Hyundais Ioniq 5 – futuristischer Start der neuen Elektro­plattform

  • Der Name Ioniq mag manchem bekannt vorkommen – 2016 hieß schon mal ein Hyundai-Modell so.
  • Jetzt wurde aus der Fahrzeug­bezeichnung ein Marken­name für alles, was bei Hyundai zukünftig vollelektrisch fährt.
  • Erstes Produkt ist der Ioniq 5 – ein schwungvolles Auto, das sich nur mühsam in eine Schublade packen lässt.
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Kompakt sieht er aus, der Ioniq 5, obwohl er doch mit 4635 Millimetern zwei Millimeter länger ist als der aktuelle Golf Variant: der erste Hyundai auf der neuen Plattform für Elektro­fahrzeuge. Der Stolz der koreanischen Auto­bauer, der auf die derzeit hippe Definition CUV, also Crossover Utility Vehicle hört, wirkt bulliger, als es der weit­läufige Innen­raum vermuten lässt. Hyundai-Deutschland-Chef Jürgen Keller ist bei der Präsentation des Ioniq 5 in Valencia sichtlich stolz auf Fahr­zeug und Konzern­entwicklung. Keller erinnert daran, dass Hyundai in den 1990er-Jahren als Billig­marke in Deutschland gestartet sei, mit heute spartanisch anmutenden Modellen wie dem Pony.

Mittler­weile sei aus dem Exoten im Niedrigpreis­segment ein Innovations­treiber geworden, der bis 2025 Markt­führer in Sachen E-Autos in Europa sein will. Ein Ehrgeiz, der auch damit zu tun hat, dass der gesamte Misch­konzern Hyundai massiv in die Technik der Zukunft investiert. Gerade hat man die Mehrheit am Robotik­experten Boston Dynamics übernommen und bastelt an einer Giga­flotte wasserstoff­getriebener Lkw.

Innovation mit klarer Kante

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Der Blick geht also klar nach vorn: Hightech, autonomes Fahren, Nachhaltigkeit. Alles Attribute, die Keller gern auf den Ioniq 5 projiziert. In der Tat macht der Wagen schon auf den ersten Blick etwas her. Scharfe Kanten im Blech und eine strenge Konturierung der Karosserie geben dem Ioniq 5 die Anmutung einer kubistischen Skulptur – illuminiert von der futuristischen Form der eckigen Leuchten vorn wie hinten.

Das weitläufige Interieur bietet vorn und hinten reichlich Platz. © Quelle: Hyundai

Der Innenraum soll laut Keller wie ein Wohn­zimmer wirken. Die karge Eleganz der großen Zwillings­displays in Cockpit und Zentrum der imaginären Mittel­konsole sowie die weiße Leder­ausstattung des Test­wagens muten allerdings eher wie eine minimalistisch eingerichtete Galerie an. Die klare Formen­sprache geht sogar so weit, dass auf dem Lenk­rad das eigentlich sakrosankte Marken­logo fehlt. Nichts stört das Bild vom mobilen Loft.

Viel Platz für den Fahrer im weiten Raum

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Das Design befriedigt sowohl Hightech­puristen wie auch Anhänger klassischer Knöpfe zur Lautstärke­regelung oder Wipp­schalter zur Sender­suche. Geschaltet wird am Lenk­rad, das schafft zusätzlichen Platz in dem geschickt gestalteten Innen­raum. Dessen Halb­konsole in der Fahrzeug­mitte ist auch noch verschiebbar, sodass sich der Fahrer beinahe nach Halt sehnt in all dem weiten Raum. Den wiederum geben die bequemen wie führungs­sicheren Sitze, die noch einen Clou bergen. Dazu später.

Der Ioniq 5 ist in vier Varianten ab 125 kW und 41.900 Euro erhältlich und im Leasing bereits ab 249 Euro pro Monat zu haben. Unser Testfahrzeug hat die stärkste Motorisierung. Der 225 kW und 305 PS starke Antrieb sorgt für das e-typische katapult­artige Beschleunigen, der elektrische Allrad­antrieb macht den Zwei­tonner zum Sportler. Speziell in den Bergen rund um Valencia mit ihren engen Serpentinen klebt der Ioniq 5 stress­frei auf der Straße.

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Scharfkantig und unverwechselbar: der Ioniq 5 in Bug- und Heckansicht. © Quelle: Hyundai

Überholen macht natürlich besonders Spaß bei den Kraft­reserven, die das Auto hat. Dass der Wagen auf 185 Kilometer abgeregelt ist, darf bei der spanischen Höchst­geschwindigkeit von 120 km/h nicht ins Gewicht fallen und wird auch hier­zulande perspektivisch kaum mehr ins Gewicht fallen. Was künftig mehr zählen wird als die End­geschwindigkeit, das ist die Reich­weite – eine Währung, die ja durchaus noch wacklig ist im E-Bereich.

Neue 800-Volt-Lade­technologie

Hier punktet der Ioniq 5 mit seiner 72,6-kWh-Batterie und der 800-Volt-Lade­technologie. Ein klares Plus gegenüber vielen Konkurrenten. Beim Test­laden an einer 50-kW/h-Säule waren 160 Kilometer Reich­weite in etwa 15 Minuten nach­getankt, künftig soll es an den neuen 350-kW-Säulen in 10 Minuten auf 80 Prozent Lade­kapazität gehen. Den mit 19,0 kW angegebenen Verbrauch auf 100 Kilometer für das Spitzen­modell unterbot der Ioniq 5 in Spanien sogar – und überzeugte durch charmante Details.

Das Solarzellen­dach (Sonder­ausstattung) lädt so viel Energie während eines Lade­stopps, dass man damit die Klima­anlage während eines Nickerchens betreiben kann. Da sich auf Knopf­druck die Vorder­sitze in ein Business-Class-Bett umwandeln lassen, gewann bei der spanischen Hitze diese Siesta­funktion unter den Testern schnell Freunde.

Andere clevere Ideen wie die um bis zu 13,5 Zentimeter elektrisch verschiebbare Rück­bank machen aus dem Ioniq 5 ein wirklich alltags­taugliches Raum­wunder mit bis zu 1559 Litern Lade­kapazität. Und wem einmal der Strom ausgeht im mobilen Alltag, der kann seinen Ioniq 5 auch zur Power­bank machen und allerlei End­geräte an der Außen­dose laden. Ein wirklich elegantes Alltags­auto ist Hyundai da gelungen. Man darf auf Ioniq 6 (Limousine) und Ioniq 7 (SUV) gespannt sein.

Hyundai Ioniq 5

Motor: Elektro

Leistung: 225 kW/305 PS

Max. Drehmoment: 605 Nm

0–100 km/h: 5,2 s

Spitze: 185 km/h (abgeregelt)

Batteriekapazität: 72,6 kWh

Verbrauch: 17,7–19,0 kWh/100 km (WLTP)

Reichweite: 460 km (WLTP)

CO₂-Emission: 0 g/km

Länge/Breite/Höhe: 4635/1890/1605 mm

Radstand: 3,0 m

Kofferraum: 499-1559 l

Leergewicht: 2095 kg

Getriebe: Eingangautomatik

Preis: ab 41.900 Euro

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