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Tiktok löscht Millionen Videos: Viele wegen Nacktheit und sexuellen Darstellungen

  • Halbjährlich veröffentlicht die Social-Media-App Tiktok einen Transparenzbericht.
  • Darin legt das chinesische Unternehmen Zahlen zu gelöschten Videos und Behördenanfragen offen.
  • Im ersten Halbjahr 2020 wurden mehr Clips denn je entfernt.
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Die Plattform Tiktok hat im ersten Halbjahr 2020 mehr als 104 Millionen Videos gelöscht, die gegen die Community-Richtlinien oder Nutzungsbedingungen verstoßen haben. Das geht aus einem neuen Transparenzbericht hervor, den das Unternehmen kürzlich veröffentlicht hat. Noch im vorherigen Halbjahr (1. Juli – 31. Dezember 2019) lag die Zahl der gelöschten Videos bei 49 Millionen.

Rund 30 Prozent der gelöschten Clips wurden wegen Nacktheit bei Erwachsenen und sexuellen Handlungen entfernt. 22,3 Prozent der entfernten Inhalte hat Tiktok aus Kinderschutzgründen offline genommen. In 19,6 Prozent der Fälle wurden Videos wegen rechtswidriger Handlungen und regulierter Waren gelöscht.

Automatisierte Moderation während der Pandemie

Während der Coronavirus-Pandemie habe Tiktok bei der Erkennung und Moderation von rechtswidrigen Inhalten verstärkt auf den Einsatz von Technologien gesetzt, heißt es in dem Bericht. Vor allem in Indien, Brasilien und Pakistan wurden Videos mithilfe von Software entfernt. Insgesamt seien mehr als zehn Millionen Videos automatisch gelöscht worden. Die meisten bedenklichen Clips – rund 37 Millionen – wurden in Indien entfernt. Hier ist die App seit Mitte Juni verboten. Nutzer können sie seither weder herunterladen noch auf ihrem Smartphone aufrufen. In den USA hat Tiktok mehr als neun Millionen Videos gelöscht, mehr als sechs Millionen in Pakistan. Zahlen für Deutschland wurden in dem Bericht nicht veröffentlicht.

Kritik an Tiktok-Moderation

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Darüber hinaus zeigt Tiktok auf, welche staatlichen Behörden Anfragen gestellt haben, um bestimmte Inhalte entfernen zu lassen oder Zugang zu nicht öffentlichen Nutzerinformationen zu erhalten. Um entsprechende Daten abzufragen, müssen Behörden laut Tiktok rechtskräftige Dokumente vorlegen, wie etwa eine Vorladung oder einen Gerichtsbeschluss. Mit 55 Requests hat Indien die meisten Anfragen gestellt, aus Deutschland sind vier Anfragen eingegangen.

“Gelegentlich erhalten wir Anfragen von Regierungsbehörden mit der Aufforderung, Inhalte auf unserer Plattform entsprechend lokalen Gesetzen einzuschränken oder zu entfernen. Wir überprüfen den gesamten Inhalt auf Übereinstimmung mit unseren Community-Richtlinien, unseren Nutzungsbedingungen und dem geltenden Recht und ergreifen dann entsprechende Maßnahmen”, heißt es in dem Bericht.

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Tiktok ist aufgrund seiner Moderationspraktiken in der Vergangenheit vermehrt in die Kritik geraten. So haben australische Forscher in einer Analyse kürzlich aufgezeigt, dass die Plattform LGBTQ-Hashtags in einigen Ländern aus dem Feed verbannt. An anderer Stelle hingegen würden rechtswidrige Inhalte nicht konsequent genug gelöscht. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) beklagt etwa der Jüdische Weltkongress (WJC), dass auf Tiktok viele antisemitische Videos zu sehen seien, die sich auf der Plattform weit verbreiten.

RND/mkr


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