Studie: Kinder-Influencer bewerben oft ungesunde Produkte

  • Sie vermarkten auf Youtube und Instagram Spielzeug, Kleidung und Nahrung.
  • Junge Influencer, die teilweise noch im Kindergartenalter sind, tun es den großen Stars der Branche gleich.
  • Eine Studie hat nun herausgefunden, dass dabei vor allem ungesunde Waren beworben werden.
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Oft mit Unterstützung der Eltern werden auch Kinder mittlerweile immer häufiger zu Social-Media-Größen, die auf Plattformen wie Youtube und Instagram Millionen Aufrufe verbuchen können. Laut einer aktuellen Studie, die im Fachmagazin „Pediatrics“ veröffentlicht wurde, vermarkten die jungen Influencer dabei vor allem auf Youtube oft Junkfood und zuckerhaltige Getränke.

„Wir sollten uns YouTube-Influencer-Videos mit Skepsis nähern, auch den Videos, die lehrreich oder kinderfreundlich erscheinen“, zitiert „CNN“ die leitende Autorin der Studie Marie Bragg, Assistenzprofessorin für Ernährung die an der New York University tätig ist. Für die Studie haben die Forscher 418 Videos von den fünf meistgesehenen Kinder-Influencern auf Youtube analysiert. Die Kinder waren dabei zwischen drei und 14 Jahre alt. Unter den vermarkteten Produkten wurden neben Spielzeug vor allem Lebensmittel angepriesen.

Schleichwerbung überrascht Forscher und Eltern

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Insgesamt zeigten 179 der untersuchten Videos Werbung für Lebensmittel. In rund 90 Prozent der Fälle handelte es sich dabei um Fastfood wie Burger, Süßigkeiten oder zuckerhaltige Getränke. Die Clips wurden insgesamt mehr als eine Milliarde Mal aufgerufen. Besonders die Art des Marketings sei dabei nicht außer Acht zu lassen, betont Bragg. Oftmals suggerierten die Videos andere Inhalte, etwa dass Kinder draußen beim Spielen gefilmt werden. Eltern würden nicht damit rechnen, dass plötzlich überraschende Werbung für Lebensmittel und andere Produkte eingeblendet werden. „Diese Art des Marketings ist Neuland für Familien und Forscher“, sagt Bragg. Kinder seien für die gezeigte Vermarktung besonders empfänglich, da sie die Influencer oftmals als Freunde sehen.

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Die American Academy of Pediatrics fordert daher neue Maßnahmen zum Schutz von Kindern, die ihren Idolen auf Youtube oder anderen Plattformen folgen. „Wir brauchen einen neuen Ethikkodex in USA, der auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten ist“, zitiert „CNN“ die Ärztin Jenny Radesky. „Nur weil das digitale Ökosystem für Erwachsene von Werbeeinnahmen und überzeugendem Design angetrieben wird, heißt das nicht, dass digitale Räume für Kinder ebenso sein sollten“, fügt sie hinzu.

RND/mkr

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