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Whatsapp: Europäische Verbraucherschützer kritisieren neue Datenschutzregeln

  • Seit einem Update im Mai steht der Kurznachrichtendienst Whatsapp in der Kritik, mehr Nutzerdaten mit der Konzernmutter Facebook zu teilen.
  • Der europäische Verbraucherverband Beuc wirft Whatsapp vor, Nutzerinnen und Nutzer zur Annahme der Datenschutzregeln gedrängt zu haben.
  • Whatsapp räumte Missverständnisse ein und will mit einem neuen Update transparent kommunizieren, welche Daten wofür gesammelt werden.
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Brüssel. Ein europäischer Verbraucherverband wirft Whatsapp in einer Beschwerde vor, Nutzerinnen und Nutzer auf unlautere Weise zur Annahme der neuen Datenschutzregeln gedrängt zu haben. Zum einen nimmt die Verbaucherschutz-Organisation Beuc die per Benachrichtigung verschickten Aufforderungen, die geänderten Richtlinien anzunehmen, ins Visier. Sie hätten die Nutzerinnen und Nutzer unter Druck gesetzt und damit die EU-Regeln gegen unlautere Geschäftspraktiken verletzt, argumentierte der Verband in seiner Beschwerde unter anderem bei der EU-Kommission am Montag.

Zum anderen kritisiert Beuc, die neuen Regeln seien so unklar formuliert, dass die Nutzerinnen und Nutzer nicht verstehen könnten, welche Folgen für ihre Daten eine Annahme hat. Auch dies verletze europäische Verbraucherschutzgesetze, die klare und transparente Kommunikation einforderten.

Keine Konsequenzen mehr zu befürchten, wenn man den Regeln nicht zustimmt

Whatsapp entgegnete wie schon zu früherer Kritik, die Beschwerde basiere auf einem Missverständnis der Ziele und Folgen der neuen Regeln. Das Update erkläre die Möglichkeiten zur Kommunikation mit Unternehmen über Whatsapp und mache transparenter, wie Daten gesammelt und verwendet würden.

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Der zu Facebook gehörende Chatdienst hatte nach der Kritik an den im Januar angekündigten Regeln einen Rückzieher gemacht. Ursprünglich sollten Nutzerinnen und Nutzer, die dem Update nicht zustimmen, mit der Zeit den Zugriff auf Grundfunktionen verlieren. Inzwischen drohen ihnen keine Konsequenzen mehr. Nur die neuen Funktionen zur Kommunikation mit Unternehmen wird man lediglich nach Zustimmung zum Update nutzen können. Whatsapp zufolge waren sie der zentrale Grund für die Änderung der Nutzungsbedingungen.

Großteil der Nutzerinnen und Nutzer akzeptiert laut Whatsapp die neuen Regeln

Auslöser für die Kritik war die Einschätzung, dass mit dem Mitte Mai in Kraft getretenen Update mehr Daten mit der Konzernmutter Facebook geteilt werden sollen. Whatsapp weist dies zurück. Zugleich wird betont, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, mit der auch der Dienst selbst keinen Zugang zu Inhalten habe, nicht aufgeweicht werde. Whatsapp hat mehr als zwei Milliarden Nutzerinnen und Nutzer.

Whatsapp-Chef Will Cathcart räumte vor einigen Wochen Fehler bei der Ankündigung der neuen Regeln ein. „Wir müssen klar kommunizieren, was wir machen und warum.“ Dies habe Whatsapp verpasst. „Wir wurden erst klarer, als wir die Verwirrung sahen. Das geht auf unsere Kappe“, sagte er. Ein Großteil der Nutzerinnen und Nutzer akzeptiere die neuen Regeln, betonte Cathcart.

RND/dpa

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