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Neue Studie belegt

E-Autos tanken Ökostrom großenteils privat zu Hause

Für eine sogenannte Wallbox gibt es 900 Euro Zuschuss vom Staat.

Wer eine eigene Wallbox zu Hause hat, bezieht in den meisten Fällen auch Ökostrom, ergab eine neue Studie.

Emissionsfreie E-Autos als Königsweg der Energiewende? Das ist noch mehr Theorie als Praxis. Denn obwohl laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (Isi) und der „Energieberatung ESA2“ 84 Prozent aller Elektroautobesitzer ihre Fahrzeuge zu Hause mit Ökostrom laden, sieht die Situation an öffentlichen Ladestationen häufig anders aus.

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Die Studie, die vom VW-Konzern gefördert wurde, macht die Diskrepanz zwischen öffentlichem Raum und privaten Ladestationen deutlich. So finden 59 Prozent aller Ladevorgänge im privaten Umfeld statt. Rund 30 Prozent der deutschen Haushalte bezogen im Jahr 2020 Ökostrom. Die E-Auto-Besitzer, die zu Hause laden, scheinen also bereits recht konsequent mit sauberem Strom versorgt zu sein.

Das Bild trügt allerdings in sofern, als dass der Bund von November 2020 bis Ende 2021 die Installation privater Ladepunkte gefördert hat. Voraussetzung für die staatlichen Zuschüsse war dabei, mindestens ein Jahr lang Ökostrom zu beziehen. Laut dem Branchendienst electrive.net waren allerdings per Stand November 2021 gerade einmal „200.000 der etwa 900.000 geförderten Ladepunkte bereits in Betrieb, also etwas mehr als 22 Prozent. Davon liegen etwa 30 Prozent an Mehrparteienhäusern, Reihenhäusern und Doppelhaushälften. Folglich wurden 70 Prozent an Einfamilienhäusern errichtet.“

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90 Prozent wollen E-Fahrzeug, um das Klima zu schützen

Die Motivation, ein E-Fahrzeug zu erwerben, so die Fraunhofer-Studie, liegt für 90 Prozent der Befragten im Klima- und Umweltschutz. Diese Überzeugung wird im öffentlichen Raum bisher jedoch noch nicht ausreichend unterstützt. Denn für die Klimabilanz eines Stromers ist entscheidend, woher die Versorger bei öffentlichen Ladepunkten ihren Strom beziehen. So schrieben die Studienautoren 142 Betreiber an – aber nur acht von ihnen machten konkrete Angaben zur Herkunft ihres Stroms.

Deshalb stellten die Autoren eine Hochrechnung auf. Zugrunde gelegt wurde dabei, dass der Bund nur solche öffentlichen Ladepunkte fördert, die nachweislich über einen Zeitraum von mehreren Jahren mit Ökostrom betrieben werden. So kam die Studie auf optimistische 84 Prozent bei Normalladepunkten und gut 75 Prozent bei Schnellladepunkten.

Elektroauto: Für die Wallbox braucht es ein Eigenheim

Allerdings: Zählt man alle Ladesäulen in Deutschland zusammen – unabhängig von ihrer Ladegeschwindigkeit – kommt man auf gerade einmal 27.700 Stück (Stand Februar 2022). Nicht berücksichtigt sind jedoch nicht subventionierte Ladesäulen – und auch der Prozentsatz an derzeit funktionsuntüchtigen Säulen ist in der Gesamtzahl enthalten. Zudem werden die entstehenden Kosten für das Tanken unterwegs nicht berücksichtigt.

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Und so bleibt das Fazit, dass klimaneutrale E-Mobilität vorerst wohl weiter nichts fürs kleine Portemonnaie ist, denn für Wallboxen braucht es in den weitaus meisten Fällen ein Eigenheim. Denn auch die Arbeitgeber hinken laut Fraunhofer-Studie hinterher: Nur 14 Prozent der Befragten gaben an, am Arbeitsplatz eine Lademöglichkeit zu haben.

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