• Startseite
  • Digital
  • Xiaomi und Datenschutz: Smartphone-Hersteller soll Nutzer ausspähen

Xiaomi soll Nutzer ausspähen: Smartphone-Hersteller reagiert mit Updates

  • Dem chinesischen Smartphone-Hersteller Xiaomi wird vorgeworfen, die Nutzungsdaten seiner Kunden abzugreifen.
  • Unter anderem sollen besuchte Webseiten und Suchanfragen gespeichert werden.
  • Xiaomi reagiert in mehreren Statements und schickt Updates.
Anzeige
Anzeige

Sicherheitsexperten haben in einem Bericht des “Forbes”-Magazin vor Datenmissbrauch durch den Smartphone-Hersteller Xiaomi gewarnt. Die Fachleute haben unter anderem in den Handyreihen Mi und Redmi feststellen können, dass sensible Daten der Nutzer an Server des chinesischen Techgiganten Alibaba weitergeleitet wurden, die von Xiaomi gemietet wurden. Die Daten beinhalten demnach Informationen über besuchte Webseiten und Onlinesuchabfragen in Kombination mit einer spezifischen Nutzerkennung des Kunden. Ebenfalls sollen die verwendete Android-Version, das Smartphone-Modell sowie Basiseinstellungen übermittelt worden sein.

Selbst wenn die Nutzer im Inkognitomodus surften, wurden die Daten offenbar an die Server weitergeleitet. Auch zwei Browser-Apps von Xiaomi – der Mi Browser Pro und der Mint Browser – sollen Daten an Server übermittelt haben. So ergeben sich laut IT-Spezialist Gabriel Cirlig eindeutige Profile, anhand derer die Nutzer identifiziert werden können. “Es ist eine einzige Hintertür mit Telefonfunktion”, zitiert “Forbes” Cirlig.

Xiaomi veröffentlicht Browser-Updates

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

In einer Erklärung bezog Xiaomi Stellung zu den Vorwürfen. Demnach sei die “Forbes”-Berichterstattung teilweise zutreffend, man halte sich aber an die gesetzlichen Datenschutzverordnungen. Darüber hinaus würden die Daten nur anonymisiert gesammelt und seien nicht auf den Nutzer zurückzuführen. Bei der Verwendung des Inkognitomodus würden keine Daten abgegriffen werden, so Xiaomi weiter. Über die Informationen aus der Suchabfrage wolle man den Service verbessern und unter anderem herausfinden, welche Webseiten besonders langsam reagierten. Sicherheitsexperte Gabriel Cirlig und sein Kollege Andrew Tierney kamen in ihren Untersuchungen jedoch zu anderen Schlüssen.

Anzeige

Xiaomi hat wiederum reagiert und eine ganze Reihe Blogposts veröffentlicht, in denen das Unternehmen sein Vorgehen verteidigt. “Die Privatsphäre und die Internetsicherheit unserer Nutzer haben bei Xiaomi höchste Priorität. Wir sind zuversichtlich, dass wir die örtlichen Gesetze und Vorschriften vollständig einhalten”, heißt es unter anderem. Zudem hat der chinesische Hersteller Updates für seine Apps Mi Browser und Mint Browser veröffentlicht. Künftig sollen die Browsernutzer die Möglichkeit haben, die Datenübertragung im Inkognitomodus aktiv ein- und auszuschalten.

RND/mkr

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen