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“Vergifteter Kelch”: Bill Gates äußert sich zur möglichen Tiktok-Übernahme

  • Microsoft-Mitgründer Bill Gates hat sich kritisch zu einer möglichen Übernahme von Tiktok geäußert.
  • Den Deal bezeichnete Gates in einem Interview als “vergifteten Kelch”.
  • Unterdessen hat ein weiteres Unternehmen Interesse an der Plattform geäußert.
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Der Tiktok-Betreiber Bytedance befindet sich aktuell in Gesprächen mit dem Konzern Microsoft, um über eine mögliche Übernahme zu verhandeln. Zumindest das US-Geschäft könnte bald in den Händen des von Bill Gates mitbegründeten Unternehmens liegen. Das Weiße Haus hatte den Druck auf die Verhandlungen zuletzt erhöht und der App eine Frist von gut sechs Wochen gegeben, bevor sie in den USA verboten werden soll.

Bill Gates hat den möglichen Deal in einem Interview mit “Wired” nun kommentiert. “Wer weiß, was mit diesem Deal passieren wird? Aber ja, es ist ein vergifteter Kelch”, sagte Gates dem Magazin. Der Softwarepionier reagierte auch mit Erstaunen, denn Microsoft hat bisher kaum Erfahrungen im Social-Media-Bereich sammeln können. “Groß im Social-Media-Geschäft zu sein ist kein einfaches Spiel”, gab Gates zu bedenken.

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Steht Tiktok vor dem Aus?
5:06 min
Die Plattform Tiktok aus China gehört zu den beliebtesten Apps von Teenagern. Der Siegeszug könnte jetzt allerdings abrupt gestoppt werden.  © RND
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Gates: “Gut, dass es mehr Wettbewerb gibt”

Tiktok ist aktuell die am schnellsten wachsende Social-Media-Plattform. In den vergangenen Monaten wurde die App allerdings immer mehr zum politischen Spielball. Indien hatte Tiktok und Dutzende weitere chinesische Apps im Juni verboten und auch andere Länder nehmen die Plattform aufgrund von Sicherheitsbedenken zunehmend in die Mangel. Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte US-Präsident Donald Trump eine Exekutivanordnung, die Tiktok nach einer Frist von 45 Tagen in den USA verbietet, sollte es bis dahin nicht zu einem Deal gekommen sein.

Microsoft hat bisher nur kleine Schritte im Social-Media-Business unternommen. 2012 startete der Konzern seine Plattform So.cl, die Elemente von Konkurrenten wie Facebook, Pinterest und Twitter enthielt. Allerdings schaffte es das Netzwerk nie über den Testbetrieb hinaus, 2017 wurde es eingestellt.

Auch Twitter zeigt sich interessiert

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Generell sei es gut, dass es in dem “Spiel” mehr Wettbewerb gebe, sagte Gates gegenüber “Wired”. Es sei aber “äußerst bizarr”, wenn Trump einen der Konkurrenten töten lasse. Das Prinzip, nach dem Trump vorgeht, bezeichnete Gates als “einzigartig merkwürdigen Vorgang”, mit dem sich Microsoft im Falle einer Übernahme auseinandersetzen müsse.

Unterdessen hat auch Twitter Interesse an Tiktok bekundet, wie das “Wall Street Journal” berichtet. Bisher ist aber unklar, ob Twitter die Pläne weiter vorantreiben will. Im Gegensatz zu Microsoft dürfte die Übernahme für den Kurznachrichtendienst aus finanzieller Sicht schwierig werden.

RND/mkr

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