Snapchat belastet Facebook mit „Project Voldemort“

  • Das Soziale Netzwerk Snapchat hat sich in einem Dossier über die unlauteren Wettbewerbsmethoden von Konkurrent Facebook beschwert.
  • Darin heißt es unter anderem, dass Instagram, das zu Facebook gehört, seinen Influencern drohe.
  • Die US-Handelsbehörde FTC meldet Interesse an dem Dokument an.
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Santa Monica. Mit einem umfangreichen Dossier wehrt sich Snap, der Betreiber hinter der Messaging-App Snapchat, jetzt gegen Facebook und das Tochterunternehmen Instagram und wirft seinem Konkurrenten Missbrauch der Marktmacht vor. Das Dokument, das das Unternehmen nach dem Harry-Potter-Bösewicht Voldemort benannte, basiert auf Daten, die Snapchat über Jahre zusammengetragen hat.

Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, will Snapchat seinen Report bald der US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) vorlegen. Die hatte demnach bereits Interesse angemeldet und könnte Facebook auf Grundlage der Beschwerde erneut kartellrechtlich untersuchen lassen.

„Project Voldemort“ berichtet unter anderem über den extremen Konkurrenzkampf zwischen Instagram und Snapchat. Demnach soll die Facebook-Tochter seinen großen Influencern untersagt haben, Snapchat-Links in ihren Profilen zu teilen. Bei einem Verstoß soll Instagram damit gedroht haben, auf den Accounts die wichtigen blauen Haken, die den Nutzer verifizieren, zu entfernen. Bereits vor einiger Zeit sorgte Facebook für Aufsehen und Ärger in der Tech-Welt, als es mit seinen Instagram-Stories das Herzstück der Snapchat-Funktionen schlichtweg kopierte.

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Darüber hinaus geht die Führungsebene bei Snap um CEO Evan Spiegel davon aus, dass Instagram Inhalte wie etwa Snapchat-Filter oder Beiträge unter #snapchat in seiner Suchfunktion blockiert haben soll. Ähnliche Methoden soll der Sillicon-Valley-Gigant auch bei anderen kleineren Start-ups angewendet haben. In den vergangenen Monaten hat die FTC bereits Kontakt zu Dutzenden betroffenen Tech-Managern und App-Entwicklern aufgenommen. Auch sie sollen von Facebook unter Druck gesetzt worden sein. Schlugen die Start-ups etwa einen Verkaufsdeal aus, so habe das soziale Netzwerk schlicht damit gedroht, die Ideen zu kopieren und selbst zu etablieren.

Bereits im Zuge des Datenskandals um Cambridge Analytica hatte die FTC, die in den USA auch Datenschutzverstößen nachgeht, Ermittlungen gegen Facebook eingeleitet. Im Mai hatte sich das Unternehmen dann zu zusätzlichen Datenschutzauflagen und einem unabhängigen Aufsichtsgremium bereit erklärt.

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