Satelliten-Internet: Musk erhält für SpaceX Frequenzen

  • Breitband-Internet in Deutschland dank Tesla-Gründer Elon Musk - die Bundesnetzagentur hat ihm zumindest nun das „Go“ für Starlink-Funkfrequenzen erteilt.
  • 800 Starlink-Satelliten sind bereits in der Umlaufbahn, über 4000 weitere sollen durch Musks Unternehmen SpaceX folgen.
  • Zunächst ist die Zuteilung auf ein Jahr befristet.
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Bonn. Die Bundesnetzagentur hat dem US-Unternehmen SpaceX von Tesla-Gründer Elon Musk Funkfrequenzen für das Satellitensystem Starlink zugeteilt. „Wir haben die frequenzrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, damit in Deutschland breitbandiges Internet über Satellit angeboten werden kann“, sagte Behördenchef Jochen Homann am Freitag. Es handele sich um die erste Zuteilung von Frequenzen für eine sogenannte Satelliten-Mega-Konstellation mit einer sehr hohen Anzahl erdnaher, umlaufender Satelliten.

Mehr als 4400 Starlink-Satelliten geplant

Mit Starlink sollen satellitengestützte breitbandige Internet-Dienste mit ähnlichen Reaktionszeiten (Latenz) wie in terrestrischen Netzen möglich sein. Derzeit befinden sich laut Netzagentur 800 Starlink-Satelliten auf einer Erdumlaufbahn. Im Endausbau seien mehr als 4400 Satelliten geplant. Neben den Frequenzen für das Satellitenfunknetz habe Starlink Frequenzen für mehrere Erdfunkstellen in Deutschland erhalten, die als Gateways den Übergang und die Verbindung mit dem Internet sicherstellen sollen.

Die Zuteilung enthalte Regelungen, die den störungsfreien Betrieb anderer Anwendungen im gleichen und benachbarten Frequenzbereich sicherstellten, unter anderem mit dem Richtfunk, der Radioastronomie und geostationären Satellitenanwendungen. Wegen der Neuartigkeit des Systems sei die Frequenzzuteilung zunächst auf ein Jahr befristet, um bei der längerfristigen Genehmigung falls nötig Anpassungen vornehmen zu können.

Russische Rakete brachte 36 neue Satelliten ins All

Einen Schritt weiter sind bereits die Russen. Der europäische Raketenbetreiber Arianespace hat weitere Satelliten zur besseren Internetversorgung auf der Erde ins All geschickt. Am Freitagabend (Ortszeit) hob eine russische Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Wostotschny im äußersten Osten des Landes ab, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos über Twitter mitteilte. An Bord waren 36 Satelliten des britischen Kommunikationsunternehmens OneWeb.

Es war nicht der erste Start dieser Art: Insgesamt werden 672 Satelliten in die erdnahe Umlaufbahn gebracht - davon seien nun 110 oben, teilte Arianespace mit. Die Satelliten sollen auf der Erde ein Hochgeschwindigkeitsnetz für das Internet ermöglichen - zu Wasser, zu Land und in der Luft. Dazu sind bis Ende 2022 weitere Starts geplant. OneWeb plant nach eigenen Angaben die Aufnahme kommerzieller Dienste bis Ende 2021.

RND/dpa

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