das soll in Kurven die Aufbaubewegungen der Karosserie minimieren und für mehr Stabilität sorgen.

Futuristisches Cockpit mit Anleihen an eine Cessna oder eine Spielekonsole durch das tiefliegende Yoke-Lenkrad.

Futuristisches Cockpit mit Anleihen an eine Cessna oder eine Spielekonsole durch das tiefliegende Yoke-Lenkrad.

Langer Radstand, hohe Türen

Beim Design fällt als Erstes die dynamische Linie auf. Das Seitenprofil prägen der lange Radstand (2,81 Meter) sowie die hohen Türen, die zwei Drittel der Fläche einnehmen, ein Drittel bleibt für die flache Fensterfront, die nach hinten leicht ansteigt. In die ovalen Radkästen passen bis zu 20 Zoll große Räder. Vorne interpretiert der Crossover den typischen Diabolo-Grill neu, daneben schmale LED-Scheinwerfer. Am kurzen, hohen Heck mit seinem durchgehenden Lichtband, dem neuen Lexus-Schriftzug in Großbuchstaben und den kleinen, spitz aus dem Dach schießenden Tailfins, spiegelt sich am deutlichsten die neue Designphilosophie „seamless E-Motion“, die als Blaupause für alle kommenden E-Modelle von Lexus gelten soll. Dazu dürfte ebenfalls die stylische Zweifarbenlackierung zählen, die beim RZ Dach, Motorhaube, Grill und Radläufe im Bi-Tone einfärbt.

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Aus dem geräumigen Innenraum fegt Lexus schließlich jeglichen Staub der nicht immer stilsicheren Vergangenheit. Richtig spacig wird es, wenn das optionale Yoke-Lenkrad tief montiert ist. Ohne durchgehenden Lenkkranz sieht es aus, als hätte man es direkt aus einer Cessna oder einer Spielekonsole ausgebaut. Es ist im Prinzip die konsequente Weiterentwicklung der Peugeot-Idee. Also: tiefsitzendes Lenkrad, darüber das Cockpit. Weniger Ablenkung heißt die Idee dahinter. Auch bei der Lenkung selbst schlägt Lexus einen mutigen Weg ein. Das neue Steer-by-Wire-System (bekannt als Fly-by-Wire aus der Luftfahrt) überträgt Lenkbewegungen über Sensoren, hat also weder eine Lenksäule noch eine mechanische Verbindung zu den Rädern. Die Toyota-Tochter verspricht schnellere Reaktionen bei präziserer Kontrolle. Wir sind gespannt.

Serienmäßig dürfte das 14-Zoll-Multimedia-Touch-Display mit zwei mechanischen Drehknöpfen für Lautstärke und Heizung an Bord sein, das Ambientelicht lässt sich in 64 Farben illuminieren. Gegen Aufpreis zieht ein wärmedämmendes, großes Panoramadach ein, dessen Transparenz sich auf Knopfdruck von klar bis undurchsichtig dimmen lässt. Für leicht fröstelnde Zeitgenossen empfiehlt sich der neue „Radiator Heater“, eine Art Heizstrahler, der sich wie eine warme Decke um die Beine der vorderen Passagiere wickeln soll.

Wie teuer der Luxus-Lexus wird, lässt sich derzeit nur spekulieren. Der Einstieg dürfte bei etwa 62.000 Euro beginnen, rund 600 Kunden pro Jahr möchte Lexus in Deutschland vom neuen RZ450e überzeugen.

RND/Tomas Hirschberger, SP-X

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