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Hack von Promi-Accounts: Das darf Twitter nicht (mehr) passieren!

  • Auf den Twitter-Accounts zahlreicher US-Promis taucht plötzlich Werbung für Bitcoin-Deals auf.
  • Der finanzielle Schaden des Hacks scheint überschaubar zu sein.
  • Doch der Hack ist trotzdem ein großes Problem für Twitter, meint Anna Schughart.
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Das hätte bitterböse ausgehen können. Unbekannten ist es gelungen, die Accounts von zahlreichen Prominenten zu hacken. Kanye West (29,8 Millionen Follower), Barack Obama (120,6 Millionen), Joe Biden (6,9 Millionen), Elon Musk (36,9 Millionen) und viele weitere machten daraufhin auf ihren Profilen kurze Zeit Werbung für einen dubiosen Bitcoin-Deal. So sollten ihre Follower dazu verleitet werden, Geld an eine anonyme Bitcoin-Adresse zu schicken. Wirklich viel Geld scheinen die Hacker damit nicht erbeutet zu haben. Doch der Schaden ist trotzdem enorm.

Twitter hatte schon öfter Probleme mit gekaperten Accounts. Nie aber in einem solchen Ausmaß. Noch ist unklar, wer hinter dem Angriff steckt. Auch ist bisher nicht bekannt, wie sich die Hacker Zugriff auf die Konten verschaffen konnten. Das Ausmaß des Vorfalls deutet darauf hin, dass dabei direkt Systeme von Twitter betroffen sind. Auch Spekulationen über einen an dem Hack beteiligten Twitter-Mitarbeiter gibt es. Auffällig ist zudem, dass unter den betroffenen Politikern etwa viele Demokraten sind.

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Das Unternehmen wird rasch für Aufklärung sorgen müssen. Twitter will das Problem analysieren und dann, wenn es ein genaueres Verständnis von den Geschehnissen habe, so Twitter Chef Jack Dorsey, “alles teilen, was wir können”. Es wird allerdings nicht reichen, das Problem nur aufzuarbeiten. Twitter muss solche Fälle künftig unbedingt verhindern.

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Hackerangriff auf Twitter-Konten von namhaften Politikern und Unternehmern
0:56 min
Während gehackte Accounts nicht ungewöhnlich sind, waren Experten überrascht über den Umfang und das Ausmaß des Vorfalls.  © Reuters

Twitter hatte auf eine gewisse Weise Glück

Auf eine gewisse Weise hat Twitter Glück gehabt, dass es sich bei den Hackern nach derzeitigem Stand “nur” um Bitcoin-Betrüger handelte. Doch diese “werden nicht die Letzten sein, die verifizierte Konten übernehmen – und wir sollten uns sehr sehr große Sorgen machen, wer es sonst tun wird”, warnt etwa auch das Tech-Magazin “The Verge”. Das Potenzial, Schaden anzurichten ist groß: Twitter ist mittlerweile fester und essenzieller Bestandteil nicht nur der politischen Kommunikation.

Was wäre, wenn sich jemand in den Account von Donald Trump einhackt, der mehr als nur ein paar Bitcoins abgreifen will? Was, wenn die Polizei plötzlich vor einem Attentäter warnt, den es gar nicht gibt? Kann Twitter das verhindern? Nach den aktuellen Vorfällen ist daran erheblicher Zweifel angebracht. Das ist, gerade im Jahr der US-Wahlen, ein beunruhigendes Zeichen.



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