Twitter will Nutzer vor Corona-Fake-News warnen

  • Online kursieren unzählige Verschwörungstheorien über das Coronavirus.
  • Twitter will daher nun Tweets mit zweifelhaftem Inhalt kennzeichnen.
  • Fakten will das Netzwerk aber nicht überprüfen.
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San Francisco. Wenn ein Tweet umstrittene oder irreführende Informationen über das neue Coronavirus enthält, sollen Twitter-User das künftig angezeigt bekommen. Auf den entsprechenden Tweets solle eine Warnung erscheinen und über die Beiträge werde von Fall zu Fall entschieden, teilte der Internetkonzern am Montag mit. Entfernt werden sollten lediglich schädliche Inhalte. Das hat das Netzwerk bereits getan, wenn es um erfundene Corona-Heilmittel ging oder behauptet wurde, Abstand zueinander trage nicht zur Eindämmung bei.

Die neue Regel ist ein weiteres Beispiel dafür, dass soziale Netzwerke Falschinformationen über das Virus auf ihren Plattformen aufhalten wollen. Als umstritten könnte beispielsweise ein Tweet zum mutmaßlichen Ursprung des Virus gewertet werden. Über Sars-CoV-2 und die Krankheit Covid-19 gibt es zahlreiche Verschwörungstheorien.

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Tweets werden nicht als falsch markiert

Twitter werde aber keine Fakten prüfen, sagte der Konzernstratege Nick Pickles. Und Tweets werde man auch nicht als falsch markieren. Ziel der Warnungen sei vielmehr, Nutzer auf Inhalte von Webseiten mit gesicherten Informationen zu dem Virus zu leiten. „Die Leute wollen nicht, dass wir für sie entscheiden, was wahr ist und was nicht“, sagte Pickles.

Eine ähnlich feine Grenze zieht auch Konkurrent Facebook. Das soziale Netzwerk hat gesagt, es wolle nicht als „Schiedsrichter der Wahrheit“ auftreten. Stattdessen hat der Konzern sogenannte Faktenchecks an Dritte in Auftrag gegeben, die falsche Inhalte auf der Plattform entlarven sollen.

Konkret soll unter den umstrittenen oder irreführenden Tweets eine Markierung angezeigt werden, die Usern zusätzliche Informationen über Covid-19 anbietet. Andere Posts könnten dem Konzern zufolge auch ganz mit einer Markierung verdeckt sein. Als Warnung sei dann zu lesen, dass Inhalte des Tweets im Widerspruch mit Richtlinien von Gesundheitsexperten stünden. Die neuen Anzeigen sollen ab dem 11. Mai zu sehen und in etwa 40 Sprachen verfügbar sein.

RND/AP

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