• Startseite
  • Digital
  • Zur Vorweihnachtszeit: Polizei warnt vor gefälschten Online-Shops

Zur Vorweihnachtszeit: Polizei warnt vor gefälschten Online-Shops

  • In der Vorweihnachtszeit boomt der Online-Handel.
  • Dann haben auch Betrüger Hochsaison, die auf Fake-Shops Kundendaten abgreifen.
  • Die Polizei rät dazu, das Impressum, die Widerrufsbestimmungen, Versandkosten und Zahlungsarten der Shops genau zu prüfen.
Anzeige
Anzeige

Gießen. Betrügerische Online-Shops werden nach Erfahrungen der Polizei immer besser in ihrer Aufmachung. "Wo man vor einigen Jahren Fake-Shops noch schnell erkannt hat, weil sie einfach schlecht aufgemacht waren mit Rechtschreibfehlern oder fehlendem Impressum, sind sie heute wesentlich professioneller", sagt Ulrich Kaiser, Präventionsexperte beim Polizeipräsidium Mittelhessen in Gießen.

Internet-Betrüger haben in der Vorweihnachtszeit Hochsaison

Der Warenbetrug führt demnach die Internet-Kriminalitätsstatistik deutlich an. Gerade wenn Kunden wie jetzt in der Vorweihnachtszeit noch mehr online einkaufen als sonst, hätten auch Internet-Betrüger Konjunktur. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2018 bundesweit fast 272.000 Fälle von Internet-Straftaten bekannt. Mehr als ein Drittel davon – rund 35,3 Prozent – entfiel auf den Bereich Warenbetrug. Dazu gehören Fälle, bei denen die bezahlte Ware nicht geliefert wird oder statt der bestellten Qualität Ramschware ankommt. In Hessen wurden im vergangenen Jahr fast 21.300 Fälle von Online-Warenbetrug registriert.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige
Gefälschte Onlineshops sind inzwischen so professionell, dass Kunden diese nicht mehr von echten unterscheiden können.

So erkennen Sie Fake-Shops

Kaiser rät dazu, unbekannte Online-Shops erst einmal zu prüfen und sich beispielsweise auf Bewertungsportalen oder bei Verbraucherzentralen zu informieren, ob andere Kunden schon negative Erfahrungen gemacht haben. "Oftmals sind es Kleinigkeiten, an denen Geschädigte hätten erkennen können, dass etwas nicht stimmt", sagt der Kriminaloberkommissar. So sollten seriöse Shops beispielsweise immer ein Impressum haben und über die Widerrufsbestimmungen sowie Versandkosten aufklären. Bei allzu gut klingenden Schnäppchen sei ebenfalls Vorsicht geboten. "Es gibt den Spruch: Erst denken, dann klicken. Wenn man das beachten würde, könnte man viel vorbeugen."

Anzeige

Misstrauen sei zudem angebracht, wenn die Ware nur per Vorkasse oder Bargeld-Transfersysteme bezahlt werden könne. "Normalerweise bieten seriöse Anbieter mehrere Zahlungsvarianten an", weiß Kaiser. Genau prüfen sollte man einen Shop auch, wenn das Geld auf ein Konto mit ausländischer IBAN überwiesen werden soll. In solchen Fällen sei es richtig schwer, das Geld wiederzubekommen.

Kunden sollten Online-Warenbetrug zur Anzeige bringen

Anzeige

Die Aufklärungsquote ist laut Polizei hoch: Der hessischen Kriminalstatistik zufolge lag diese 2018 im Bereich Waren- und Warenkreditbetrug bei mehr als 90 Prozent. Daher gelte: "Wenn man auf so etwas reingefallen ist, und auch wenn das vielleicht ein bisschen peinlich ist, bringen Sie es zur Anzeige", betont Präventionsexperte Kaiser.

RND/dpa