• Startseite
  • Digital
  • Wie ist es, wenn die Tochter eine erfolgreiche Influencerin ist, Familie Schiffner?

Wie ist es, wenn die Tochter eine erfolgreiche Influencerin ist, Familie Schiffner?

  • Lisa-Marie Schiffner hat über eine Million Follower auf Instagram – mit gerade mal 19 Jahren ist sie äußerst erfolgreich.
  • Ihre Eltern, Andrea und Christian Schiffner, unterstützen ihre Tochter, die – wie die beiden sagen – zur Marke geworden ist.
  • Sie verraten im RND-Interview, wo bei ihnen Grenzen liegen und welche Frage Lisa-Maries Karriere nachhaltig beeinflusste.
|
Anzeige
Anzeige

Mehr als 1,3 Millionen Follower auf Instagram, namhafte Werbepartner, um die Welt reisen (als es noch ging, selbstverständlich) und die Familie als Unterstützung immer im Rücken. Die Welt der Lisa-Marie Schiffner sieht traumhaft aus – doch dahinter steckt harte Arbeit. Das wissen Lisa-Maries Eltern, Vater Christian ist inzwischen der Manager der Influencerin. Wie das Familienleben mit einer Influencerin aussieht, erzählen die beiden im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Ihre Tochter Lisa-Marie (19) ist eine erfolgreiche Influencerin und hat etwa auf Instagram mehr als eine Million Follower. War das so geplant?

Christian Schiffner: Nein, wir sind da komplett hineingewachsen. Lisa-Marie war schon früh kreativ, hat viel gezeichnet und gemalt. Irgendwann wollte sie dann unbedingt eine Kamera, die gab es zu Weihnachten und zum Geburtstag. Dass sie so erfolgreich geworden ist, ist ihrem eigenen Ehrgeiz zu verdanken. Sie hat einfach Spaß daran.

Anzeige
Unterstützung und Zusammenhalt bei Familie Schiffner: Eine gewisse Akzeptanz müssten alle Familienmitglieder aufbringen, sagt Vater Christian. © Quelle: Schiffner

Ihr erstes Bild auf Instagram postete Lisa-Marie mit 14 Jahren. Wie sind Sie damals damit umgegangen?

C. Schiffner: Wir haben am Anfang wirklich sehr rigoros darauf geachtet, was sie dort macht. Uns war in diesem Alter sehr wichtig, dass alles, was online geht, von uns abgesegnet ist. Instagram war damals sehr neu, dementsprechend mussten auch wir als Eltern uns erst mal in das Medium hineinfinden. Inzwischen gibt es dafür ja Guides sowohl für Eltern als auch Kinder. Aber damals war das wirklich Pionierarbeit.

Andrea Schiffner: Es ist sehr wichtig, dass man das nötige Vertrauen in sein Kind hat und immer alles offen anspricht. Ich denke aber auch, dass man sich als Elternteil immer besser als sein Kind auskennen muss, egal in welchem Bereich man es unterstützt. Dass etwa Onlinemobbing seinen Lauf nimmt, liegt oft daran, dass nichts besprochen oder kontrolliert wurde.

Anzeige

Welche Grenzen haben Sie damals gezogen?

A. Schiffner: Grundsätzlich war uns wichtig, dass sie nicht zu viel Haut zeigt, da bin ich ganz ehrlich. Gleichzeitig haben wir auch darauf geachtet, dass Lisa-Marie ihre Natürlichkeit bewahrt und nicht versucht, etwas darstellen zu wollen, das sie nicht ist. Aber diese Bedenken wurden schnell ausgeräumt, weil wir gemerkt haben: Sie hat bestimmte Werte und auch genaue Vorstellungen davon, was sie zeigen will und was nicht.

Anzeige

Auch andere Familienmitglieder müssen Akzeptanz mitbringen

Ihre ganze Familie ist sehr präsent auf Lisa-Maries Account, auch die jüngeren Kinder. Gibt es da Regeln?

A. Schiffner: Ich denke, es ist wichtig, dass man uns als natürliche Komponente wahrnimmt. Wir sind, wie wir sind. Da muss man nichts verstecken. Aber natürlich gibt es auch hier Grenzen, wie zum Beispiel, dass man unsere vierjährige Tochter, Emilia, sehr bedacht zeigt.

Anzeige

C. Schiffner: Wir achten auch darauf, dass es akzeptiert und respektiert wird, wenn jemand keine Lust hat, gefilmt oder fotografiert zu werden. Wir besprechen auch einiges im Familienplenum. Ich mache ja inzwischen das Management für Lisa-Marie und es gibt Projekte, wie etwa Fotostrecken, die sich in unserem Haus abspielen. Da müssen die anderen Familienmitglieder natürlich eine gewisse Akzeptanz mitbringen. Es geht ja nicht, dass ständig jemand durch das Bild läuft.

Inzwischen ist Lisa-Maries Hobby zu ihrem Beruf geworden. Wie haben Sie diesen Prozess begleitet?

A. Schiffner: Es war nicht vorauszusehen, dass Lisa-Marie so eine Marke wird. Das ist ein jahrelanger Prozess gewesen. Aber ich habe immer versucht, das nicht nur als Mama zu betrachten, sondern auch unternehmerisch. Es gab dann irgendwann den Punkt, an dem ich Lisa-Marie gefragt habe: „Wo soll die Reise hingehen?“ Wir haben Zahlen, Daten, Fakten angeschaut und sie hat auch ihre unternehmerischen Wünsche geäußert. Wir haben ihr auch ermöglicht, die Schule zu pausieren, um zu schauen, was möglich ist.

Wir wollten sie nicht nur als Eltern unterstützen, sondern ihr auch mit unseren geschäftlichen Erfahrungen Rückhalt geben. Seit Christian das Management übernommen hat, merke ich, dass nicht nur auf die Marke Lisa-Marie Schiffner geschaut wird. Weil man als Vater sieht: Das ist jetzt zu viel des Guten oder das würde sie überfordern.

Anzeige

„Dieser Job ist kein Zuckerschlecken“

Was würden Sie Eltern raten, die in diesem Bereich keine Erfahrung haben, deren Kinder aber unbedingt erfolgreiche Influencer werden wollen?

C. Schiffner: Lisa-Marie hatte zeitweise auch ein externes Management. In dem Bereich gibt es seriöse Angebote, die wirklich sehr bedächtig arbeiten und eine gute Betreuung machen. Aber es gibt auch viele, die dir irgendwas versprechen und denen es nur darum geht, schnell Geld zu machen. Das gilt aber auch für die Content-Creator selbst: Wenn man das nur machen möchte, um ganz viel Geld zu verdienen, dann wird das in den wenigsten Fällen gut gehen. Das Wichtigste ist, dass man mit Spaß an der Sache ist. Denn dieser Job ist kein Zuckerschlecken.

A. Schiffner: Der Erfolg hat schon seinen Preis. Man muss darauf achten, dass man nicht von anderen ausgebrannt wird oder sich selbst verheizt. Von außen sieht das einfach aus ist, aber der Job ist unglaublich fordernd und braucht sehr viel Disziplin und Herzblut. Wenn Lisa-Marie für ein Bild einen halben Tag im Schnee steht und dann fast blaue Füße hat, sieht das keiner, weil das Bild schön aussieht.

Lisa-Maries Instagram-Account sieht wunderschön aus. Ist das nicht ein großer Druck, immer perfekt sein zu müssen?

C. Schiffner: Lisa-Marie ist einfach Perfektionistin. Sie hat es schon als Kind geliebt, wenn Dinge perfekt sind. Aber als sie zum Beispiel die Pille abgesetzt hat, da hat sie auch gezeigt, dass sie danach Probleme mit der Haut hatte. Um anderen auch den Druck zu nehmen, perfekt sein zu müssen.

A. Schiffner: Ich glaube, es geht gar nicht um Perfektion, die liegt ja eigentlich immer im Auge des Betrachtes, sondern um Echtheit. Lisa-Marie ist eben einfach ein wunderschönes Mädchen. Für uns als Eltern ist es aber wichtig, dass sie nicht irgendeinem Ideal nacheifert, sondern wir ihr als Eltern das Gefühl geben, so, wie du bist, bist du perfekt. Wenn du ein gesundes Selbstbewusstsein hast, dann stehst du dazu, wer du bist und was du darstellst.

Onlinewelt war „harte Schule“

Negative Kommentare, zu wenig Herzchen: Dieses gesunde Selbstvertrauen kann einem doch auf Instagram schnell abhandenkommen, oder?

A. Schiffner: Ich glaube, man muss seinen Kindern generell relativ schnell klarmachen, dass es nicht nur Gönner im Leben gibt, sondern auch viele Hater, Neider und Menschen, die mit ihrem eigenen Leben unzufrieden sind und das dann auf andere projizieren. Wenn man diesen realistischen Blick auf das Leben hat, dann prallen solche unintelligenten Aussagen ab. Das ist für viele Jugendliche wahrscheinlich im realen Leben oft schwieriger als in der Onlinewelt. Auch Lisa-Marie musste da durch ein harte Schule.

C. Schiffner: Am Anfang fanden alle es super, was sie getan hat. Aber als ihr die ersten Kooperationen angeboten wurden, sie mal eine Handtasche oder etwas zum Anziehen zugeschickt bekommen hat, da gab es auch Neid.

A. Schiffner: Ich habe ihr damals die Frage gestellt: Willst du das für dich machen oder willst du für die anderen aufhören, damit Ruhe ist? Sie hat dann gesagt: „Ich will das für mich.“ Sie sagt sehr oft zu mir: „Mama, ich bin froh, dass du das damals so gefragt hast.“

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen