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Zu Besuch bei Assange: Wurden Journalisten, Anwälte und Ärzte überwacht?

  • Journalisten des Norddeutschen Rundfunks (NDR) haben Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London besucht.
  • Nun hat der Sender Anzeige gegen ein spanisches Sicherheitsunternehmen erstattet.
  • Der Grund: Journalisten, Anwälte und Ärzte könnten ausgespäht worden sein.
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Hamburg. „Der NDR geht davon aus, dass seine Mitarbeiter ausgespäht wurden und so ihre Persönlichkeitsrechte und auch das Redaktionsgeheimnis verletzt wurden“, teilte der Sender mit. Das Ausmaß sei noch nicht bekannt.

NDR erstattet Anzeige: Für Datenschutz und Persönlichkeitsrechte

Der NDR beruft sich auf Dokumente und Videoaufnahmen, die nach eigenen Angaben dem Sender sowie dem WDR vorliegen. Betroffen von der Überwachung seien demnach neben Ärzten und Anwälten von Assange offenbar auch deutsche Journalisten, darunter drei NDR-Mitarbeiter.

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Die Besuche der Journalisten bei Assange in London waren demnach zwischen 2012 und Ende 2017. Die Anzeige wegen des Verstoßes gegen datenschutz- und persönlichkeitsrechtliche Bestimmungen richte sich gegen ein spanisches Unternehmen und ging am Donnerstag an den nationalen Gerichtshof in Madrid.

Die rechtswidrige Totalüberwachung von Julian Assange

Assange ist der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks. Die USA fordern seine Auslieferung. US-Ankläger werfen ihm vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, an geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu gelangen. Derzeit sitzt Assange in einem Gefängnis in Großbritannien, davor war ihm das Asyl in der ecuadorianischen Botschaft nach mehreren Jahren entzogen worden.

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Bereits im April hatte die Enthüllungsplattform Wikileaks Ecuador vorgeworfen, eine rechtswidrige Totalüberwachung von Assange in der Botschaft begonnen zu haben. Man sei auf die Überwachung aufmerksam geworden, nachdem jemand in Spanien versucht habe, Videos und Fotos von Assange zu verkaufen.

RND/dpa