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  • WWDC 2021: Apples neues Betriebssystem ist ein Angriff auf Google, Facebook und Amazon

Apples neue Software: Mehr Datenschutz und smarte Funktionen über alle Geräte

  • Die Vorstellung der neuen Betriebssoftware für den Apple-Kosmos auf der Entwicklerkonferenz WWDC, stellt einen Angriff auf Facebook, Amazon und Google dar.
  • Denn zum einen soll die Software von iPhones, iPads und Macs smarter und sicherer werden, was die Datenabschöpfung erschwert.
  • Und dann wildert Apple auch noch im Bereich Suchmaschinen und Bilderkennung – und macht seine Spracherkennung Siri Herstellern von Hausgeräten zugänglich.
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Cupertino. Apple setzt im Konkurrenzkampf um Nutzer von Smartphones und Computern auf Datenschutz und smarte Funktionen. Am Montag angekündigte neue iPhone-Software soll Text in Fotos auslesen können, auf den Geräten wird automatisches Übersetzen in andere Sprachen möglich, die Videochat-App Facetime wird nach dem Boom von rivalisierenden Diensten wie Zoom in der Corona-Krise deutlich ausgebaut. Zugleich stärkt Apple den Schutz der Privatsphäre mit neuen Funktionen wie Sperren gegen die Nachverfolgung des Nutzerverhaltens bei E-Mails und im Webbrowser Safari. Das gilt sowohl für die mobilen Betriebssysteme iOS 15, iPadOS 15 wie auch für das neue macOS 12.

Siri steht jetzt auch Hausgeräte-Herstellern zur Verfügung

Dabei werden zwei Dienste, die bisher nur auf Apple-Geräten verfügbar waren, auch für Nutzer von Technik anderer Anbieter zugänglich. Zum einen werden Hersteller von Hausgeräten die Sprachassistentin Siri integrieren können. Diesen Weg gehen bereits Amazon mit der Assistenzsoftware Alexa und Google mit seinem Assistant. Zum anderen werden sich Nutzer von Android-Smartphones und Windows-Computern künftig auch in Facetime-Videochats einwählen können. Dafür wird man Nutzer in einen Facetime-Chat auch über einen Link einladen können – so wie es etwa beim Videokonferenzdienst Zoom üblich ist.

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In der Brieftaschenfunktion (Wallet) des iPhones und der AppleWatch wird im laufe des Jahres in den USA eine elektronische Ausweisfunktion freigeschaltet. Wann diese Neuerung nach Deutschland kommt, ist noch unklar. Ebenfalls im Wallet abspeichern lassen sich elektronische Autoschlüssel. BMW ist der erste Hersteller, der diese Funktion ermöglicht.

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Facetime bekam in der Präsentation zum Auftakt von Apples Entwicklerkonferenz WWDC am Montag ein weitreichendes Update. So wird man mit Hilfe der App künftig gemeinsam Musik hören und Videos ansehen können, ohne den Chat zu unterbrechen. Die Funktion wird unter anderem für den Streaming-Dienst Disney+, aber auch für die Video-App Tiktok verfügbar sein.

Man kann zum Beispiel gemeinsam mit Freunden, die an unterschiedlichen Orten sind, dieselbe Sendung über die Fernsehbox Apple TV auf dem Fernseher anschauen und sich über das Geschehen austauschen. Apple bessert Facetime auch mit der Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen und einem Porträt-Modus mit verschwommenem Hintergrund auf.

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Mit einer Maus über alle Apple-Geräte

In einer aufsehenerregenden Neuerung lässt Apple nebeneinander positionierte Mac-Computer und iPad-Tablets mit Maus und Tastatur bedienen als wäre es ein Gerät, ohne sie dafür speziell verbinden zu müssen. Der Konzern nennt die Funktion „Universal Control“.

Siri kann für die Spracherkennung künftig ohne Internet-Verbindung auskommen. Bisher wurden die Aufnahmen dafür zur Verarbeitung an die Apple-Server und wieder zurück geschickt. Die Erkennung direkt auf dem Gerät steigert zum einen die Datensicherheit, macht die Software zum anderen auch schneller. Wenn Anwender aktiv zustimmen, werden aber mit Siri auch in Zukunft anonymisierte Daten in die Apple-Cloud gesendet, damit der Dienst mit maschinellem Lernen weiter verbessert werden kann.

Zu weiteren Datenschutz-Funktionen gehört das Blockieren von Nachverfolgungs-Pixeln in E-Mails. Auf diese Technologie greifen etwa Absender von Werbung zurück, um zu erfahren, ob und wo eine E-Mail geöffnet wurde.

Außerdem sichert Apple für Kunden seiner Abo-Dienste künftig die Datenübertragung mit zusätzlicher Verschlüsselung ab. Die Funktion „Private Relay“ ist Teil eines neuen Abos iCloud+ und soll besser als herkömmliche VPN-Dienste die übertragenen Daten abschirmen. Im Unterschied zu einem klassischen VPN-Dienst („Virtual Private Network“) können die Kunden aber keinen virtuellen Standort auswählen, um zum Beispiel von Deutschland aus Streaming-Inhalte anschauen zu können, die eigentlich Zuschauern in den USA vorbehalten sind.

Gesundheit steht immer mehr im Fokus

Immer weiter ausgebaut werden die Gesundheitsfunktionen der Apple-Geräte. So werden das iPhone und die Apple Watch künftig den Gang eines Nutzers analysieren können, um ihn vor einem erhöhten Fallrisiko zu warnen. Auch die Atemfrequenz während des Schlafs wird durch das neue watchOS 8 beobachtet und analysiert. In den USA kooperiert Apple mit medizinischen Einrichtungen, damit die Gesundheits-Anwendung „Health“ aktuelle Laborergebnisse direkt in der App anzeigen und interpretieren kann.

Die neuen Funktionen sorgten dafür, dass verschiedene Elemente von Apples Ökosystem enger miteinander verzahnt werden, kommentierte der langjährige Branchenanalyst Gene Munster die Ankündigungen. Das erleichtere die Nutzung der Produkte. Die neuen Betriebssysteme macht Apple traditionell im Herbst verfügbar. Die Funktionen werden aber bereits jetzt vorgestellt, damit Entwickler sie rechtzeitig in ihre Apps integrieren können.

Während Apple mit einigen Funktionen wie „Universal Control“ Neuland betritt, versucht der Konzern etwa mit der Spracherkennung in Fotos auf dem iPhone zu Google aufzuschließen. Bei dem Internet-Konzern gibt es das in dem Dienst Google Lens schon seit einigen Jahren.

RND/dpa/dk

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