Triller, Reels und Byte: Was können die Tiktok-Alternativen?

  • In den USA droht der beliebten Videoplattform Tiktok ein landesweites Verbot.
  • Sollte es tatsächlich zum Bann kommen, macht die App Platz für Neues.
  • Wir stellen drei kostenlose Alternativen vor.
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Tänze, Streiche und Karaoke: Das alles wird in kurzen Videos häppchenweise verpackt und mit einprägsamer Musik unterlegt - fertig ist der Tiktok-Beitrag. Durch hoch- und runterwischen können sich die Nutzer durch die Fülle an Material swipen, Videos kommentieren, liken und auf anderen Portalen teilen. Das Konzept hinter der erfolgreichen App ist recht schnell zu durchdringen. Doch Tiktok ist nicht die einzige Plattform, die den Reiz der bunten Videoschnipsel für sich entdeckt hat. Wir stellen drei kostenlose Alternativen zur kontroversen App vor.

Der Aufsteiger: Triller

Triller ist bereits seit 2015 auf dem Markt. Gegründet wurde sie von den Entwicklern David Leibermann, Sammy Rubin und dem Musikvideoregisseur Colin Tilley. Größere Bekanntheit hat die App allerdings erst in den vergangenen Monaten erlangt. Unter anderem stieg sie in Indien nach dem Tiktok-Bann in den Download-Charts auf Platz eins, außerdem wechselten berühmte Tiktok-Creators wie Griffin Johnson und Noah Beck jüngst zu Triller. Zu den strategischen Partnern der App zählen Musikgrößen wie Snoop Dogg, The Weeknd, Marshmello und Kendrick Lamar.

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Optisch ist zwischen Tiktok und Triller kaum ein Unterschied auszumachen. Beim Öffnen der Anwendung landet der Nutzer in seinem persönlichen Feed. Dieser ist in drei Kategorien unterteilt: “Abonniert” zeigt Accounts an, denen der Nutzer folgt, unter “Musik” lassen sich neue Audio-Trends entdecken. Virale und beliebte Videos finden sich im neuen “Social”-Feed. Am unteren Bildschirmrand sind Informationen über den Account, verwendete Hashtags, die Zahl der Aufrufe und der verwendete Songtitel eingeblendet. Wie bei Tiktok können sich Nutzer zudem durch die Videos wischen.

Beim Erstellen eines Triller-Videos können die Nutzer zunächst zwischen den Kategorien “Musik” und “Social” wählen. Anschließend öffnet sich die Kamera-Funktion. Aus der App heraus lassen sich dann die kurzen Videos aufnehmen und mit verschiedenen Filtern unterlegen. Auch zuvor produzierte Videos aus den Aufnahmen können verwendet werden. Die Länge der Musik-Videos orientiert sich dabei an der Länge des Songs. Mithilfe einer Künstlichen Intelligenz werden die Videoschnipsel und das zuvor ausgewählte Lied anschließend bestmöglich zusammengeschnitten, sodass etwa die Lippenbewegungen zu dem Text passen. Bei Social-Videos ist kein Zeitlimit vorgegeben. Auch hier lassen sich mehrere Clips aneinanderreihen und bearbeiten. Vor dem Posten können Nutzer neben Hashtags auch eine Kategorie und einen Standort hinzufügen.

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Die Copy-Cat: Instagram-Reels

Auch Instagram, das in der Vergangenheit mit seinen Stories bereits erfolgreich die grundlegende Snapchat-Funktion kopiert hat, setzt mittlerweile auf ein ähnliches Feature. Reels heißt das neue Format, das Nutzer in Deutschland seit Juni testweise verwenden können und das seither vor allem im “Explore”-Bereich prominent beworben wird. Die Dauer der Reels ist auf 15 Sekunden begrenzt, sie können ebenfalls wie Tiktoks mit Audiotiteln und Effekten unterlegt werden. Auch die Kommentar- und Like-Funktion unterscheidet sich kaum vom Original.

Um ein Kurzvideo zu erstellen, müssen Nutzer in der Kamera-Funktion das Feature “Reels” auswählen. In der linken Leiste finden sich mehrere Symbole, mit denen sich der Clip bearbeiten lässt. Hinter dem Noten-Button verbirgt sich eine große Auswahl an Audio-Titeln, die im Video als Hintergrundmusik verwendet werden können. Es lassen sich außerdem die Abspielgeschwindigkeit und ein Selbstauslöser festlegen. Unter “Effekte” ist eine Vielzahl an Filtern gelistet, mit denen sich das Reels unterlegen lässt. Darunter etwa auch ein “Green Screen”, der es Nutzern erlaubt, sich vor eigenen Fotos in Szene zu setzen. Es gibt insgesamt drei Möglichkeiten, ein Video aufzunehmen. User können mehrere Clips nacheinander aufnehmen und aneinander hängen, einen einzelnen Clip aufnehmen oder ein bereits bestehendes Video aus den Aufnahmen hochladen. Reels können nur im Hochformat aufgenommen werden.

Anders als bei Tiktok sind die Reels bisher nur vereinzelt im Feed zu finden. Deutlich prominenter werden sie aktuell im “Explore”-Bereich unter dem Lupen-Symbol angezeigt. Sobald ein Reels geöffnet wurde, können sich die Nutzer wie bei Tiktok durch hoch- und runterwischen die verschiedenen Videos anschauen.

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Der Vine-Nachfolger: Byte

Seit Ende Januar ist Byte in App und Play Store verfügbar. Gegründet wurde die Plattform vom ehemaligen Vine-Mitbegründer Dom Hoffmann. Wie es bei der Vorgänger-App üblich war, sind auch Byte-Beiträge auf lediglich sechs Sekunden begrenzt und werden im ewigen Loop angezeigt. Um die App nutzen zu können, müssen sich User zunächst mit einem Apple- oder Google-Konto anmelden. Anschließend gelangen sie in den Feed, der populäre Beiträge ausspielt. Die Views werden zwar nicht eingeblendet, Likes und Kommentare lassen allerdings vermuten, dass die Reichweite der Plattform noch nicht mit den Konkurrenten mithalten kann.

Neben dem Feed gibt es bei Byte eine Suchfunktion für Inhalte, den “Create”-Button, ein Aktivitätenprotokoll und einen Überblick des eigenen Profils. Zum Erstellen der Bytes stehen keine Musikbibliotheken zur Auswahl, stattdessen lassen sich Sounds aus den Aufnahmen hochladen. Auch auf Filter und Effekte haben die Macher der App bisher verzichtet.

Durch ein spezielles Monetarisierungsmodell will Byte das Interesse von Videomachern und Influencern wecken. Das Partnerprogramm befindet sich derzeit noch in der Testphase und soll Ersteller von Beiträgen am Umsatz durch Werbeerlöse beteiligen. Auch sollen ihnen direkte Ansprechpartner und Testfeatures zur Verfügung stehen. Bereits in der ersten Wochen haben mehr als 1,3 Millionen Menschen die App heruntergeladen. An die Vine-Erfolge kann Byte aber noch nicht anknüpfen. Zu Hochzeiten verzeichnete der Vorgänger mehr als 200 Millionen aktive Nutzer.

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