VW-Chef Diess: Kunden entscheiden über Nutzung von Fahrdaten

  • Je autarker Fahrzeuge sich zukünftig bewegen, desto mehr Daten flitzen zwischen Anwender und Datenbanken hin und her.
  • VW-Konzernchef Herbert Diess hat jetzt klargestellt, wem diese Daten gehören: “unseren Kunden” – die seien es auch, die darüber zu entscheiden hätten, was mit den Daten passiere.
  • Diess verwies sowohl darauf, dass ,an sensibel mit Kundendaten umgehen müsse wie auch auf die Notwendigkeit, sicherheitsrelevante Daten – etwa über Glatteis – mit der Allgemeinheit zu teilen.
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Wolfsburg. Das erwartete rasante Wachstum in der Nutzung von Daten beim autonomen Fahren muss nach Überzeugung von VW-Konzernchef Herbert Diess mit klaren Verbraucherrechten gekoppelt werden. „Daten gehören in Europa zunächst unseren Kunden – diese entscheiden, was damit passiert“, sagte der Vorstandsvorsitzende den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX. Durch die geplante Ausweitung von Dienstleistungen rund um selbstfahrende Autos und andere Angebote stellen sich in den kommenden Jahren auch etliche Datenschutzfragen.

Diess stellte klar, dass man hier sensibel vorgehen müsse. Es komme jedoch auf die Art der Daten, den Anwendungsbezug und die Bedingungen im jeweiligen Markt an. Bei sicherheitsrelevanten Informationen, die etwa zur Erkennung von Stauenden oder von Straßenglätte wichtig sind, werde zum Beispiel wohl „jede Gesellschaft auch dafür sorgen, dass diese öffentlich sind – die werden wir sicherlich teilen“.

Außerdem sollten verschiedene Kulturen des Umgangs mit Daten in Europa, China und den USA berücksichtigt werden. Schon für das Training der Systeme zum autonomen Fahren seien hinreichend große Datenbestände wichtig.

Daimler-Chef Ola Källenius hatte kürzlich betont, die neuen Dienste könnten auch eine Chance sein, Datenschutz-Bedenken wie gegenüber den US-Internet-Konzernen auszuräumen. Transparenz sei zentral: „Wir machen das Fahren sicherer, vernetzter, transparenter.“ Das müsse schon für heutige Angebote gelten: „Ich kann individuelle Dienste ein- und ausschalten. Und wenn ich zum Beispiel kein Fahrzeug-Tracking möchte, kann ich das auch ausschalten. Dann bin ich privat.“

RND/dpa

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