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Caravaning mit E-Antrieb? „Diesem Trend verschließen wir uns natürlich nicht“

  • Bis 2025 erwartet Reisemobilbranche eine Verdoppelung der Zulassungen.
  • Und die Interessenten werden immer jünger.
  • Doch mit der Elektrifizierung tut sich die Branche noch schwer.
Arne Birken
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Hannover. Der Trend weg vom Verbrennermotor hin zur E-Mobilität hat nahezu alle Automobilkonzerne erfasst. Im boomenden Markt der Wohnmobile ist hingegen eine Aufbruchstimmung Richtung Elektrifizierung noch nicht so deutlich sichtbar. Ein zentraler Grund dafür: Der E-Antrieb macht die generell schon schweren Fahrzeuge noch schwerer und reduziert damit die mögliche Zuladung. Zudem sind Reisemobile für die Langstrecke ausgelegt. Auch in diesem Bereich können E-Autos mit Dieselreichweiten noch nicht mithalten.

Aber die Entwicklung hin zur weiteren Elektrifizierung läuft. Knaus Tabbert gehört zu den Giganten der Branche: über 3000 Mitarbeitende, Umsatz knapp 800 Millionen Euro. Stefan Diehl ist Kommunikationschef von Knaus Tabbert. Hier erklärt er, wie das Caravaning den Sprung ins E-Zeitalter anpeilt – und warum das Leihen vor dem Kaufen eine sehr gute Idee ist.

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Caravaning elektrisiert nun auch Jüngere - und verwandelt Golfplätze in Stellplätze
2:47 min
Weist ein Prototyp mit Range Extender den Weg in die verstärkte Elektrifizierung? Marktgigant Knaus Tabbert plant auch eigenes Chassis.  © Mhoch4
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Herr Diehl, wie ist der Stand der Dinge in Sachen Elektrifizierung von Reisemobilen?

E-Mobilität ist in aller Munde. Und diesem Trend verschließen wir uns natürlich nicht. Im Wohnwagenbereich gehen wir bereits in die Elektrifizierung. Bei den Reisemobilen werden wir den Prototyp eines selbst entwickelten Chassis auf dem Caravan Salon in Düsseldorf vorstellen. Der hat einen elektrischen Frontantrieb, und die Batterie wird über einen so genannten Range Extender, also Reichweitenverlängerer, regelmäßig geladen. So sind rein elektrisch 90 Kilometer möglich, mit Range Extender dann die gewohnten Reichweiten – aber eben nicht rein elektrisch.

Caravaning brummt so sehr, dass mancherorts die Kapazität von Stellplätzen nicht mehr ausreicht. Kann das den Boom stoppen?

Es stimmt, dass einige Plätze an ihre Grenzen stoßen. Aber es tut sich auch viel. Bei uns in Waldkirchen im schönen Niederbayern wird gerade ein Golfplatz in einen Stellplatz umgewandelt. Caravaning ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Je mehr Investoren, Städte, Landkreise und Gemeinden entdecken, dass Caravaning ein wertvoller Wirtschaftsfaktor für die jeweilige Region sein kann, umso mehr wird sich tun. Am Ende regelt alles der Markt. Die Corona-Pandemie hat der gesamten Branche noch mal einem Schub verliehen. Aber wir wachsen bereits seit sieben Jahren zweistellig.

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Verändert sich dabei die Gruppe der Interessierten?

Knaus Tabbert vermietet seine Fahrzeuge auch. Wir halten es für sehr sinnvoll, sich über das Anmieten Eindrücke verschiedener Modelle zu erschließen. Das kann für eine spätere Kaufentscheidung wertvoll sein. Dabei kommt jede zweite Mietanfrage von Neueinsteigern und zudem kommt jeden zweite Anfrage von unter 40-Jährigen. Caravaning wird jünger. Wir gewinnen neue, junge Kunden hinzu.

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In 2020 wurden 107.000 Fahrzeuge zugelassen, etwas zu zwei Drittel Reisemobile und zu einem Drittel Wohnwagen. Bis 2025 erwartet ihr Verband nahezu eine Verdoppelung der Anmeldungen auf 200.000. Ist das realistisch?

Das ist Arithmetik. Bei zu erwartenden 7 Prozent Zuwachs pro Jahr würde man da landen.

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