“Trials of Mana” im Test: Fantasievoller Trip in die 90er

  • Aufwendige Remakes haben Konjunktur: Nun erhält der Klassiker “Trials of Mana“ einen neuen Anstrich.
  • Das Spiel überzeugt durch seinen nostalgischen Charme.
  • Doch besonders der Einstieg gestaltet sich vergleichsweise zäh.
Christian Neffe
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Nach den Neuauflagen von “Resident Evil 3” und “Final Fantasy VII” folgt nun das japanische Action-Rollenspiel “Trials of Mana”. Für Fans ist das einerseits ein Grund zur Freude, denn der 1995 für SNES erschienene Klassiker hat es seinerzeit nie nach Europa geschafft. Andererseits hat das vermasselte 2018er-Remake des Vorgängers “Secret of Mana” vielen Liebhabern der Reihe das Herz gebrochen. Könnte sich dieses Trauma nun wiederholen?

Zum Glück nicht. “Trials of Mana” macht – im Gegensatz zum Vorgänger – vieles richtig und versprüht dabei einen angenehm nostalgischen Charme. Die etwa 30 Stunden lange Story spielt in einer magischen Fantasywelt, die durch den Mana-Baum vor bösen Mächte geschützt wird. Nun droht der Baum zu verdorren, weshalb es am Spieler ist, zur Rettung anzutreten.

Die Handlung von “Trials of Mana” gewinnt keinen Innovationspreis

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Sechs Charaktere stehen zur Auswahl, aus denen ganz zu Beginn ein Trio für den Spieldurchlauf erkoren wird. Diese Entscheidung bestimmt sowohl den Prolog als auch den Antagonisten. Die Geschichte führt durch zahlreiche Städte, Ebenen, Wälder und Höhlen, wo acht Mana-Geister gerettet werden müssen.

Die Handlung arbeitet sich – bedingt durch ihre 90er-Jahre-Wurzeln – an klassischen Anime-Fantasy-Klischees ab: Böse Zauberer, Amazonen-Kriegerinnen oder Bestienmenschen gewinnen heute keinen Innovationspreis mehr. Doch nach und nach entwickeln diese Welt, ihre schrulligen Bewohner und die knuffigen Monster ihren ganz eigenen Charme. Der technischen Generalüberholung merkt man zwar an, dass das Budget weit unter dem eines “Final Fantasy VII” lag, denn die Grafik befindet sich auf unterem PS3-Niveau. Der reduzierte Anime-Look kann dies jedoch weitestgehend kaschieren. Auch die neu arrangierte Musik und die Sprachausgabe (zumindest die japanische) können überzeugen.

“Trials of Mana” braucht etwas Zeit

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Umso mehr Mühe floss in die Überarbeitung des Echtzeitkampfsystems. Zu Beginn stehen zwei Schlagarten, eine Ausweichrolle und eine Spezialfähigkeit zur Verfügung. Nach einigen Stunden ziehen die Komplexität der Kampfmechanik sowie der Schwierigkeitsgrad jedoch deutlich an. Spätestens dann sind geschicktes Verteilen von Lernpunkten und Ausrüstung sowie eine wohlüberlegte Taktik notwendig. Zum größten Feind des Spielers macht sich zwar oftmals die stoische Kamera, doch auch diese Herausforderung ist bewältigbar.

“Trials of Mana” reißt spielerisch und inszenatorisch keine Bäume aus. Besonders der Einstieg gestaltet sich vergleichsweise zäh. Ist diese Hürde aber überwunden, blüht die Neuauflage des Rollenspielklassikers allmählich auf und wird zur idealen Gelegenheit, um in angenehm entschleunigter 90er-Jahre-Nostalgie zu schwelgen. Auch wenn dafür der unter Fans geliebte Multiplayermodus weichen musste.

Plattform: Switch, PS4, Steam

Genre: Action-Rollenspiel

Erscheinungsdatum: 24. April 2020

Preis: ca. 50 Euro

Jugendfreigabe: ab 12 Jahren

Entwickler: Square Enix

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