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Front, Mittel oder Heck: Welcher E-Bike-Motor passt am besten zu Ihnen?

  • Die unterschiedlichen Positionen des Motors beeinflussen das Fahrverhalten nachhaltig.
  • Während der Frontmotor günstiger ist, weist der Mittelantrieb deutlich mehr Sicherheit auf.
  • Alle haben ihre Vor- und Nachteile, die sich je nach Gebrauch des E-Bikes unterscheiden.
David Schmiedhold
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Die Position des Motors hat entscheidenden Einfluss auf Handling und Fahrverhalten eines E-Bikes. Zur Wahl stehen drei Varianten: Front-, Mittel-, und Heckmotor. Wir sagen Ihnen, welche Option für wen geeignet ist.

Frontmotoren

Egal ob eine Naben- oder Kettenschaltung in Ihrem E-Bike verbaut ist, der Motor ist kompatibel und die Schaltung muss nicht angepasst werden. Daher eignet sich der Frontmotor auch als Nachrüstsatz gut. Aber auch das Thema “Unterstützung” spielt hierbei eine große Rolle und bietet einen Vorteil: Völlig unabhängig vom eingelegten Gang unterstützt der Frontmotor den Fahrenden von Beginn an und hilft so bereits bei der ersten Tretbewegung.

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Der Motor bringt einiges an Gewicht auf die Waage. Der Vorderradmotor von “Bafang” zum Beispiel wiegt allein bereits 2,8 Kilogramm – und da ist noch kein Extragewicht durch den Akku und die Technik einbezogen. Somit wird der Schwerpunkt des Bikes beeinflusst. Die Gefahr, dass das Vorderrad in einer nassen Kurve wegrutscht, steigt. Auch ein Reifenwechsel wird etwas arbeitsintensiver.

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Der Preis des Frontantriebs variiert, ist im Vergleich zum Mittelmotor aber die günstigere Variante. Da der Motor in der Narbe verbaut ist, bleibt er recht simpel und ist nicht so komplex wie ein Mittelantrieb. Zu beachten ist dabei aber, mit welcher Technik man den Antrieb kombiniert. Wählt man beispielsweise ein hochwertiges Display und Controller und will eine hohe Leistung haben, steigt der Preis. Je nachdem, wie man den Frontmotor kombiniert, ergibt sich ein niedriger beziehungsweise höherer Preis.

Fazit: Der Vorderradantrieb ist genau der richtige Motor für diejenigen, die viel Wert auf eine Anfahrtshilfe legen. Da der Frontmotor direkt bei der ersten Rollbewegung startet, fällt das Anfahren an Ampeln oder Steigungen deutlich leichter. Außerdem braucht man keine Sorge vor einem anstrengenden Rückweg zu haben, sollte der Akku unterwegs mal leer sein. Das Weiterfahren fühlt sich trotz fehlender Unterstützung nahezu wie auf einem normalen Fahrrad an.

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Mittelmotoren

Durch seine zentrale Position, zwischen den Laufradachsen und der tiefen Lage knapp über dem Boden gehört der Mittelmotor zu den meistverbauten Antrieben bei den Pedelecs. Die Position ermöglicht E-Bikes mit einem Mittelantrieb einen niedrigen Schwerpunkt – wodurch sie leichter zu handhaben sind. Die Rutschgefahr ist wesentlich geringer als bei einem Frontmotor. Außerdem ist ein Drehmomentsensor direkt im Motor verbaut. Das Modell von Bosch beispielsweise verfügt über ein ausgereiftes 3-Sensoren-Konzept. Hierbei werden über 1000 Messungen pro Sekunde vollzogen, was die Trittkraft, die Trittfrequenz und die Geschwindigkeit betrifft. Werden diese drei Komponenten bestens aufeinander abgestimmt, greift die Antriebskraft genau dann, wenn sie benötigt wird. Die Verzögerung ist durch die zentrale Position somit so gering wie möglich.

Kommt man zu den negativen Aspekten eines Elektrofahrrads mit einem Mittelmotor, ist der Preis zu nennen. Die besondere Lage des Motors fordert dem Rahmen einiges ab und die Antriebsstränge werden folglich deutlich höher belastet. Dies erfordert eine besondere Bauweise des Fahrrads, was zusätzliche Kosten mit sich bringt. Gut funktionierende und qualitativ ausreichende Mittelmotoren beginnen bei 500 Euro und ragen bis in den vierstelligen Bereich hinein. Zudem werden Kette und Ritzel durch den Mittelmotor stärker beansprucht.

Fazit: Der Mittelmotor benötigt, auch aufgrund der Optik, einen breiteren Rahmen, in dem der Antrieb verbaut werden kann. Es gibt Nachrüstsätze, allerdings sind diese nach dem Anbau sehr sichtbar und können das Design des Fahrrads verändern und stören.

Heckmotoren

Die Position des Motors ist beim Heckantrieb das ausschlaggebende Argument. Die Unterstützung kommt dort an, wo man sie von einem normalen Fahrrad gewohnt ist: am Hinterrad. Anders als beim Mittelmotor wird der Antriebsstrang nicht zu sehr beansprucht und belastet das E-Bike somit umso weniger. Wie auch der Frontmotor unterstützt der Heckmotor schon beim Anfahren. Die hinten am Fahrrad verbauten Motoren haben zudem einen geringen Verschleiß und sind deutlich leiser als ein Mittelmotor.

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Zu beachten ist allerdings, dass der Heckmotor meist mit einem Kettenschaltwerk verbunden ist. Der Verschleiß von Kette und Ritzel kann dadurch steigen und eine intensivere und häufigere Wartung ist erforderlich. Zudem ist der Reifenwechsel durch die enge Lage am Hinterrad, ähnlich wie beim Frontantrieb, wesentlich komplizierter. Als Nischenprodukt in der heutigen Zeit sind die Heckmotoren mit einer so genannten “Rekuperation”. Vereinfacht gesagt bedeutet dies: Energierückgewinnung. Auch bei den Frontmotoren ist dies möglich. Allerdings taucht diese Technik nur bei den wenigsten Motoren auf und wird eher bei den Rädern mit stärkerem Elektroantrieb genutzt. Da die E-Bike-Akkus mittlerweile eine Reichweite bis zu 130 Kilometern schaffen, ist dies auch nicht unbedingt nötig.

Fazit: Wer weniger auffallen will und dennoch eine hohe Unterstützung des Motors nutzen möchte, ist beim Heckmotor genau richtig. Wer sich mit einem Kettenschaltwerk und einer aufwendigeren Wartung zufrieden gibt, landet schlussendlich beim Antrieb an der Hinterachse.

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Wir haben diesen Text am 1. September an mehreren Stellen präzisiert und korrigiert.

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