Tele 5 verabschiedet sich wegen eines Nippel-Videos von YouTube

Ein Nippel, der für ein paar Sekunden in einem Video zu sehen war, hat Tele 5 eine Verwarnung von YouTube eingehandelt. Der Nischensender schließt deswegen seinen Kanal auf der Video-Plattform.

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München. Freundliche Worte des Abschieds sind es nicht, die der Sender Tele 5 für den Google-Giganten YouTube übrig hat: Mit dem Musikvideo "YouTube, du Hure" verkündet der deutsche Nischensender auf seiner Webseite medienwirksam das Abschalten des eigenen Kanals auf der Video-Plattform.

Der Grund für die Aufregung ist die Brustwarze einer Frau, die für ein paar Sekunden in einem Filmtrailer zu sehen ist. „Vor etwa vier Wochen wurden wir von YouTube abgemahnt“, sagt Alina Hülsken, Managerin der Kommunikation bei Tele 5, auf Anfrage. Die Abmahnung sei „nichts Wildes“ gewesen, aber eine Initialzündung, um den YouTube-Kanal abzuschalten. Gemeinsam mit Comedian William Karma wehrt sich Tele-5-Chef Kai Blasberg gegen Zensur. Karma rappt: „Heute sind es Nippel, morgen rote Hosen und übermorgen irgendwas.“ Am Ende des Videos kommt Blasberg noch einmal zu Wort: „Du glaubst doch tatsächlich, uns wegen der Abbildung eines weiblichen, sekundären Geschlechtsmerkmales abmahnen zu können. Wir sind es satt, endgültig.“

Auf anderen Social-Media-Plattformen will Tele 5 bleiben

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Das Video soll sich unter dem Hashtag „Youxit“, angelehnt an den britischen Brexit, über Soziale Medien verbreiten.

Die anderen Social-Media-Profile bei Twitter und Facebook will Tele 5 aber nicht schließen, sagt Hülsken. Auch wenn Facebook bei nackten, weiblichen Brüsten ebenso streng sei wie YouTube. „Das Foto einer nackten Brust könnten wir bei Facebook wahrscheinlich gar nicht erst hochladen.“ Der Sender versuche sich aber bei den Inhalten an den Richtlinien von Facebook zu orientieren. Denn: „Um Facebook kommen wir nicht herum“, so Hülsken.

Während das Tele-5-Facebook-Profil etwa 106 000 Abonnenten hat, hatte der YouTube-Kanal zuletzt 56 000 Abonnenten.

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Von Geraldine Oetken/RND