Spotify attackiert Clubhouse: neue Talkformate, mehr Mitarbeiter

Der Musikstreaming-Marktführer Spotify investiert kräftig in neue Talkformate, um der Konkurrenz wie Clubhouse das Wasser abzugraben.

Der Musikstreaming-Marktführer Spotify investiert kräftig in neue Talkformate, um der Konkurrenz wie Clubhouse das Wasser abzugraben.

Spotify will den Markt in Sachen Liveaudio attackieren, bevor sich Newcomer Clubhouse in dem Marktsegment festsetzt. So wollen die Schweden nach Angaben von Bloomberg mehr als 100 neue Mitarbeiter einstellen und planen demnach die Produktion mehrerer exklusiver Talkshowformate. Die neue Offensive folgt auf den Kauf der populären Sportplattform „Locker Room“, dessen Mutterunternehmen Betty Labs Spotify im März erworben hatte.

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Auf Locker Room treffen Fans und Sportjournalisten nach Livespielen aufeinander und diskutieren die Ereignisse. Das Format ist immens populär in den USA und nur ein Indiz dafür, dass eine digitale Renaissance des Talkradios in den Vereinigten Staaten ansteht. Sprachformate im Rundfunk sind nach wie vor in den USA extrem beliebt – gerade auf dem Bezahlsektor gibt es bei den großen Pay-Radio-Stationen wie Sirius XM etliche exklusive Talkformate, etwa mit dem legendären Anarcho-Talker Howard Stern.

Derlei Formate möchten die Schweden jetzt adaptieren und sozusagen als Call-in-Pod-Shows in den nichtlinearen Markt überführen. Die digitale Renaissance der klassischen amerikanischen „Call-in Radioshow“, also einer Gesprächssendung mit Zuschauerbeteiligung wird derzeit durch Plattformen wie Clubhouse und Discord bedient – Spotify möchte das neue Geschäftsfeld jetzt kapitalisieren.

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Mehrere Hunderttausend Dollar Gehalt

Nach Angaben von Bloomberg befinde sich Spotify bereits in Verhandlungen mit Mitarbeitern, die Spotifys eigene Podcasts moderieren. Die Hosts seien angehalten, neue Ideen für eine neue Version der Spotify-App zu entwickeln, berichtet Bloomberg und bezieht sich auf interne Informanten, die nicht genannt werden wollen. Eigene Talente sollen dabei mit Salären von mehreren Hunderttausend Dollar gelockt werden. Die Schweden sind Weltmarktführer bei den On-Demand-Musik-Angeboten vor den Hauptkonkurrenten Apple Music und Amazon und haben bereits mehr als eine Milliarde Dollar in den Kauf von Podcastanbietern investiert.

Im Unterschied zu Podcasts sind Angebote wie Locker Room oder Clubhouse auf Publikumsbeteiligung ausgelegt und live. Locker-Room-Moderatoren könnten Zuhörer auf die virtuelle Bühne bitten, um eine Frage zu stellen oder sich an einer Diskussion zu beteiligen. Zwar sei laut Bloomberg noch gar nicht klar, wie groß das wirtschaftliche Wachstumspotential der Liveaudio-Apps sei, aber bei Spotify wolle man nicht verpassen, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, heißt es.

Clubhouse mit Milliardenschub

Clubhouse, das in Deutschland schon gern einmal totgesagt wurde, und sich bereits einen Namen bei Expertengesprächen zu Tech und Investitionen gemacht hat, hat gerade bei Investoren vier Milliarden Dollar eingeworben, um seine Social-Audio-App zu finanzieren. Derweil arbeitet Spotify mit Hochdruck an einer Android-Version von Locker Room. Bis jetzt bleibt Clubhouse nämlich auf Apples Smartphone-System iOS beschränkt. Das Wachstum von Clubhouse scheint sich etwas einzubremsen, seit auch die Big Player wie Spotify, Facebook und Twitter Interesse an dem Marktsegment zeigen.

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Das könnte, so meinen US-Experten, der entscheidende Pluspunkt für Spotify sein. Denn im Unterschied zu Facebook und Twitter, die in Sachen Audiobusiness bisher nicht viel zu bieten hatten, ist Spotify bereits Marktführer. Allerdings werkelt man bei Facebook fieberhaft an einem „ganzen Set von neuen Audio-Apps“ wie etwa dem jüngst vorgestellten „Live Audio Rooms“ wie es auf deren amerikanischer Presseseite heißt. Damit sollen Facebook-Nutzer künftig „ein Tonstudio in der Tasche“ haben.

Bei Spotify hat man erkannt, dass der Kampf um Platz eins im Markt kein Zuckerschlecken wird. Die ehrgeizigen Schweden setzen deshalb alles daran, ihren Vorsprung gegenüber der Konkurrenz auszubauen.

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