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Youtuber bei der Gamescom 2019: Das Erfolgsgeheimnis der Influencer

  • Auf der Gamescom laden Gaming-Influencer ihre Fans zum Meet & Greet.
  • Die Profis lassen ihre Follower auf Plattformen wie Youtube und Twitch an ihren Spielen teilhaben.
  • Für das Marketing der großen Hersteller sind Influencer aus vielen Gründen mittlerweile unverzichtbar.
Jan Bojaryn
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Köln. Der Weg von den anderen Messehallen hin zu Halle 11.2 ist weit. Es geht über den Hof, durch ein leeres Foyer, weit weg von den anderen Publikumsbereichen. Auf dem Weg zum Meet & Greet der Gamescom verwandelt sich das Publikum merklich. Es wird immer jünger. Nicht nur Jugendliche, auch viele Kinder tummeln sich in der weitläufigen Halle.

Hier reihen sich Fans bereitwillig in eine von zwei „Signing Areas“ ein, weil ihre Stars zur Autogrammstunde bitten. Die bekannten Gamer sind auf den ersten Blick nicht leicht zu erkennen. Einer steht vor seinem Auftritt locker in einem Grüppchen mit jungen Leuten zusammen. Aber ist er das wirklich? Ein junger Fan mit voluminösem Seitenscheitel joggt aufgeregt von seinem Platz in der Warteschlange auf den Mann zu, hält inne und rennt dann aufgeregt zu seinen Freunden zurück, die ihm den Platz freigehalten haben. „Das ist er!“, ruft er aufgeregt. „Guck mal, wie der aussieht. Der hat jetzt schwarze Haare.“ Sein Freund ist skeptisch. „Nein, das ist der nicht. Hat der eine Brille?“

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Gaming-Fans stehen stundenlang Schlange

Doch das ist er: Florian „DerHeider“ Heider arbeitete früher als Journalist, jetzt ist er Youtuber und verbreitet dort auf zwei Kanälen Spielestreams und bissige Comedy-Monologe. Damit steht er für zwei zentrale Unterhaltungsformate, die junge Menschen sich auf Youtube und Live-Streaming-Plattformen wie Twitch anschauen. Heider ist Profi. Er setzt ein verschmitztes Grinsen auf, winkt dem jubelnden Publikum zu und stellt sich demonstrativ vor den Signiertisch - anstatt dahinter Platz zu nehmen. Es geht darum, die Distanz zu verringern.

Die Fans warten beim Meet & Greet der Gamescom meist einige Stunden, um ihre Vorbilder persönlich zu treffen. © Quelle: Jan Bojaryn/RND

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Die Schlangen an den „Signing Areas“ der Gamescom sind mindestens so lang wie bei den Großproduktionen ein paar Hallen weiter. An ihrem Ende warten keine Videospiele sondern Menschen. Dass die für ihre Fans greifbar sind, ist ein wesentlicher Teil des Erfolgsgeheimnisses. Zwei Teenager kommen gerade von der benachbarten Bühne. Sie erklären gern, wer das ist: „Das sind die Youtuber, die sich Crew nennen, also GamerBrother, TisiSchubech, DerKeller und NoHandsGaming“. Anderthalb Stunden haben sie in der Schlange gestanden für ein paar Fotos und Autogramme. Woher die Begeisterung? „Weil sie einfach coolen Content machen.“ Die vier Youtuber spielen wie ihre Fans das Spiel FIFA. So wirkt das Quartett nicht wie ferne Stars, sondern eher wie ein erweiterter Freundeskreis, vielleicht auch wie ein Vorbild.

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Starallüren wären tödlich für das Geschäft. Auch die vier Crew-Mitglieder umarmen ihre Fans, nehmen für Selfies selbst das Handy in die Hand. Die jungen Männer scherzen geduldig mit Kindern, die tomatenrot auf die Bühne treten. Die meisten Influencer haben ein strammes Programm zu absolvieren. Zwei volle Stunden stehen „DerHeider“ und die Crew auf der Bühne. Auch in den anderen Hallen der Gamescom sind sie gefragte Gäste. Heider etwa hat auf der Spielemesse gleich drei Autogrammstunden, zwei Bühnenauftritte und zwei Twitch-Streams geplant. Die Influencer machen Spiele bekannt. Was sie loben, das mögen auch ihre Fans. Marketing in der Spielebranche funktioniert nicht mehr ohne sie.

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