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Spionage und Zensur befürchtet: US-Regierung will Tiktok unter die Lupe nehmen

  • Kurze Clips, Karaoke und viele, viele Nutzer: Auch in Deutschland begeistert Tiktok Millionen.
  • Nun gerät die aus China stammende App unter Spionageverdacht – in den USA soll sich gar die Regierung mit dem Thema befassen.
  • Tiktok bestreitet die Vorwürfe allerdings vehement.
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Die US-Regierung will offenbar die aus China stammende App Tiktok wegen Sicherheitsbedenken unter die Lupe nehmen. Wie die „New York Times“ berichtet, soll ein Regierungsgremium prüfen, ob die beliebte Anwendung zum Drehen und Teilen von kurzen Videos Daten an chinesische Behörden weiterleitet. Das zuständige US-Finanzministerium wollte den Bericht allerdings nicht kommentieren.

Tiktok gehört zum chinesischen Unternehmen Byte Dance, das der App nach dem Kauf von Musical.Ly vor zwei Jahren zum Durchbruch verhalf. Zuletzt verzeichnete Tiktok wohl stetig steigende Nutzerzahlen. Zwar unterhält sich das Unternehmen bedeckt, Schätzungen zufolge sind aber mittlerweile mindestens 800 Millionen Menschen in dem Instagram-ähnlichen sozialen Netzwerk unterwegs.

Republikaner und Demokraten vereint

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Dort hatten sich zuletzt sowohl Republikaner als auch Demokraten kritisch zu der bei Jugendlichen beliebten Anwendung geäußert. „Mit mehr als 110 Millionen Downloads allein in den USA ist Tiktok eine potenzielle Gegenspionagegefahr, die wir nicht ignorieren können“, schrieben Demokraten-Chef Chuck Schumer und der republikanische Senator Tom Cotton jüngst in einem Brief an US-Geheimdienstchef Joseph Maguire. Auch merkten die Senatoren an, dass bei Tiktok auffällig wenig Inhalte zu den Protesten in Hongkong zu finden seien.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, könnte nun eine Untersuchung des Kaufs von Musical.Ly durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) eingeleitet werden. Hintergrund sei die Befürchtung, Tiktok könne Zensur betreiben. Unter anderem könne das CFIUS Tiktok sogar zu einer Rückabwicklung des Kaufs von Musical.Ly zwingen, heißt es bei Reuters weiter.

TikTok kommentierte die jüngsten Berichte nicht ausführlich. Es gebe aber Gespräche mit dem CFIUS, so ein Sprecher gegenüber Reuters. Zuvor hatte das Unternehmen versichert, es sei seine höchste Priorität, das Vertrauen der Nutzer und der Aufsichtsbehörden zu gewinnen. Schon in der vergangenen Woche hatte Tiktok betont, nicht durch Regierungen wie die chinesische beeinflusst zu werden. Auch befänden sich die Server des sozialen Netzwerks nicht in China. Dort ist lediglich die Douyin genannte Schwester-App von Tiktok verfügbar.

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In Deutschland hat die Smartphone-Anwendung nach einem Bericht des Magazins „Futurebiz“ aktuell etwa 4,1 Millionen Nutzer. Auch hier ist der Großteil jünger als bei konkurrierenden Plattformen. Zuletzt rückte die Anwendung auch ins Blickfeld großer Medien und Stars. Unter anderem Heidi Klum ist dort mittlerweile aktiv.