Studie: Videospieler können Mengen besser abschätzen

  • Videospieler haben Wissenschaftlern aus Tübingen zufolge einen ausgeprägteren Zahlensinn.
  • Beim Computerspielen kann man seine Hirnleistung trainieren, was unter anderem dazu führt, dass Gamer Mengen besser abschätzen können als Nicht-Gamer.
  • Nichtsdestotrotz sollte man nicht übertreiben, denn exzessives Spielen kann in Abhängigkeit münden.
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Tübingen. Ein Wissenschaftlerteam der Universität Tübingen hat einen aktivierenden Effekt von Computerspielen auf den Zahlensinn festgestellt. Die Fähigkeit, Mengen richtig zu schätzen, verbessert sich mit der Anzahl an Spielstunden pro Woche, wie das Team laut einer am Montag veröffentlichten Mitteilung der Universität in der Fachzeitschrift „Addiction Biology“ berichtete. Dennoch warne Studienleiter Uwe Ilg vor exzessivem Computerspielen: „Das kann in Abhängigkeit münden, dies ist offiziell als Krankheit anerkannt.“

Ein ausgeprägter Zahlensinn lässt sich trainieren

Videospielen könne Hirnleistungen verbessern. „Je mehr wir spielen, desto besser können wir auf einen Blick eine Anzahl an Gegenständen abschätzen“, erklärten die Neurowissenschaftler Joana Stäb und Ilg. Das beruhe wahrscheinlich auf verbesserten Aufmerksamkeitsprozessen im Gehirn. Grundsätzlich sei die Fähigkeit, auf einen Blick Mengen einzuschätzen, angeboren. Wie ausgeprägt und differenziert der Zahlensinn sei, lasse sich jedoch offenbar trainieren, wie auch musikalische Wahrnehmung trainierbar sei.

Das Team geht den Angaben zufolge davon aus, dass Computerspielen Einfluss darauf hat, wie das Gehirn die Aufmerksamkeit lenkt und kontrolliert. „Wir wissen aus weiteren Studien, dass Videospielen auch andere kognitive Fähigkeiten verbessert, wie etwa die Zeitwahrnehmung oder das Arbeitsgedächtnis“, sagte Ilg.

RND/epd

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