Tauchausflug mit Folgen: Spannendes Horrorgame „Man of Medan“

  • Den Spielverlauf individuell erleben zu können liegt derzeit im Trend.
  • „The Dark Pictures: Man of Medan“ stellt Spieler vor die Qual der Wahl: Überleben? Oder die Gruppe gefährden?
  • Das neue Game im Test.
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Berlin. Was tief verborgen im Meer haust und plötzlich daraus hervorgekrochen kommt, jagt Menschen Angst ein. „The Dark Pictures: Man of Medan“ nutzt diese Furcht für eine spannende Horrorgeschichte: Ein entspannter Ausflug aufs Meer wird in dem neuen Spiel für Playstation 4, Xbox One und den PC erst zum reinen Albtraum – und dann zu einem Wettlauf mit dem Tod.

Aber „Man of Medan“ bringt nicht nur den klassischen Horror- oder Slasherfilm auf die Konsole. Einen Modus für Solospieler gibt es zwar auch, aufregender sind aber die Multiplayer-Modi: Damit können mehrere Horrorfans das Drama gemeinsam erleben, wahlweise online oder auf der Wohnzimmercouch. Endlich kann man es also besser machen als die dusseligen Filmfiguren, die sich immer unnötig in Gefahr begeben. Oder etwa nicht?

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Teenies auf einem Geisterschiff

Zunächst zur Handlung: Eine Gruppe Spätpubertierender hat sich zu einem Tauchausflug mit anschließendem Besäufnis ein Boot nebst übellauniger Kapitänin gemietet. Die Gruppe besteht aus Archetypen, wie man sie aus diversen Teenie-Horrorfilmen der 80er- und 90er-Jahre kennt: Sportskanone, Cheerleader-Girl, Streber mit Brille und ein Sprücheklopfer-Macho.

Als die Gruppe sich mit ein paar Küstenpiraten anlegt, nimmt das Unheil seinen Lauf – und der so fröhlich begonnene Ausflug endet an Bord eines Geisterschiffs aus dem Zweiten Weltkrieg, das einsam und verlassen durchs Meer dümpelt. An Bord des fahrenden Wracks angekommen, werden die Charaktere mit einer bösen Macht konfrontiert, die ihnen nach dem Leben trachtet.

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Leben oder Tod? Charaktere beeinflussen Handlungen

Nach dem „Da waren es nur noch ...“-Prinzip schnappt sich die böse Macht einen Charakter nach dem anderen. Doch es muss nicht so weit kommen – denn Spieler haben die Möglichkeit, die Gruppe vor einem fürchterlichen Tod zu retten. Doch wie funktioniert das?

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Spieler müssen im Verlauf der Story immer wieder entscheiden, wie die Charaktere untereinander oder mit der Umwelt interagieren. Soll sich jemand eher aggressiv oder eher beschwichtigend verhalten, soll er einen lockeren Spruch klopfen oder besser schweigen? All das beeinflusst den Verlauf der Handlung und kann über Tod oder Leben einer Figur entscheiden. Nur selten können Spieler dabei einschätzen, welche weitreichenden Folgen eine Entscheidung hat.

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Onlinemodus eher Stimmungskiller

Im Onlinemodus spielen zwei Personen die Story simultan, aber aus verschiedenen Perspektiven – und treffen deshalb auch jeweils eigene Entscheidungen. Befinden sich die beiden handelnden Charaktere im selben Raum, stoppt die Handlung, bis beide Spieler ihr Knöpfchen gedrückt haben.

Daraus ergeben sich manchmal unfreiwillig komische Situationen, wenn eine Entscheidung auf sich warten lässt und man der Spielfigur minutenlang beim Grübeln zuschauen muss. Bei einem rasanten Horrorspiel tötet dies aber leider auf Dauer die Stimmung. Insgesamt wirkt der Onlinemodus daher zwar nett gemeint, aber verzichtbar.

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„Movie Night“-Modus: Fünf Spieler, ein Controller

Wesentlich unterhaltsamer ist „Man of Medan“, wenn sich mehrere Horrorfans im gleichen Raum versammeln. Bis zu fünf Spieler teilen sich im Modus „Movie Night“ einen Controller. Bevor die Geschichte beginnt, wird ausgewählt, welcher Spieler welche Figuren steuert – wechselt die Story die Perspektive, müssen die Spieler den Controller weiterreichen.

So hält jeder mal die sprichwörtlichen Fäden der Handlung in der Hand. Da eine falsche Entscheidung eines Einzelnen jedoch tödliche Auswirkungen auf die anderen Spielfiguren haben kann, kommt es immer wieder zu spaßig-hitzigen Diskussionen im Wohnzimmer: „Warum hast du so entschieden? Jetzt gehen wir bestimmt alle drauf!“

Weitere Teile der „Dark Pictures“-Reihe sind bereits angekündigt – „Man of Medan“ macht in der Hinsicht Lust auf mehr. Zwar wird die typische Teenie-Horrorgeschichte eingefleischten Fans des Genres nicht viel Neues bieten, alle anderen dürften sich aber auf ein paar stimmungsvolle Gruselstunden freuen. Der „Movie Night“-Modus ist eine schöne Idee. Wer sich darauf einlässt, erlebt ein paar lustig-gruselige Stunden mit Freunden, Kartoffelchips und jeder Menge Diskussionen vor dem heimischen Bildschirm.

„The Dark Pictures: Man of Medan“ von Supermassive Games und Bandai Namco kostet 30 Euro, ist ab sofort erhältlich und ab 18 Jahren freigegeben.

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RND/dpa