Frische Filter, Features und Kooperationen: Das ist neu bei Snapchat

  • Einmal im Jahr präsentiert das Unternehmen Snap, das hinter der Social-Media-App Snapchat steht, seine neuesten Entwicklungen.
  • Dieses Mal ging es unter anderem um neue Filter, virtuelles Lego-Bauen und Shoppen von zu Hause aus.
  • Außerdem stellte das Social-Media-Unternehmen neue Funktionen für Influencerinnen und Influencer vor.
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Es gab Zeiten, da diente Snapchat noch dazu, Freundinnen und Freunden spontane Fotos aus dem eigenen Alltag zu schicken. Solche, die sehenswert genug waren, um sie zu zeigen, doch peinlich genug, um zu verhindern, dass andere sie speichern. Ein Prinzip, auf dem die Anwendung noch immer fußt, da ist sich Snap-CEO Evan Spiegel sicher. Und doch hat sich zehn Jahre nach Erscheinen der Anwendung vieles geändert: Die täglich 280 Millionen Nutzerinnen und Nutzer setzen sich virtuelle Hundeohren auf, geben mit einer Markierung auf einer Karte an, wo sie gerade sind, und beziehen ihre Nachrichten aus Storys. Für das Social-Media-Unternehmen bedeutet das nicht nur etliche App-Klicks am Tag – auch die Zahl der Werbekunden verdoppelte sich binnen eines Jahres.

Damit dieser Trend anhält, setzt Snap auf weitere Features und Partnerfirmen. Vorgestellt wurden die neuen Entwicklungen am Donnerstagabend auf der jährlichen „Snap Partner Summit“-Konferenz. Welche neuen Funktionen es gibt und was sich dadurch für Userinnen und User der Anwendung ändert – ein Überblick.

Snapchat setzt weiter auf Augmented Reality

Seit der Einführung der sogenannten erweiterten Realität, auch bekannt als Augmented Reality, profitiert das Social-Media-Unternehmen Snap von ihr: Sie bietet Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit, digitale Inhalte auf dem Bildschirm ins reale Umfeld einzufügen. Bislang äußerte sich das vor allem durch Spaßfunktionen wie die Möglichkeit, sich selbst Schnauzbärte oder Katzenohren zu verpassen.

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Jetzt aber ist Schluss mit lustig: Ein Update erlaubt eine seriösere Nutzung der Funktion. Userinnen und User erhalten Shoppingempfehlungen „von Hunderten von Marken“, wenn sie ein Outfit scannen oder ein Foto ihrer Kleiderwahl aus der Bildergalerie auf dem Smartphone auswählen. Und auch weniger teure Hobbys unterstützt das Unternehmen bald: „Allrecipes“ heißt das Feature, das laut Snap „in Kürze“ erscheint und Rezepte auf Basis von Zutaten empfiehlt, die von der Kamera eingefangen werden.

Keine Ideen mehr in der Küche? Auch bei diesem Problem will Snapchat künftig Abhilfe schaffen. © Quelle: Snap Inc.
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Die Kamera selbst bietet durch das Update ebenso neue Möglichkeiten: Die Shortcuts schlagen Nutzerinnen und Nutzern nun Modi, Filter und Sounds vor, die zum aktuellen Umfeld passen. Über kontextbezogene Informationen interagiert die Community noch intensiver mit ihrer Umgebung, heißt es hierzu seitens des Social-Media-Unternehmens.

Neue Features für Unternehmen: Snap kündigt „Story Studio“ an

Auch aus Sicht von Unternehmen und Influencerinnen sowie Influencern hält die Snapchat-App neue Features bereit. So ist es künftig durch ein neues System von Direktnachrichten möglich, individueller auf Nutzerinnen und Nutzer einzugehen: Fans einer Marke oder einer Person können sogenannte Geschenke senden, wenn sie auf eine Story antworten, um in direkten Kontakt zu treten. Dafür müssen Nutzerinnen und Nutzer allerdings auch „Snap-Tokens“ kaufen – die Einnahmen teilen sich Snapchat und das Unternehmen, beziehungsweise die Influencerin oder der Influencer.

Mit virtuellen Geschenken haben Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, anderen gegen Geld eine kleine Aufmerksamkeit zu machen. © Quelle: Snap Inc.

Wer Inhalte bei Snapchat erstellt, kann sich zudem über eine neue, eigenständige App des Mutterunternehmens freuen: Mit „Story Studio“ sollen Userinnen und User schnell und anwenderfreundlich Videos erstellen können, mithilfe von lizenzierter Musik, kreativen Elementen oder Augmented-Reality-Technologie. Laut Ankündigung wird die iOS-Variante der Anwendung noch in diesem Jahr im App-Store verfügbar sein.

Für eine weitere Anwendung stellen die Snap-Entwicklerinnen und -Entwickler ein Update zur Verfügung: Die Desktop-App „Lens Studio“, mit der sich die beliebten Snapchat-Filter erstellen lassen, bekommt neue Funktionen. So sollen ab sofort eine Menge neuer Augmented-Reality-Effekte, zum Beispiel in den Bereichen Gaming, Shopping oder Bildung, verfügbar sein. Ein bekanntes Unternehmen ist als Partner an Bord: Lego. Snap und der Spielwarenhersteller haben ein Feature entwickelt, mit dem Befreundete nun die beliebten Steine gemeinsam zusammenbauen können.

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Ergebnis der „Snap Partner Summit“: Die Snapchat-Karte gewinnt an Bedeutung

Wichtige Bausteine im neuesten Snapchat-Update sind Kooperationen mit Unternehmen. In der Kartenfunktion können Nutzerinnen und Nutzer sich zum Beispiel eine AR-Ebene von der Gastronomieführerplattform The Infatuation einfügen, die Restaurants in der Umgebung anzeigt. Auch die Plattform Ticketmaster ist dabei: Die Karte zeigt an, wo ein Konzert stattfindet – und bietet eine Schnittstelle zum direkten Ticketkauf. Interessant für Shoppingfans: Die Modeplattform Poshmark bietet mithilfe von Snapchats AR die Möglichkeit, einen ganzen Einkauf per Smartphone zu erledigen, inklusive virtueller Anprobe.

Ein weiterer, noch prominenterer Partner: Disney. Der US-Konzern hat die AR-Technologie von Snapchat in seine „My Disney Experience App“ eingebunden. Damit können Besucherinnen und Besucher von Disneyland beispielsweise das berühmte Cinderella-Schloss optisch auf dem Smartphonebildschirm verwandeln. Und eines darf bei so einer Zusammenarbeit nicht fehlen: Ab sofort gibt es Mickey und Minnie Mouse als Snapchat-Filter.

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So sieht es aus, wenn Snap und Disney kooperieren: Das Schloss im Freizeitpark erscheint über das Smartphone wie in einem Märchen. © Quelle: Snap Inc.

Spectacles: Snap kündigt Release einer AR-Brille an

Neben den vielen Softwarefeatures stellte Snap – quasi als „One More Thing“ der Präsentation – noch ein Hardwaregadget vor: die neue AR-Brille Spectacles. Schon 2016 hatte das Unternehmen eine Brille auf den Markt gebracht, die dem Tragenden teils die reale, teils die virtuelle Welt zeigt. Doch was damals noch eher dem Anspruch einer technischen Spielerei genügte, soll jetzt der große Aufschlag werden: Die neue Brille verfügt über zwei Kameras, vier Mikrofone, zwei Lautsprecher sowie ein am Rahmen installiertes Touchpad, mit dem Nutzerinnen und Nutzer durch die virtuelle Snapchat-App surfen können.

Allerdings: In den Verkauf kommen die Brillen vorerst noch nicht. Snap will sie stattdessen an Entwicklerinnen und Entwickler weitergeben, damit sie neue AR-Inhalte programmieren können.

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