Sehr schnell, sehr dumm, sehr gut

„Need for Speed Unbound“ im Test: Rückbesinnung auf alte Stärken

Die Effekte beim Boosten, Driften und Springen fallen eher am Rand auf.

Die Effekte beim Boosten, Driften und Springen fallen eher am Rand auf.

„Need for Speed“ stand über Jahrzehnte hinweg für schnelle, packende Arcade-Action. Im Lauf der Jahre und im Windschatten der „Fast-&-Furious“-Filme erfanden sich die Spiele mehrfach neu. Illegale Straßenrennen und chaotische Verfolgungsjagden mit der Polizei wurden zu Markenzeichen der Spiele.

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Zuletzt aber schwächelte „Need for Speed“, wurde von Arcade-Racern wie der „Forza-Horizon“-Serie abgehängt. Mit „Need for Speed Unbound“ kehrt die Serie nun nach mehrjähriger Pause zurück. Und schon im Vorfeld waren die Fans uneinig: In Videos war zu sehen, wie die fotorealistische Welt von Zeichentrick­charakteren bevölkert wird und wie Autos beim Fahren Effekte in Streetart-Optik in die Luft malen. War das jetzt cool oder unnötig?

Need for Speed Unbound: 4K und 60FPS aber keine Last-Gen-Version

Am Steuer des neuen Spiels zeigt sich: Es war vor allem keine große Sache. Die Charaktere erzählen ihre Geschichte vor allem aus dem Off, während wir uns auf die Straße konzentrieren. Und die Effekte beim Boosten, Driften und Springen fallen eher am Rand auf. Denn dieser rasante Titel verlangt volle Aufmerksamkeit. Wer durch den Gegenverkehr heizt, um den Nitro aufzuladen und dabei die Minimap im Auge behält, kann nicht noch nebenbei den lila umrahmten Qualm begutachten.

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„Need for Speed Unbound“ erscheint für PC und die aktuellen Konsolen, nicht für PS4 und Xbox One. Unser Testexemplar auf der Playstation 5 hat uns mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde in scharfer 4‑K‑Auflösung unterhalten, aber auch keine Grafikrekorde aufgestellt. Atmosphärisch sieht das Umland aus, regennass glänzt die Stadt. Die getunten und vollgeklebten Karren sind in dieser Welt der Fokus.

Umständlich und langsam wirkt „Need for Speed Unbound“ höchstens, wenn wir mal wieder zu einem Treffpunkt am anderen Ende der Stadt Lakeshore fahren müssen und unterwegs zum x‑ten Mal von der Polizei verfolgt werden. Optisch aber funktioniert es gut, wirkt vor allem schnell und bunt.

Need for Speed Unbound: Rückbesinnung auf alte Stärken

Langsam und dumm wirkt im Vergleich dagegen die Geschichte des Spiels. Sie soll nicht viel Sinn ergeben, sondern Spaß machen. Die Charaktere hätten auf uns lässiger gewirkt, wenn sie auch mal den Mund gehalten hätten. Beständig quatschen und telefonieren die Charaktere beim Fahren, egal, ob im Rennen oder in der freien Spielwelt.

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Das wäre nicht nötig gewesen, wo doch der Sound voll und die Musikauswahl frisch daherkommen. Der prollige Streetart-Stil wird von aktuellen Hits und einigen neuen Titeln getragen, es klingt treibend und abwechslungsreich.

Wenn wir zu hämmernden Beats durch die glänzenden Straßen und Tunnel der Spielwelt rasen, fühlt sich „Need for Speed Unbound“ so stark an wie lange nicht. Die Autos fahren sich unterschiedlich, lassen sich aber alle gut beherrschen. Wenn wir uns dann mit hoher Geschwindigkeit durch den Straßenverkehr schlängeln oder durch enge Kurven driften, dann verlangt das Spiel höchste Konzentration. Beim Erkunden ist ein Crash ein kleines Ärgernis. In Rennen kostet er wertvolle Plätze, die nicht leicht wieder einzuholen sind. „Need for Speed Unbound“ ist auf der normalen Schwierigkeitsstufe durchaus fordernd und auch auf der leichtesten eher nichts für Neulinge.

Need for Speed Unbound: Fazit

„Need for Speed Unbound“ wirkt nicht einladend wie „Mario Kart“ und nicht offen wie „Forza Horizon“. Das muss es nicht. Es ist einfach ein gutes und schnelles Arcade-Rennspiel. Die Herausforderungen variiert es auf interessante Weise. Der Fortschritt im Spiel dreht sich um das verdiente Geld, das bei verschiedenen Renntypen und beim Heizen durch die Stadt verdient wird. Wer sich allerdings von den Cops erwischen lässt, verliert die Tagesbeute wieder. Bedrohlich ist das nur selten. Anfangs sind die Polizisten lästig, aber langsam. Erst auf höheren Fahndungs­stufen werden sie zu einer echten Gefahr.

Die Stadt, die Autos, die verschiedenen Events bringen dem Spiel Abwechslung. Nur die Polizei wird im Lauf der Stunden langweilig. Uns hätte sie mehr Spaß gemacht, wenn sie seltener, dafür aber härter zuschlägt.

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Solche Kritikpunkte sollen aber eines nicht verstellen: „Need for Speed Unbound“ ist ein unkompliziertes Arcade-Rennspiel mit stabiler Präsentation und viel Spaß beim Fahren. Es ist kein Meisterwerk und sicher nicht der beste Titel der Serie. Aber es fühlt sich beim Fahren so an wie eine Rückbesinnung auf alte Stärken.

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