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  • Wenn die Drohne den Bus nimmt - Innovatives Konzept erhöht Reichweite

Innovatives Konzept: Wenn die Lieferdrohne den Bus nimmt

  • Um den Stadtverkehr am Boden zu entlasten, eignen sich Lieferdrohnen als Alternative.
  • Doch noch begrenzt sich der Radius vieler Modelle auf wenige Quadratkilometer.
  • Um größere Gebiete zu erschließen, haben Forscher der Standford Universität nun ein Konzept ausgearbeitet: Dabei sollen die Drohnen den öffentlichen Nahverkehr nutzen.
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Noch hält sich die Effizienz von Logistikdrohnen in Stadtgebieten in Grenzen: Die Akkus der fliegenden Lieferanten halten oftmals nur für wenige Flüge, zudem sind Drohnen vielerorts nicht erlaubt. Wissenschaftler der Stanford Universität haben sich der Herausforderung angenommen und ein komplexes Modell für den Stadtverkehr entwickelt, bei dem Drohnen auf die Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs zurückgreifen. So können die Fluggeräte künftig auch weitere Distanzen in kürzerer Zeit überwinden und dabei Energie sparen.

„Unser Ansatz zielt darauf ab, die maximale Zeit für eine Lieferung zu minimieren“, schreibt das Team in einem Paper, das diese Woche auf der internationalen IEEE-Konferenz für Robotik und Automatisierung (ICRA) 2020 veröffentlicht wurde. Drohnen seien durch ihre Beweglichkeit und Flexibilität ein vielversprechendes Mittel für die Logistik, heißt es. Transitnetze hingegen hätten eine größere Abdeckung und Frequenz. „Durch die Kombination der Stärken beider können wir erhebliche wirtschaftliche Vorteile und soziale Einfluss erzielen (zum Beispiel die Überlastung am Boden verringern und Menschen das Nötigste bereitstellen).” Insgesamt könne der Radius um 360 Prozent gesteigert werden, wenn sich die Drohnen die vorhandenen Netze von Bus und Bahn zunutze machen, heißt es in dem Paper der Forscher.

Drohnen landen auf Busdächern

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Die meisten Großstädte verfügen über ein gut ausgebautes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln, dessen Vorteile sich die Lieferdienste künftig zunutze machen könnten. Von ihrer Basisstation aus sollen die beladenden Drohnen starten und dann auf festen Plattformen etwa auf den Dächern von Bussen landen. Von der Haltestelle, die dem Auslieferungsort am nächsten liegt, würden sie dann eigenständig abheben und das Ziel ansteuern.

Ein ähnliches Konzept hat das Logistikunternehmen UPS bereits vor einigen Jahren getestet. Die eigenen Lieferwagen wurden auf den Dächern mit mobilen Landestationen ausgestattet. Die Fahrer steuerten die Umgebung eines Zielortes an, auf den letzten Metern bis zu Haustür kam anschließend die Drohne zum Einsatz.

Das System der Stanford-Universität wurde für bis zu 200 Drohnen konzipiert, die insgesamt 5000 Pakete ausliefern. Das KI-Netzwerk ist für Städte mit bis zu 8000 Haltestellen ausgelegt und ist auf zahlreiche Eventualitäten, wie Verspätungen eines Verkehrsmittels und die Begegnung zweier Drohnen vorbereitet. Experimente dazu wurden in den US-Städten San Francisco und Washington durchgeführt.

„Abflug in die dritte Dimension”

In Deutschland stößt die Lieferung per Drohnen auf Akzeptanz: Im Rahmen einer Bitkom-Studie gab jeder zweite Befragte an, eine Luftzustellung zu nutzen, sollte sich die Möglichkeit ergeben. „Warenlieferungen per Drohne wurden bis vor kurzem noch von Vielen als schlechter Scherz abgetan. Mittlerweile wird an entsprechenden Zukunftslösungen geforscht und gefeilt“, kommentierte Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder die Umfrage.

Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) stellte Mitte Mai einen „Drohnen-Aktionsplan” vor, der den breiten Einsatz etwa in der Landwirtschaft oder beim Transport von Arzneimitteln vorsieht, und sprach von einem „Abflug in die dritte Dimension”.

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