Tiktok will rechtliche Schritte gegen US-Anordnung einleiten

  • Schon bald könnte die chinesische Social-Media-Plattform Tiktok in den USA verboten werden.
  • Die Betreiber der App haben nun auf die Ankündigung reagiert.
  • In einer Presseerklärung kündigten sie nun rechtliche Schritte gegen den Vorgang an.
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Peking. Tiktok hat sich zu der von US-Präsident Donald Trump geplanten Verfügung geäußert, mit der offenbar ein Verkauf der populären chinesischen Video-App in den USA erzwungen werden soll. Zudem kündigte das Unternehmen rechtliche Schritte an.

“Wir sind schockiert über die jüngste Verfügung, die ohne ein ordnungsgemäßes Verfahren erlassen wurde”, teilte das Unternehmen am Freitag in einer Pressemitteilung mit. “Seit fast einem Jahr bemühen wir uns, in gutem Glauben mit der US-Regierung zusammenzuarbeiten, um eine konstruktive Lösung für die geäußerten Bedenken zu finden”, hieß es weiter. Stattdessen habe man feststellen müssen, dass die US-Regierung nicht bereit sei, den Tatsachen Beachtung zu schenken.

Es würden Bedingungen diktiert, ohne die üblichen Rechtsverfahren zu durchlaufen. Man werde alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel nutzen, um sicherzustellen, dass Tiktok und seine Nutzer fair behandelt werden.

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Einmal mehr betonte das Unternehmen, keine Benutzerdaten an die chinesische Regierung weitergegeben oder Inhalte zensiert zu haben. “Tatsächlich stellen wir unsere Moderationsrichtlinien und den Algorithmus-Quellcode in unserem Transparency Center zur Verfügung, was ein Maß an Verantwortlichkeit darstellt, zu dem sich kein vergleichbares Unternehmen verpflichtet hat. Wir haben sogar unsere Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, einen vollständigen Verkauf des US-Geschäfts an ein amerikanisches Unternehmen anzustreben”, heißt es in der Stellungnahme.

BSI nimmt Tiktok unter die Lupe

Während die USA das Tiktok-Verbot weiter forcieren, steht die Anwendung auch in Deutschland unter der Beobachtung von Behörden. So ließ das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die App auf Sicherheitsrisiken überprüfen, wie der “Spiegel” am Freitag berichtete. Die Telekom-Tochter T-Systems wurde mit der Prüfung der Anwendung beauftragt und untersuchte Tiktok bereits im Februar auf mögliche Schwachstellen.

Dabei sei festgestellt worden, dass Teile des Datenverkehrs zwischen der App und den Servern nicht verschlüsselt gewesen seien, bestätigte ein Sprecher des BSI dem Magazin. Daraus könnten mögliche Datenabflüsse und Manipulation entstehen. Eine weitere Sicherheitslücke sei bei den Servern gefunden worden. Diese habe Tiktok mittlerweile geschlossen. Auch das Problem mit dem unverschlüsselten Datenverkehr sei behoben, ließ Tiktok mitteilen.

RND/mkr/dpa

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