Von neuen Konsolen bis VR: So wird das Gaming-Jahr 2020

  • 2020 wird ein gutes Jahr für Zocker.
  • Microsoft und Sony bringen ihre neuen High-End-Konsolen auf den Markt – und Google muss beweisen, dass sein Spieledienst Stadia am Markt bestehen kann.
  • Eine Übersicht über das, was das Jahr zu bieten hat.
Jan Bojaryn
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Hannover. Das Jahr 2020 erlebt seinen Höhepunkt zum Ende hin. Dann nämlich erscheinen die neuen Spielekonsolen. Sonys fünfte Playstation heißt schlicht Playstation 5. Microsofts vierte Xbox heißt auch einfach wieder Xbox, mit dem Zusatz Series X. Die X-Serie verblüfft auch mit ihrer Form: Sie ist ein schwarzer, aufrecht stehender Klotz.

Wichtiger als solche Designentscheidungen ist aber der erwartete Leistungssprung der neuen Konsolen. Der letzte echte Generationenwechsel bei Spielekonsolen ist lange her: Ende 2013 erschienen Xbox One und Playstation 4. Technisch wäre heute mehr möglich, doch die alten Kisten hängen wie Fußfesseln an den neuen Spielen.

Neue Konsolen, mehr Power

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Die neuen Konsolen sollen im Vergleich nicht nur schärfere und flüssigere Bilder auf die Fernseher schicken, sie sollen auch die Ladezeiten erheblich verkürzen und riesige, detailreiche Spielwelten möglich machen. Allerdings werden sich Playstation 5 und Xbox Series X damit wahrscheinlich nicht wesentlich von der Leistung eines aktuellen High-End-PCs unterscheiden.

Eine kleine Revolution könnte im April auf modernen PCs erstrahlen. „Cyberpunk 2077“ heißt das Spiel, das von den Machern des Rollenspielhits „The Witcher“ entwickelt wurde. Es spielt in einer Welt, die von Konzernen und Kriminalität beherrscht wird. Die Spieler müssen sich darin als Auftragsverbrecher durchschlagen. Das Actionrollenspiel sieht in Videos atemberaubend gut und bissig aus. Spannend bleibt vor allem, wie gut es auf den Konsolen von 2013 laufen wird.

Bewährungsprobe für Googles Spieledienst

Passend zum Thema gibt es auch einen futuristischen Weg, den Titel zu spielen. „Cyberpunk 2077“ soll auch für Stadia erscheinen. Google hat den eigenen Spiele-Streamingservice im November 2019 gestartet und zur Konkurrenz für Konsolen erklärt: Stadia sei die eigentliche neue Konsolengeneration. In der Theorie hat der Konzern recht. Drücken Spieler einen Knopf auf dem Controller, wandert das Signal nicht mehr zur Konsole, sondern zu einem Server in Googles Rechenzentren. Das Bild wird fast verzögerungsfrei zurück auf die Fernseher gestreamt.

Den Start im November hat sich Stadia unter anderem mit einer verwirrenden Preisstruktur und einer mageren Spieleauswahl verhagelt. Aber wenn ein Blockbuster wie „Cyberpunk 2077“ auf Stadia deutlich besser aussieht als auf Xbox One und Playstation 4, dann wird es spannend.

Nicht nur „Cyberpunk 2077“ wirkt neu und aufregend. Ein ambitioniertes, riskantes Projekt ist etwa „Watch Dogs Legion“. Das Action-Adventure in London will eine gesamte Bevölkerung im Detail simulieren. Die Menschen darin haben Jobs, Ängste und Wünsche – und alle können zu Helden in der Geschichte werden. Die Story passt dabei perfekt in die Zeit: In einem zerrütteten London nach dem Brexit gehen Spieler als Hacker in den Widerstand und kämpfen gegen eine machthungrige Firma. Aber das Projekt stottert vor dem Start; ein Erscheinungstermin im März wurde abgesagt. Aktuell verspricht Entwickler Ubisoft Vorbestellern nur, dass das Spiel irgendwann 2020 erscheint.

Setzt sich VR durch?

Schon im März trifft eine etwas altmodische Zukunftsvision ein. Ein neues Spiel der Kultserie „Half-Life“ erscheint für den PC, genauer: für Virtual-Reality-Brillen. „Half-Life: Alyx“ ist das erste VR-Spiel im Blockbusterformat. Das neue „Half-Life“ hat eine andere Heldin, aber es hat die Action, die Atmosphäre und die Schauplätze, mit denen die Egoshooter vor rund 20 Jahren zu Klassikern wurden. In den vergangenen Jahren wurde der große Durchbruch von VR als Spiele- und Unterhaltungsmedium öfter vorhergesagt. Jetzt aber zählt es: Wenn ein neues „Half-Life“ die Spieler nicht in Scharen zur Brille lockt, dann wird es wahrscheinlich niemand schaffen. VR würde so auf absehbare Zeit ein Nischenvergnügen bleiben.

Vielen Spielefans kann das egal sein. Wer einfach nur gern spielt, der wird in diesem Jahr auch gut bedient. Die Spielemacher haben längst begriffen, wie nostalgisch ihr Publikum sein kann. Sie bringen daher mit „Final Fantasy VII Remake“ im März die Neuauflage des vielleicht größten japanischen Rollenspielklassikers heraus. Sie setzen mit „Baldur’s Gate III“ den wohl größten westlichen Rollenspielklassiker fort. Sie veröffentlichen mit „The Last of Us Part II“ die Fortsetzung eines meisterhaft inszenierten Endzeitabenteuers. Und mit „Halo Infinite“ erscheint die ehrlich betitelte Fortführung einer schier unendlichen Egoshooter-Serie.

Nintendo Switch: Kommt 2020 ein „Zelda“-Nachfolger?

Nur Nintendo-Switch-Besitzer wissen noch nicht, welches Spiel bei ihnen die Hauptrolle einnehmen wird. Einige hoffen auf eine „Zelda“-Fortsetzung. Bei so vielen Rückbezügen wirkt das große Actionspiel zu „Marvel’s Avengers“ im Mai schon wie eine Neuheit – auch, wenn die Heldentruppe in den vergangenen Jahren Dauergast im Kino war.

Ist 2020 für eine Überraschung gut?

Jedes Jahr erscheinen mehrere Tausend Spiele. Trotz aller Fortsetzungen kann daher auch 2020 noch echte Überraschungen bereithalten. 2019 wurde ja auch nicht nur von Blockbustern geprägt, sondern ebenso von viralen Hits wie dem anarchischen „Untitled Goose Game“ und sperrigen Meisterwerken wie „Disco Elysium“.

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Welche Gänse uns in diesem Jahr ans Herz wachsen, ist noch offen.

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