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  • Weihnachten: Playstation 5 oder Xbox Series X verschenken? Gaming-Hardware im Lieferengpass

Gaming-Hardware zu Weihnachten: Wer eine Playstation oder Xbox verschenken will, hat es schwer

  • Spielekonsolen und andere Gaming-Hardware sind begehrt wie nie.
  • Doch Corona und eine hohe Nachfrage sorgen für Liefer­schwierigkeiten – auch zu Weihnachten.
  • Wir haben praktische Tipps, was geschenkt werden kann und wo es erhältlich ist.
Jan Bojaryn
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Streng genommen ist es gar nicht schwer, eine Playstation 5 zu finden. Online wird sie für bis zu 900 Euro angeboten, je nach Tag und Glück. Der Haken: Eigentlich soll die Playstation 5 nur 499 Euro kosten. Neue Lieferungen sind auch ein Jahr nach dem Marktstart schnell ausverkauft. Übrig bleiben Wucherangebote.

Zumindest zum Teil ist mal wieder die Corona-Pandemie schuld an der Misere. Die komplette Gaming-Branche hat mit dem ersten Lockdown einen Sprung nach oben gemacht. Plötzlich mussten viele Menschen Freizeit daheim füllen. Sie haben das Gamepad bis heute nicht aus der Hand gelegt, ein Abschwung ist nicht in Sicht; auch im ersten Halbjahr 2021 kletterten die Umsätze noch einmal um 22 Prozent.

Die Playstation 5 ist also auch deswegen schwer erhältlich, weil unerwartet viele Menschen eine haben wollen. Über 13 Millionen wurden bereits verkauft, und zwar schneller als bei jeder Playstation-Version zuvor. Sony kann die Produktionsmenge nicht so einfach erhöhen.

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PS 5 zu Weihnachten? „Eine echte Herausforderung“

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Wer in diesen Tagen online nach der Playstation 5 sucht, der landet schnell beim Liveticker von „Gameswirtschaft“. Branchenexpertin und Chefredakteurin Petra Fröhlich hat die schwierige Liefersituation von Anfang an begleitet. Ihrer Einschätzung nach ist der Kauf einer Playstation 5 im Handel nicht unmöglich, aber „eine echte Herausforderung“. Versender und Händler bis hin zu den Marktführern würden meist „nur ein- bis zweimal pro Monat“ beliefert. Die Kontingente sind dann „binnen weniger Minuten“ erschöpft.

Eine besondere Warnung hat Fröhlich an alle Verzweifelten, die das Problem mit Geld lösen wollen: „Viele betrügerische Onlineshops“ würden mit vermeintlich lieferbaren Konsolen werben. Die Expertin rät: „Grundsätzlich nur bei bekannten, renommierten Händlern kaufen.“ Wer online bestelle, der müsse sich tagesaktuell informieren. Bessere Chancen sieht Fröhlich im Handel vor Ort. Wer „bei Fachhändlern, in Spielwarenläden, in Elektronikmärkten, in Warenhäusern“ regelmäßig nachfrage, der könne Glück haben.

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„Gesicherte“ Weihnachten nur mit Xbox auf Raten

Die Xbox Series X ist der größte Konkurrent der Playstation 5. Doch auch sie ist kaum lieferbar, warnt Fröhlich: Der „Schwierigkeitsgrad“ für den Kauf sei noch einmal „deutlich höher“. Ihr Tipp für alle, die Weihnachten „gesichert“ mit der neuen Xbox verbringen wollen: das Paket Xbox All Access. In dem Pauschalangebot werden eine neue Xbox samt Spieleabo Game Pass für 33 Euro im Monat angeboten. Nach zwei Jahren ist die Konsole damit abbezahlt. Für viele Spieler und Spielerinnen ist das ein rundes Paket, denn der Game Pass ist ohnehin beliebt.

Wer noch auf einem Full-HD-Fernseher statt auf einem 4K-Modell spielt, der bekommt von Hersteller Microsoft ein günstiges Angebot: Die Xbox Series S kostet 299 Euro. Sie ist besser erhältlich als die Series X, spielt aber dieselben Inhalte ab. Das Bild der Series S ist weniger scharf, sie ist kleiner, hat weniger Speicherplatz und verzichtet auf ein Laufwerk für Spiele-Discs. Doch wer nicht aus Prinzip nur das schnellste und schönste duldet, der wird hier gut bedient. Auch im Xbox-All-Access-Programm ist die Kiste für 25 Euro im Monat erhältlich.

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Familien wünschen sich die Nintendo Switch

Vor allem für Kinder unter zwölf Jahren sind all die vorgenannten Konsolen mit Vorsicht zu genießen. Die Spieleauswahl für familienfreundliche Unterhaltung dominiert Nintendo mit der Switch. Sie funktioniert als Handheld und als Heimkonsole. Familienhits mit Mario oder der gefeierte Bestseller „Animal Crossing“ sind exklusiv hier zu Hause.

Inzwischen gibt es neben dem Originalmodell von 2017 auch eine Switch mit einem schicken OLED-Bildschirm. Das Original ist keine zweite Wahl, sondern hat dieselbe Rechenleistung und kostet um die 280 Euro. Die OLED-Switch ist mitunter ausverkauft und kostet etwa 360 Euro. Wer Switch-Spiele sowieso nicht auf dem Fernseher spielen will, findet das reine Handheld-Modell Switch Lite für 200 Euro.

PCs bleiben ein teurer Spaß

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Die größte Auswahl an Spieletiteln behält zwangsläufig der PC. Auch bei PC-Komponenten herrschen allerdings Lieferschwierigkeiten – vor allem bei Grafikkarten.

Wer sich die Kopfschmerzen sparen will, findet fertig montierte Spiele-PCs bei Fachhändlern. In den Rundum-sorglos-Paketen ist alles schon vormontiert. So lassen sich technische Hürden beim Zusammenbau umschiffen. Außerdem sind die Komplett-PCs besser lieferbar. Allerdings geht es bei den Preisen weit nach oben. Wer auf dem technischen Niveau von PS 5 und Xbox Series X spielen will, der zahlt vierstellige Preise.

Dieses Jahr schenken wir uns mal nichts

Wer diesen Preiswahnsinn nicht mitmachen will, sollte mit Familienmitgliedern darüber sprechen. Vor allem die Playstation 5 hat noch immer keine gute Spieleauswahl; das wird sich erst im Lauf des kommenden Jahres ändern. Die neue Xbox hat aktuelle Hits und eignet sich vor allem für Vielspieler mit Appetit auf den Gamepass. Doch auch hier steht das beste wohl noch bevor.

Sowohl für die Playstation 4 als auch für die Xbox One erscheinen immer noch Spiele. Falls eines dieser Vorgängermodelle daheim steht, sollte sich niemand vom Hype verrückt machen lassen. Haushalte mit schnellem Internet können Cloud Gaming ausprobieren: Mit Geforce Now, Playstation Now oder Xbox Cloud Gaming spielen sogar alte Konsolen und schlappe Laptops die neuesten und aufwendigsten Titel mit einer kleinen Eingabeverzögerung. Und in einem Jahr kann die Hardware dann hoffentlich gekauft werden – ohne Sprünge durch Feuerreifen, Wucherpreise und Vertragslaufzeiten.

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