Datenschutz: Messengerdienst Telegram ist „eine Katastrophe“

Schreiben Benutzer eine Nachricht, wird diese in Echtzeit an den Telegram-Server übertragen.

Schreiben Benutzer eine Nachricht, wird diese in Echtzeit an den Telegram-Server übertragen.

Berlin. Telegram sei in Hinsicht auf die Privatsphäre seiner Nutzerinnen und Nutzer eine Katastrophe. Zu diesem ernüchternden Fazit gelangt das Fachportal Heise Security nach einem Test des Messengers. Die App liefere alles, was man tippt, in Echtzeit an den Telegram-Server – und nicht erst dann, wenn man die Nachricht abschickt.

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Der Server habe sogar Zugriff auf eine komplette Kopie aller Chats, so die Experten. Dabei sollten Unterhaltungen eigentlich exklusiv auf dem Mobilgerät der Nutzerin oder des Nutzers lagern. Das Problem: Was der Anbieter mit den Daten macht, außer sie an das Mobilgerät ihrer Besitzerin oder ihres Besitzers zu senden, bleibt im Dunkeln. Das mache sogar Whatsapp besser.

Telegram-Funktion „geheime Chats“ ist gut versteckt

Zwar gebe es als Telegram-Funktion „geheime Chats“, die durch das Mitlesen von Dritten gesichert sind. Das Feature sei aber so gut versteckt, dass es selbst Telegram-Nutzer oftmals nicht kennen würden und zudem Einschränkungen unterworfen. Es funktioniert nicht für Gruppen und immer nur auf einem Gerät.

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Auch hier seien andere Messenger besser aufgestellt. Signal etwa, oder auch Whatsapp, das die Verschlüsselungstechnologie von Signal nutzt. Bei diesen beiden Messengern gibt es keine zentralen Chat-Datenbanken. Die Nachrichten werden so verschlüsselt, dass nur der echte Empfänger sie öffnen und lesen kann (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung), und die Chats lagern nur auf dem Mobilgerät der Besitzerin oder des Besitzers.

Davon abgesehen sei das zu Facebook gehörende Whatsapp aber Closed-Source-Software. Was genau drin steckt, etwa mögliche Hintertüren, wisse niemand. Außerdem werde Whatsapp Stück für Stück weiter in den Konzern integriert, der „mit der exzessiven Nutzung der Daten seiner Nutzer Milliarden verdient“.

Messenger Signal sei sicherer

Als sichere Messenger-Alternative mit guter Verschlüsselung empfehlen die Experten Signal, bei dem es sich ausnahmslos um Open-Source-Software handelt, also um ein quelloffenes Programm. Es lasse sich also jederzeit überprüfen, was dort hinter den Kulissen geschieht.

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Zudem werde die Signal-Infrastruktur von einer gemeinnützigen Stiftung betrieben, die sich dem Datenschutz verschrieben hat und sich vollständig aus Spenden finanziert. So bestehe auch kein finanzielles Interesse an den Daten der Anwenderinnen und Anwender. Hinter Telegram stehe dagegen ein undurchsichtiges Firmen-Konstrukt, über dessen Motive so gut wie nichts bekannt sei.

RND/dpa

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