Bundeskartellamt kritisiert Werbung auf Samsung-TVs

  • Kunden beschweren sich über die Werbung, die Samsung auf seinen TV-Geräten ausspielt.
  • Nun hat auch das Kartellamt das Vorgehen des Herstellers kritisiert.
  • Über die Routereinstellungen lassen sich die Anzeigen blockieren.
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Auf smarten Samsung-Fernsehern wird Kunden immer wieder Werbung ausgespielt. Die Anzeigen sind nicht etwa Teil des TV-Programms, sondern direkt im Menü des Geräts verankert. Im Kundenforum des Herstellers finden sich zahlreiche Beschwerden über das Vorgehen. Wie der “Spiegel” berichtet, hat nun auch das Bundeskartellamt die Werbeausspielungen auf den Fernsehern kritisiert. Das Einblenden in dieser Form sei “eine unzumutbare Belästigung”, teilte ein Sprecher dem Nachrichtenmagazin mit.

Die Werbung wird meist in Form eines Banners ausgespielt, das sich oberhalb des On-Screen-Menüs befindet, wie auf diesem Tweet zu sehen ist.

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Wie Samsung selbst mitteilt, wird die Werbung mittels “automatischer Inhaltserkennung” auf die Nutzer zugeschnitten. Dazu verwertet der Hersteller Informationen zu gesehenen Inhalten aus dem linearen Fernsehen, Streamingangeboten und weiteren Apps. So könnten Werbekunden direkte Erkenntnisse über das Zuschauerverhalten auf Smart-TVs gewinnen, heißt es auf der Samsung-Website zum Thema Ads. Bisher gehen Verbraucherverbände oder die Wettbewerbszentrale noch nicht gegen das Werbeformat vor, berichtet der “Spiegel”.

Ad-Server über den Router blockieren

In Foren und auf Twitter diskutieren Nutzer, wie sich die Anzeigen blockieren lassen. Der Fernseher selbst hält dazu keine entsprechenden Einstellungen bereit. Eine schnelle Lösung ist die Trennung des Geräts vom Internet. Dann lassen sich allerdings die üblichen Smart-TV-Funktionen nicht mehr oder nur noch beschränkt nutzen. Ein anderer Weg führt über die Einstellungen des WLAN-Routers. Technikaffine Nutzer können die verantwortlichen Ad-Server-Adressen http://ads.samsungsads.com und http://config.samsungads.com in ihren Einstellungen blockieren und somit die Werbung ausschalten, wie “Computerbild” berichtet.

Bereits im Juli hatte das Bundeskartellamt einen umfassenden Bericht zu Smart-TVs veröffentlicht. Darin warf die Behörde den Herstellern vor, massiv gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu verstoßen. Unter anderem sammeln die Geräte umfassende Daten über das Fernsehverhalten, die App-Nutzung, das Surf- und Klickverhalten sowie biometrische Daten wie die Stimme. Diese werden dann zu detaillierten Werbeprofilen verarbeitet. Über dieses Vorgehen werde der Kunde nicht umfassend genug informiert, urteilte das Kartellamt.

RND/mkr

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