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Schluss mit Account-Sharing: Netflix will gegen Mehrfachnutzung vorgehen

  • Zahlreiche Netflix-Kunden teilen ihre Zugangsdaten mit Freunden.
  • Dadurch gehen dem Streamingdienst monatlich mehr als hundert Millionen Dollar verloren.
  • Netflix hat nun genug vom unerlaubten Sharing und will gegen die Weitergabe von Passwörtern vorgehen.
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Los Gatos. Für viele ist es zu verlockend: Bisher ließ sich das breite Angebot vom Streamingdienstanbieter Netflix durch die Weitergabe der Zugangsdaten einfach von mehreren Personen nutzen. Diese Doppel- oder Mehrfachnutzung zieht in den USA weite Kreise. In einer Umfrage des TV-Senders CNBC gaben mehr als 35 Prozent der Millenials an, regelmäßig ihren Netflix-Account zu teilen. Insgesamt zahlte rund jeder zehnte Befragte nicht für den Streamingdienst, heißt es in der Studie. Allein dadurch gehen dem Anbieter monatliche Einnahmen von mehr als hundert Millionen Dollar verloren. Auch eine Stagnation der Nutzerzahlen ist eine Konsequenz der Weitergabe von Daten.

Netflix-Chief Product Officer Greg Peters äußerte sich jüngst in einem Interview zu dem wachsenden Problem. „Wir setzen die Beobachtung der Situation weiter fort“, heißt es in einem Youtube-Video. „Wir werden eine verbraucherfreundliche Lösung für dieses Problem finden.“ Wie genau die Lösung gegen die Weitergabe von Daten aussehen könnte, ließ Peters allerdings offen.

Künstliche Intelligenz für die Überprüfung?

In den AGB des Unternehmens heißt es, das Teilen eines Accounts ist grundsätzlich erlaubt. Dies gilt allerdings nur für Personen, die im gleichen Haushalt leben. Demnach ist das Basic-Abo für Alleinstehende vorgesehen, das Standard-Abo für Zwei-Personen-Haushalte und das Premium-Abo für Familien mit bis zu vier verschiedenen Nutzern. Vor allem Freunde und Bekannte nutzen Letzteres allerdings auch oft über die Grenzen eines Haushaltes hinaus.

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Wie Netflix künftig überprüfen will, ob seine Nutzer tatsächlich zusammen wohnen, ist unklar. Der Musik-Streamingdienst Spotify etwa versucht mit stichprobenartigen Nachweisen sicherzugehen, dass alle Nutzer, die das Family-Paket nutzen, unter derselben Adresse gemeldet sind. Pläne, die Familienmitglieder über GPS-Tracking ausfindig zu machen, scheiterten allerdings am Datenschutz.

Auch eine künstliche Intelligenz könnte helfen, den Schwarzsehern auf die Schliche zu kommen. Ein neues Tool der Firma Synamedia, das Anfang des Jahres in den USA vorgestellt wurde, soll dabei helfen, nichtzahlende Nutzer zu identifizieren. Dazu greift die Software auf Nutzungsdaten wie Anmeldedaten, Ort und Uhrzeit zurück.

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RND/mkr