Wie geht Facebook in Zukunft mit „Deepfake“-Videos um?

„Deepfake“-Videos sind manipuliert, wirken aber täuschend echt. Das birgt viele Risiken. Bisher behandelt Facebook die Videos wie andere Falschnachrichten – doch nun scheint Mark Zuckerberg einen anderen Ansatz wählen zu wollen.

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San Francisco. Das soziale Netzwerk Facebook prüft, wie es mit sogenannten Deepfake-Videos umgehen soll. Es ergebe vielleicht Sinn, solche Aufnahmen anders zu behandeln als etwa Falschnachrichten, erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch beim Aspen Ideas Festival in Colorado. Man müsse sich fragen, ob "Deepfakes" eine "komplett andere Kategorie" seien als Falschinformationen. Die Entwicklung von Richtlinien zu solchen Videos sei wichtig, da sich Künstliche Intelligenz ständig weiterentwickele.

"Deepfake"-Videos werden mit Künstlicher Intelligenz und Hightech-Programmen zusammengesetzt. Sie wirken wie realistische Aufnahmen, sind aber gefälscht. Die potenziellen Gefahren sind erst in den vergangenen Jahren deutlicher geworden.

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Verbot von Deepfake-Videos sinnvoll?

In der Vergangenheit hatten Facebook-Manager stets gesagt, „Deepfakes“ sollten genau wie andere falsche oder irreführenden Informationen behandelt werden. Zuckerbergs Erklärungen nun deuten einen Richtungswechsel an, möglicherweise bis hin zum Verbot solcher manipulierter Videos auf Facebook.

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Dies würde allerdings weitere Schwierigkeiten nach sich ziehen – Videos etwa, die Satire, Kunst und politisch diverse Meinungen zeigen, könnten von einem etwaigen zu weit gefassten Verbot betroffen sein. Andere Videos wiederum könnten erlaubt bleiben, wie etwa eine manipulierte Aufnahme von US-Topdemokratin Nancy Pelosi Ende Mai. Sie war so verändert worden, dass es schien, als sei Pelosi betrunken und würde lallen. Das Video fällt aber nicht unter die Definition „Deepfake“.

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Von RND/AP