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Vom Rad zum Pedelec

Swytch Max und Zipforce Distance: Zwei E‑Bike-Sets zum Nachrüsten im Test

Das Antriebspaket von Zipforce kann am Vorder- oder Hinterrad befestigt werden.

Das Antriebspaket von Zipforce kann am Vorder- oder Hinterrad befestigt werden.

Viele Fahrradbesitzer und -besitzerinnen stellen sich diese Frage: Soll ich wirklich komplett auf ein E‑Bike umsteigen – oder kann ich in mein gutes Analogfahrrad einen optionalen „elektrischen Rückenwind“ einbauen? Nachrüstmöglichkeiten gibt es viele. Wir haben die Angebote von zwei relativ neuen Anbietern ausprobiert.

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Zum Zug kamen die Macher von Zipforce aus Schweden, die sich für einen Vorder- oder Hinterradantrieb per Reibrolle entschieden haben. Und Swytch aus England. Deren Umrüst-Kit besteht aus einem exakt aufs Fahrrad abgestimmten Vorderrad inklusive Nabenmotor und einem kleinen Akku, der am Lenker platziert wird.

Der Swytch-Akku wird am Lenker befestigt und wiegt nur knapp über ein Kilo.

Der Swytch-Akku wird am Lenker befestigt und wiegt nur knapp über ein Kilo.

Bei Swytch ist sogar Werkzeug dabei

Beiden Lösungen ist gemeinsam, dass sie auch Menschen ohne Fahrradmechaniker-Ausbildung nicht vor unüberwindbare Hindernisse stellen. Und dass die gelieferten Sets so ziemlich alles enthalten, was man braucht. Mit Vorteilen für Swytch, wo sogar ein recht gut ausgestattetes Werkzeugtäschchen dabei ist.

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Der Swytch-Nabenmotor im Vorderrad fällt überhaupt nicht auf.

Der Swytch-Nabenmotor im Vorderrad fällt überhaupt nicht auf.

Bleiben wir bei dem englischen Nachrüstsatz: Entscheidend ist natürlich, dass im Vorfeld der Bestellung wirklich alle Details der Vordergabel und des Originalradsatzes korrekt weitergegeben werden. War das der Fall, steht im Fall eines Rades mit Scheibenbremsen ein für Laien eher ungewohnter Schritt bevor: Brems­scheibe vom alten Rad ab- und aufs Swytch-Rad draufschrauben. Das ist in der Praxis ganz einfach, auch wenn die Engländer auf Inbusschrauben setzen und am alten Rad Torxschrauben eingedreht waren – wohl dem, der das passende Werkzeug zu Hause hat.

Reifen und Schlauch ab- und anmontieren, Rad in die Gabel einsetzen, Achse festschrauben, Akkuhalter am Lenker und Sensor am Pedal befestigen, alle Kabelverbindungen zusammenstecken, mit den mitgelieferten Kabelbindern verzurren, den frisch geladenen 180‑Wattstunden-Akku einsetzen und fixieren: Das war’s auch schon.

Das Swytch-Kit macht aus praktisch jedem Analogfahrrad ein E‑Bike.

Das Swytch-Kit macht aus praktisch jedem Analogfahrrad ein E‑Bike.

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Bei Zipforce kann man den Reifen aussuchen

Das Zipforce Distance, das aus einem 250‑Watt-Motor mit integriertem 350-Wattstunden-Akku besteht und gerade mal 2,9 Kilo wiegt, wird vorn oder hinten über dem Reifen montiert. Dazu gibt es eine Standardlösung mit einer langen Schraube und einer Unterlegplatte. Wenn das beim gewählten Rad nicht passt, bieten die Schweden alternative Befestigungsmöglichkeiten an. In unserem Fall ging es fix: Befestigungskit am Hinterteil des Fahrrads montieren, dabei auf exakte Ausrichtung achten, Zipforce-Modul mit einem Klick in den Halter einrasten lassen und dann noch mit einem Drehknopf fixieren – fast fertig, denn zuvor muss noch der Bluetooth-Sensor mit einem Gummiring am Pedal befestigt werden.

Jetzt die zwei spannendsten Momente: Wie funktionieren die Antriebssysteme, sind sie wirklich ein Ersatz für ein „echtes“ E-Bike? Die Antworten unterscheiden sich leicht, denn die beiden Kandidaten haben spezielle Stärken und Schwächen.

Das Swytch in der Version Max mit nur exakt 1012 Gramm schwerem Akku sorgt für eine „elektrische“ Reichweite von rund 30 Kilometern und verwandelt das Analograd wirklich in ein echtes Pedelec. Mit dem aufpreispflichtigen Bedienteil am Lenker kann man zwischen fünf Unterstützungsstufen wählen, die höchste ist zwar nicht als Alpenbezwinger ausgelegt, schafft aber locker sanfte bis mittlere Steigungen. Weil der Vorderradmotor praktisch keinerlei Widerstand leistet, fährt sich das Rad jenseits der gesetzlich vorgeschrie­benen Unterstützungsgrenze von 25 km/h und mit ausgeschaltetem Motor exakt so wie vor dem Umbau, auch akustisch – ein echter Vorteil gegenüber dem Konkurrenten aus Schweden.

Am Drehknopf des Zipforce-Kits wird die Antriebskraft reguliert.

Am Drehknopf des Zipforce-Kits wird die Antriebskraft reguliert.

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Sehr knackig in der Ebene, hilfreich am Berg

Denn beim Zipforce-Einsatz gibt es zwangsläufig Geräusche, wenn die Antriebsrolle den Reifen in Schwung bringt. Im Fall des Testfahrrads war sogar ein neuer Mantel fällig, weil das ursprüngliche Offroad-Pneu und die Reibrolle ganz und gar nicht zusammenpassten und sehr unschöne Geräusche produzierten. Mit einem Straßenslick reduzierte sich der Antriebssound auf ein absolut erträgliches Maß, wobei sich die Hinterrad­montage als zusätzliche Geräuschdämpfungsmaßnahme erwies – nach hinten hört man einfach nicht so gut. Über ein kleines Drehrad lässt sich die Unterstützung stufenlos erhöhen, wer mag, kann das auch per App über das am Lenker befestigte Smartphone erledigen. Die Kraft des Antriebs entspricht in etwa der des Swytch-Motors: sehr knackig in der Ebene, hilfreich am (nicht zu steilen) Berg.

Beiden Systemen gemeinsam ist auch ihre Flexibilität. Wer unverschwitzt im Büro ankommen will, montiert mit wenigen Griffen das Zipforce oder mit zwei Griffen den Swytch-Akku. Und wer am Wochenende analog radeln will, lässt Antrieb oder Akku einfach zu Hause. Wegen seiner Platzierung im Vorderrad ist der Swytch-Motor einen Tick leiser und ohne Nachteile immer dabei, der Akku ist wirklich extrem leicht und für den Fall der Fälle problemlos in der Tasche zu transportieren. Der Zipforce-Nutzer sollte sich dagegen vor Fahrtantritt im Klaren sein, ob er „mit“ oder „ohne“ unterwegs sein will: Das knapp drei Kilo schwere Teil fällt sprich­wörtlich ins Gewicht. Und zerrt etwa im Rucksack ganz ordentlich an den Schultern.

Beim Zipforce-System übernimmt eine Reibrolle den Antrieb.

Beim Zipforce-System übernimmt eine Reibrolle den Antrieb.

Bleibt der Blick auf die Preise: Das getestete Zipforce Distance wird für 690 Euro verschickt, die Versionen Slim und One (läuft aus) mit 211- und 313-Wattstunden-Akku kosten jeweils 590 Euro. Für das Swytch Max werden aktuell im Rahmen einer Pre-Sale-Aktion 800 Euro plus 75 Euro Versand aufgerufen. Letztlich peilen die Briten aber einen Verkaufspreis von knapp 1.600 Euro an. Und das ist dann doch ganz schön happig.

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RND/SP-X

 

Technische Daten Pedelec-Nachrüstsatz – Zipforce Distance:

Antrieb: Reibrollenantrieb vorn oder hinten

Gewicht: 2900 Gramm

Leistung: 250 Watt

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Akku: 350 Wh

Reichweite: ca. 30–70 km

Höchstgeschwindigkeit: 25 km/h

Ladezeit: 4 Stunden

***

Technische Daten Pedelec-Nachrüstsatz – Swytch Max:

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Antrieb: Vorderrad-Nabenmotor

Gewicht: 1012 Gramm

Leistung: 250 Watt

Akku: 180 Wh

Reichweite: ca. 30 km

Höchstgeschwindigkeit: 25 km/h

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Ladezeit: 3 Stunden

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