Warnung vor Konferenztools: Microsoft mahnt Berlin ab

  • In einem Informationsschreiben hat die Berliner Datenschutzbeauftragte vor der Nutzung von US-Kommunikationstools wie Zoom gewarnt.
  • Auch die Dienste Skype und Teams landeten auf der Liste.
  • Nun ist Microsoft mit einer Abmahnung dagegen vorgegangen.
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In einem Leitfaden zur “Durchführung von Videokonferenzen während der Kontaktbeschränkungen” hat die Berliner Datenschutzbehörde vor dem Einsatz von verbreiteten Programmen wie Zoom, Skype und Teams gewarnt. Konkret bestehe die Gefahr, dass die Programme bestimmte Bedingungen und datenschutzrechtliche Anforderungen nicht erfüllen, heißt es in dem Schreiben, das bereits Ende März veröffentlicht wurde.

Wie “T-Online” berichtet, hat sich Microsoft daraufhin der Berliner Beauftragten für Datenschutz, Maja Smoltczyk, eine Abmahnung zukommen gelassen. Darin fordert das Unternehmen auf, “unrichtige Aussagen so schnell wie technisch möglich zu entfernen und zurückzunehmen”, zitiert das Portal aus dem Schreiben. Microsoft sehe durch die Veröffentlichung des Leitfadens seinen Ruf und sich kommerziell geschädigt. Mehrere Annahmen seien faktisch oder rechtlich unzutreffend. Eine finanzielle Forderung lag der Abmahnung nicht bei. Microsoft betreibt die bemängelten Videochatprogramme Skype und Teams.

Datenschutzbeauftragte reagiert nicht auf Abmahnung

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Bereits kurz nach dem Erscheinen des Leitfadens hatte Microsoft Deutschland eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der das Dokument kritisiert wird und das Unternehmen die aufgeführten Datenschutzmängel abstreitet. Zudem sei Microsoft vor der Veröffentlichung nicht kontaktiert wurden. Konkret störe sich Microsoft an dem Hinweis, dass bei seinen Konferenztools die Gefahr bestehe, abgehört zu werden. “Ein wesentliches Risiko besteht darin, dass bei der Videokonferenz unbefugt mitgehört oder sie aufgezeichnet und die Inhalte weiter ausgewertet werden, möglicherweise zum Nachteil der Personen, die an der Konferenz teilgenommen haben oder über die gesprochen wurde”, heißt es in der entsprechenden Stelle des Leitfadens.

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Die Datenschutzbeauftragte hat bisher nicht auf das Schreiben von Microsoft reagiert. Auf der Checkliste sind die Punkte nach wie vor unverändert auffindbar. Laut “T-Online” haben auch die Datenschutzbehörden anderer Länder ein Auge auf die Berliner Entwicklungen geworfen und bestärken Datenschutzbeauftrage Smoltczyk darin, gegenüber Microsoft nicht nachzugeben.

RND/mkr

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