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  • Umstrittene Inhalte: Facebook stellt Gremium "Oversight Board" vor

Internationales Gremium entscheidet künftig über strittige Facebook-Inhalte

  • Ein ausgewähltes Gremium soll in Zukunft final über umstrittene Inhalte entscheiden, die bei Facebook gepostet wurden.
  • Das soziale Netzwerk hat die ersten 20 Mitglieder des “Oversight Boards” vorgestellt.
  • Mit dabei sind unter anderem eine ehemalige Regierungschefin und eine Friedensnobelpreisträgerin.
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Menlo Park. Beim unabhängigen Facebook-Gremium, das bei Streit zwischen dem Online-Netzwerk und den Nutzern entscheiden soll, stehen die ersten 20 Mitglieder fest. Darunter sind die ehemalige dänische Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt, Friedennobelspreisträgerin Tawakkol Karman, sowie der einstige “Guardian”-Chefredakteur Alan Rusbridger, wie das Gremium am Mittwoch mitteilte.

Auch der ehemalige US-Bundesrichter und Experte für Religionsfreiheit Michael McConnell und der ehemalige Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, Anders Sajé, wurden in das sogenannte “Oversight Board” aufgenommen. Insgesamt hätten die Mitglieder in mehr als 27 Ländern gelebt und würden 29 verschiedene Sprachen sprechen. Damit würden sie laut Facebook eine “große Bandbreite von Ansichten und Erfahrungen” repräsentieren. In den kommenden Monaten soll das Board seine Arbeit aufnehmen.

Facebook-Nutzer können Gremium einschalten

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Nutzer sollen das Gremium in der ersten Phase bei einer aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Löschung von Inhalten einschalten können. Später soll es auch um die Forderung nach Entfernung von Inhalten anderer Leute oder um gelöschte Gruppen und Facebook-Seiten gehen. Zugleich kann Facebook selbst das Gremium bei diversen Fragen zum Umgang mit Werbung, Gruppen oder Seiten anrufen.

Gremium soll über grundsätzliche Fälle entscheiden

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Facebook gibt Nutzern bereits die Möglichkeit, Widerspruch gegen die Löschung von Inhalten beim Online-Netzwerk einzulegen. Das unabhängige Gremium ist als nächste Eskalationsebene gedacht, insbesondere für schwierige oder grundsätzliche Fälle. Facebook verpflichtet sich, die Entscheidungen binnen sieben Tagen umzusetzen.

“Das ist eine große Sache. Wir errichten ein neues Modell für die Leitung von Plattformen”, äußerte sich Thorning-Schmidt, eine der vier Vorsitzenden des Gremiums. Michael McConnell wies allerdings darauf hin, das Gremium könne unmöglich alle umstrittenen Inhalte untersuchen. “Wir sind nicht die Internet-Polizei”, sagte er.

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Das Gremium soll bei voller Besetzung rund 40 Mitglieder haben. Entscheidungen zu einzelnen Fällen sollen in Gruppen aus fünf Mitgliedern formuliert und dann dem gesamten Gremium vorgelegt werden. Das Online-Netzwerk will zunächst über eine Stiftung eine Finanzierung für die nächsten sechs Jahre bereitstellen - und dann auf Basis der Kosten in dieser Zeit auf längere Dauer.

RND/dpa

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