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Jahresrückblick: Das waren die erfolgreichsten Creator, Videos und Trends auf Tiktok

  • Kaum eine Social-Media-App hat im Jahr 2020 für so viel Aufsehen gesorgt wie Tiktok.
  • Während in mehreren Ländern über mögliche Verbote diskutiert wurde, hat die Anwendung vor allem bei Jugendlichen weltweit an Bedeutung gewonnen.
  • Welche Trends, Influencer und Videos waren in Deutschland im vergangenen Jahr besonders beliebt?
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Ganze 19 Millionen Menschen folgen Younes Zarou auf seinem Tiktok-Kanal, fast zehn Millionen Nutzer der Social-Media-Plattform haben sein beliebtestes Video gesehen. Der 22-jährige Student der Wirtschaftsinformatik begeistert seine Follower mit bunten, kreativen Videos, die oft nicht mehr als wenige Sekunden dauern. In seinen Tiktoks zeigt er mit Farbe, Bällen, Luftballons und Wasser, wie sich visuelle Effekte ohne digitale Nachbearbeitung umsetzen lassen. Zarou ist Deutschlands erfolgreichster Creator der noch jungen Plattform.

Wirft man einen Blick in die Top-Ten-Liste der erfolgreichsten deutschen Tiktok-Influencer, so ist kaum einer von ihnen älter als 25 Jahre. Neben Younes haben die 18-jährigen Zwillinge Lisa und Lena und der 24-jährige Falco Punch die meisten Follower generieren können. Bei Jugendlichen ist die App, die 2016 aus dem Vorgänger musica.ly hervorgegangen ist, besonders beliebt: 69 Prozent der Nutzer sind zwischen 16 und 24 Jahre alt. In Europa ist die Zahl der Nutzer im vergangenen Jahr auf 100 Millionen Aktive angewachsen, weltweit nutzen etwa 800 Millionen Menschen die Plattform. Nutzerzahlen für Deutschland gibt Tiktok nicht bekannt.

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Aufmerksamkeit in den ersten zwei Sekunden

Im Fokus der Plattform steht der sogenannte For-You-Feed. Hier werden den Nutzern die kurzen, prägnanten Video angezeigt. Mit einem Wisch nach oben gelangt man direkt zum nächsten Clip. Die Tiktoks werden auf Basis von Trends und Algorithmen ausgespielt. Wie auf anderen Social-Media-Plattformen können Beiträge mit einem Herzen markiert und kommentiert werden. Eine durchschnittliche Tiktok-Session dauert zwischen 30 und 40 Minuten, in denen oft Hunderte Clips konsumiert werden.

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„Ein erfolgreiches Video steht in Konkurrenz mit dem Video davor und danach“, sagt Charlotte Kohlhas, bei Tiktok verantwortlich für Medienpartnerschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Man muss diesen Moment erreichen, dass der Nutzer, der durch den For-You-Feed wischt, den Daumen anhält. Dazu ist es wichtig, die Aufmerksamkeit in den ersten zwei Sekunden zu packen.“ Erfolgreiche Videos haben zudem eine Storyline, sie erzählen eine Geschichte mit Spannungsaufbau und werden von Nutzern oft mehrmals angesehen: „Ein virales Video wird sich im Schnitt viermal angeschaut.“ Wer zudem Trends wie Tänze, Musik oder Audiodateien erkennt, hat eine größere Chance, dass seine Videos gesehen werden. „Humor ist ein sehr wertvolles Tool in der Plattform. Das ist etwas, was sich in den verschiedensten Themenbereichen widerspiegelt“, sagt Charlotte Kohlhas. Auch die Interaktionen mit den Followern etwa über Duette oder Kommentare steigern die Sichtbarkeit und somit den Erfolg eines Videos.

Unter den erfolgreichsten Videos des Jahres finden sich allerhand unterschiedliche Szenen. Von aufwendigen Fotoshootings, über Tanzvideos bis hin zu diesem Katzen-Tiktok, das mehr als 11 Millionen Mal angeschaut wurde.

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Informationskampagne zu Covid-19

Zu den beliebtesten Hashtags des Jahres zählen neben dem weit verbreiteten #LernenMitTiktok auch einige Trends mit Bezug zur Coronavirus-Pandemie. Unter #HappyAtHome etwa teilten Creator verschiedene Ideen für eine angenehmere Zeit während des Lockdowns. #VonCovidGelernt ist ein weiterer Hashtag, unter dem Experten Informationen und Fakten zum Virus teilen und Privatpersonen von ihren Erfahrungen mit der Pandemie berichten.

„Während der Pandemie ist es uns sehr wichtig, dass wir vertrauenswürdige Informationen zusammenstellen. Um gegen Missinformationen anzugehen, haben wir in der App einen Content-Hub zur Verfügung gestellt, der vertrauenswürdige Seiten, wie von der WHO, zugänglich macht. Außerdem haben wir Links zu Tiktok-Profilen wie der „Tagesschau“ geteilt“, erklärt Kohlhas. „Wir haben uns darauf besonnen, was Tiktok am besten macht, und das ist Entertainment. Wir haben uns in vielerlei Hinsicht überlegt, wie wir unseren Nutzern und Nutzerinnen die Zeit zu Hause erleichtern können. Es haben sehr viele Livestreams stattgefunden, in denen verschiedene Creator und Creatorinnen gezeigt haben, wie man zu Hause Sport machen, was man kochen oder wie man Inspirationen finden kann.“

Ausblick auf 2021

Welchen Einfluss die Plattform mittlerweile auch auf den Musikmarkt hat, zeigen die Charts des Jahres. Unter den Topplatzierten finden sich immer häufiger Songs, wie etwa die Titel „Jerusalema“ oder „Laxed (Siren Beat)“, deren Erfolg auf die Verbreitung via Tiktok zurückzuführen ist. Auch gelang es einigen Tiktokern, Plattenverträge abzuschließen und eigene Musik zu produzieren. Auch im kommenden Jahr wird Musik ein großes Thema auf der Plattform bleiben, sagt Charlotte Kohlhas. „Was man etwas vorhersehen kann, ist, dass Themen rund um Diversity und Inklusion weiterhin für uns und die Community sehr wichtig bleiben. Wir haben zudem hoffentlich einen sportlichen Sommer vor uns – da denke ich, dass sich vieles um das Thema Fußball drehen wird. Auch die Bundestagswahl könnte ein großes Thema auf der Plattform werden.“



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